Musik zur Ehre Gottes Evangelische Bläsermusik in Lingen

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Auftritt des Bläserkreises der Evangelisch lutherischen Gemeinden Lingens auf dem Lingener Weihnachtsmarkt. Die Leitung hat Kreiskantor Peter Müller. Foto: Peter LöningAuftritt des Bläserkreises der Evangelisch lutherischen Gemeinden Lingens auf dem Lingener Weihnachtsmarkt. Die Leitung hat Kreiskantor Peter Müller. Foto: Peter Löning

Lingen. Fest eingebunden in die vor allem evangelische Kirchenmusik sind die christlichen Posaunenchöre. Sie sind hier eine wichtige Säule und erfüllen von je her als ureigenste Aufgabe die Funktion einer ‚mobilen Orgel‘. Sie sind bestens geeignet Gottesdienste und Veranstaltungen unter freiem Himmel zu beschallen.

Einen solchen Posaunenchor gibt es an der Lingener Kreuzkirche bereits seit über 120 Jahren mit überaus wechselhafter Geschichte. Ein solcher Chor besteht in der Regel, anders als der Name sagt, heute nicht nur aus Posaunen. Vielmehr findet man hier mitunter die gesamte Familie der Blechbläser versammelt. Diese sind dann aber chorisch besetzt. 

Laienspieler

Vom Wesen her gehört der Posaunenchor in den Bereich der Laienmusik. Das heißt, dass die Musiker hier ihr Instrument normalerweise nicht an einer Hochschule studieren, wie es zumeist der Organist tut. Im besten Falle geben die älteren erfahrenen Spieler ihr Wissen und Können an die Jungen weiter. Der Chor erneuert sich so von innen heraus. So boten Posaunenchöre stets auch die Möglichkeit, kostenlos ein Instrument zu erlernen.

Mehr als 120 Jahre alt

Gegründet im Jahr 1897, wurde der evangelische Posaunenchor in Lingen bald zur Gestaltung von Festgottesdiensten und anderen Anlässen eingesetzt. Die erfolgreichen Anfänge fanden mit Ausbruch des ersten Weltkrieges allerdings ein jähes Ende. „Einer kurzen Zeit der Blüte“ folgte eine weitere ‚Pause‘ im Wirken des Chores während der Nazi-Zeit. Erst 1947, nach dem Kriegsende – eigentlich war dies das Jahr seines 50-jährigen Bestehens – konnte mit 14 Bläsern ein zaghafter Wiederaufbau gewagt werden. Soviel verrät uns eine Festschrift zum 100-jährigen Jubiläum des Chores.

Viele verschiedene Leiter

Auch in den Folgejahren blieb es schwierig, einen soliden Klangkörper langfristig am Leben zu erhalten. Als einen von verschiedenen Gründen dürfte wahrscheinlich ein häufiger Wechsel unter den Leitern gesehen werden. Als Kantor Peter Müller 1998, also vor zwanzig Jahren, den Chor übernahm, war er bereits der siebzehnte in der Reihe und nur einer seiner Vorgänger war hier länger im Amt.

Nachwuchs gesucht

In besten Zeiten fanden sich bis zu zwanzig Musiker im Lingener im Chor, doch bereits in den 50’er Jahren hieß es in einer Werbeanzeige: „Der Posaunenchor unserer Gemeinde braucht dringend Nachwuchsbläser“. Seit Sommer 2017 proben die Lingener Bläser gemeinsam mit dem Chor der Reformierten Kirchengemeinde Baccum, dadurch sind es 16 Aktive im Alter zwischen 18 und 88 Jahren. Peter Müller sagt: "An Nachwuchs mangelt es in Lingen leider schon lange, es finden sich zu wenige Interessenten, um mit einer Ausbildungsphase für neuen Schwung zu sorgen. Lernen kann es fast jeder, der guten Willens ist und ein einigermaßen intaktes Gebiss besitzt. Nicht nur Jugendliche, auch Erwachsene könnten jederzeit damit anfangen, selbst jemand, der noch keine Noten lesen kann". 

Auftritte im Advent

Öffentlich treten die Bläser des Lingener Posaunenchores vor allem in der Advents- und Weihnachtszeit auf, wie  beispielsweise auf dem Weihnachtsmarkt, ansonsten in verschiedenen Gottesdiensten in Lingen und auch im Umkreis.

Ein wenig zeigt sich wohl die Geschichte des Bläserchores der Herrnhuter Brüdergemeine in Neugnadenfeld an der Niederländischen Grenze, der auch zum hiesigen Kreisverband der Posaunenchöre gehört. Mit einer Kirche ganz ohne Orgel haben ist hier der Posaunenchor für die gesamte instrumentale Kirchenmusik zuständig. Damit hat dieser viel enger gestrickte Aufgaben. Hier zählte man sogar bis zu 40 Mitglieder.

"Mobile Orgel"

Deutlich setzten sich die Posaunenchöre von den ‚weltlichen‘ Blaskapellen der sehr verbreiteten Musikvereine ab, widmet man sich doch mit aller Kraft der Kirchenmusik mit „Musik zur Ehre Gottes“. So geht es vor allem um Lieder des Evangelischen Gesangbuchs aber auch um „das neue Geistliche Lied“, immer mit Bedacht auf das Machbare, wie das liturgisch Angebrachte. Im Prinzip sind da auch der ‚mobilen Orgel‘ keine Grenzen gesetzt.


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