Beratungen in Berlin und Frankreich Zukunft der Brennelementefabrik von ANF in Lingen weiter offen

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Zur Frage der Zukunft von ANF in Lingen gibt es unterschiedliche Berichte von Medien und Umweltverbänden. Foto: Wilfried RoggendorfZur Frage der Zukunft von ANF in Lingen gibt es unterschiedliche Berichte von Medien und Umweltverbänden. Foto: Wilfried Roggendorf

Lingen. Die Zukunft der Brennelementefabrik von ANF in Lingen ist weiterhin ungewiss. Dies allerdings nicht als eine Folge des Brandes in der Anlage am 6. Dezember, sondern aufgrund politischer Entscheidungen in Berlin und Frankreich. Dies berichten Medien und Umweltschutzverbände.

Auf Bundesebene hatten sich CDU und SPD in ihrem Koalitionsvertrag darauf verständigt, zu prüfen, ob rechtssicher erreicht werden kann, dass Kernbrennstoffe aus deutscher Produktion in Anlagen im Ausland, deren Sicherheit aus deutscher Sicht zweifelhaft sind, nicht zum Einsatz kommen.  Die zum französischen Konzern Framatome gehörende Lingener Brennelementefabrik ANF beliefert nach Informationen des Umweltinstitutes München unter anderem die umstrittenen belgischen Atomkraftwerke Doel und Tihange ebenso, wie die störanfälligen französischen Meiler Cattenom und Fessenheim. Alle genannten Reaktoren gelten nach Auffassung der Bundesregierung und der Landesregierungen von Nordrhein-Westfalen, von Rheinland-Pfalz und des Saarlandes als sicherheitstechnisch zweifelhaft.

Ressortübergreifende Gespräche in Berlin

Am 18. Dezember gab es in Berlin ein ressortübergreifendes Gespräch mehrerer Bundesministerien, in dem über die Umsetzung des Koalitionsvertrages beraten wurde. "Der Brand in der Anlage zur Fertigung von Brennelementen in Lingen war nicht Gegenstand des Ressortgesprächs", bestätigt Stephan Gabriel Haufe, Pressesprecher des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit, auf Nachfrage unserer Redaktion. Thema sei nur die Umsetzung des Koalitionsvertrages gewesen. "Wie dies erreicht werden kann, wirft weiterhin rechtliche und sachliche Fragen auf, die vertieft geprüft werden müssen", kündigt eHaufe weitere Beratungen in dieser Richtung an.

Herstellung von Atombrennstoff auf französisches Territorium verlegen

Während die Gespräche in Berlin zunächst ohne konkretes Ergebnis verliefen, berichtete die "taz" aus Frankreich: Dort ist das Aus [...] der Brennelementefabrik [...] Thema. In einem Schreiben der Präfektur der südfranzösischen Region Okzitanien, das der taz vorliegt, heißt es zur Begründung des Ausbaus einer Atomfabrik in Narbonne am Mittelmeer, die Herstellung von Atombrennstoff solle 'auf französisches Territorium' zurückverlegt werden. Grund dafür sei 'das Anhalten der Produktion (in 2021) in der Anlage in Lingen in Deutschland'", schreibt die Zeitung.

Umweltinstitut München: Teil-Aus in Lingen wichtiger Schritt

Auch das Umweltinstitut München berichtet über einen Ausbau der Produktionskapazitäten im französischen Narbonne, bewertet dies jedoch in Bezug auf ANF in Lingen anders: "Eine Verlagerung der Urandioxid-Produktion nach Narbonne würde nicht notwendiger Weise das Aus für die Anlage in Lingen bedeuten. In Lingen werden Brennelemente auch aus zugeliefertem UO2 hergestellt. Ein Teil-Aus in Lingen wäre jedoch ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Stilllegung der gesamten Fabrik", schreiben die Münchener Umweltschützer auf ihrer Homepage.




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