Sanierung abgeschlossen L57 zwischen Ramsel und Messingen wieder frei befahrbar

Bescherung kurz vor dem Fest: Nach zweieinhalb Monaten ist die L 57 zwischen Ramsel und Messingen wieder frei befahrbar. Foto: Sven LampeBescherung kurz vor dem Fest: Nach zweieinhalb Monaten ist die L 57 zwischen Ramsel und Messingen wieder frei befahrbar. Foto: Sven Lampe
Sven Lampe

Lingen. Die Landesstraße L 57 ist am Donnerstag wieder für den Verkehr freigegeben worden. Der Abschnitt zwischen Ramsel und Messingen war wegen Sanierungsarbeiten zweieinhalb Monate voll gesperrt. In die Freude mischt sich ein Wermutstropfen: Das Projekt wurde deutlich teurer als geplant.

Ursprünglich hatten die Planer mit Kosten in Höhe von 1,8 Millionen Euro kalkuliert. Jetzt stehen am Ende der Rechnung rund 2,8 Millionen Euro. Wie diese Steigerung um rund 55 Prozent zustande gekommen ist, erläuterte auf Anfrage der Leiter der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Lingen, Klaus Haberland.

Freie Fahrt auf der L 57 heißt es kurz vor Weihnachten bei der offiziellen Freigabe des sanierten Teilstückes zwischen Ramsel und Messingen. Foto: Sven Lampe

Seinen Worten zufolge liegen die Gründe im Untergrund der Straße. Zunächst sollte nur die schadhafte Asphaltdecke der Straße und Teilen des angrenzenden Radweges erneuert werden. Nachdem der alte Asphalt entfernt worden war, mussten die Verantwortlichen feststellen, dass an etlichen Stellen auch die Tragschicht der Landesstraße marode war. Das sei im Vorfeld nicht zu erkennen gewesen, so Haberland:  "Das erkennt man erst, wenn der Asphalt weg ist".

Radwege werden witterungsbedingt später asphaltiert

Haberland zeigte sich bei der offiziellen Freigabe froh, dass die Arbeiten jetzt abgeschlossen werden konnten: Mit dieser vorweihnachtlichen Aktion wollen wir Anwohnern und Nutzern eine Freude machen". Die Bescherung scheint gelungen. Eine junge Frau, die normalerweise täglich den Abschnitt befährt, machte fast einen Luftsprung vor Freude, als sie von der Freigabe erfuhr. Die neue alte Streckenführung erspart ihr und anderen Nutzern künftig zeitraubende Umwege. Diese können sich auch Radfahrer schenken, selbst wenn an einigen Stellen des Radweges noch die Asphaltdecke fehlt. Diese soll laut Haberland witterungsbedingt erst im Frühjahr aufgebracht werden.

"Umfangreichste Maßnahme des Jahres im Emsland"

Die jetzt beendete Sanierung der Straße ist laut Haberland die umfangreichste Maßnahme des Jahres auf einer Landesstraße im Emsland. Heran reiche nur die für eine Million Euro realisierte Sanierung der L 47 in Twist.  "Das Land Niedersachsen nimmt ordentlich Geld in Hand", freute sich der Behördenchef. Die niedersächsischen Landesstraßen hatte in den vergangenen Jahren nicht im Focus der Politiker in Hannover gestanden. Während die Bundesstraßen auch in der Region in einem akzeptablen Zustand befinden, lässt der Zustand der landeseigenen Straßen vielerorts zu wünschen übrig. Das soll sich laut Haberland in naher Zukunft ändern. Anfang kommenden Jahres würden weitere Projekte vorgestellt.

"Mehr Geld für Landesstraßen"

Die dringende Notwendigkeit, den teilweise schlechten Zustand der Landesstraßen zu beheben, unterstrich auch der Lingener CDU-Landtagsabgeordnete Christian Fühner. Im jetzt verabschiedeten Landeshaushalt seien die finanziellen Mittel für das Landesstraßenbauprogramm mittelfristig nach oben geschraubt worden. Die Sanierung der L57 sei allerdings noch von der alten Landesregierung auf den Weg gebracht worden, betonte Fühner: "So fair muss man sein".

Als am besten ausgebaute Ackerzufahrt im Emsland bezeichnete der Chef der niedersächsischen Landesbaubehörde in Lingen, Klaus Haberland, den Vorab-Anschluss des neuen Gewerbegebietes in Lingen-Ramsel an die L57. Foto: Sven Lampe

"Ackerzufahrt"

Den ehemals schlechten Zustand der Straße zwischen Ramsel und Messingen hob auch Lingens Oberbürgermeister Dieter Krone hervor: "Für Gewerbetreibende und Bürger war das ein großes Problem". Die Stadt Lingen hatte im Zuge der Sanierung die Gelegenheit beim Schopfe gepackt und für rund 175.000 Euro einen Straßenanschluss an das geplante neue Gewerbegebiet in Ramsel bauen lassen. Laut Krone wäre es der Öffentlichkeit nur schwer zu vermitteln gewesen, wenn in naher Zukunft an der Stelle erneut gebaut worden wäre. Zurzeit endet die Stichstraße nach wenigen Metern im Nirgendwo. Haberland sprach scherzhaft von der  "am besten ausgebauten Ackerzufahrt des Emslandes". 


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