Angebot von Freiwilligen-Zentrum und Stadt Mobile Begleitung in Lingen: Gemeinsam Kultur erleben

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Sie stehen hinter dem Projekt "mobile Begleitung Lingen": Hermann-Josef Schmeinck (von links), Jens Pinkhaus, Tine Schubert, Heinrich Herbrüggen, Dieter Krone, Irene Vehring, Annette Wintermann, Rudolf Kruse.
Foto: Christiane AdamSie stehen hinter dem Projekt "mobile Begleitung Lingen": Hermann-Josef Schmeinck (von links), Jens Pinkhaus, Tine Schubert, Heinrich Herbrüggen, Dieter Krone, Irene Vehring, Annette Wintermann, Rudolf Kruse. Foto: Christiane Adam

Lingen. Freiwilligen-Zentrum und Stadt Lingen ermöglichen gemeinsame Kulturbesuche durch das Projekt "mobile Begleitung Lingen"

Gemeinsam Kultur erleben – das ist der Slogan des Projekts „mobile Begleitung Lingen“. Dieses gemeinsame Projekt des Freiwilligen-Zentrums Lingen (FZL) und der städtischen Kultureinrichtungen existiert seit nunmehr sechs Jahren. Es sei Zeit, hier einmal ein Resümee zu ziehen, meinten Lingens Oberbürgermeister Dieter Krone und Hermann-Josef Schmeinck, Geschäftsführer des FZL. Vor allem ginge es aber auch darum, noch einmal auf dieses Angebot aufmerksam zu machen. Aus diesem Grund hatten sich Vertreter der Stadt und des FZL im Rathaus getroffen.

Ein Anruf genügt!

Worum geht es bei der mobilen Begleitung? Nicht jeder, der eine kulturelle Veranstaltung besucht, hat einen Partner, der ihn begleitet. Dies kann verschiedene Ursachen haben: Sei es, dass jemand alleine lebt, sei es, dass jemand ganz neu zugezogen ist, sei es, dass der Partner zuhause schlicht kein Interesse an Kultur hat. Für all diese Menschen stehe das Angebot der mobilen Begleitung offen, betonte Jens Pinkhaus vom FZL. „Ein Anruf bei uns genügt, dann geben wir die anvisierte Veranstaltung in unseren E-Mail-Verteiler. Die E-Mail geht dann an die rund 30 Adressaten, die sich bei uns als potentielle Begleiter registrieren lassen haben. Wer sich ebenfalls für diese Veranstaltung interessiert, wird dann mit den notwendigen Kontaktdaten versorgt und kann sich mit der Person, die eine Begleitung gesucht hat, in Verbindung setzen und verabreden“, erläutert Pinkhaus das Prozedere.

Gemeinsam Kultur erleben - darum geht es bei dem Projekt "mobile Begleitung Lingen". Foto: Christiane Adam


Kultureller Austausch garantiert

Was den Oberbürgermeister an diesem Konzept besonders freut: dass so der inhaltliche Austausch garantiert sei. „Die Theaterpause ist nicht nur dazu da, damit alle mal auf die Toilette gehen können, sondern vor allem auch, damit man sich über das Stück oder die Schauspieler austauschen kann“. Dies gehört für Krone unbedingt zu einem kulturellen Erlebnis. 

Ratsfrau Irene Vehring, Vorsitzende des Kulturausschusses, hebt hervor, dass allen im Rat die Kultur wichtig sei. Daher gebe es auch eine breite Unterstützung für diesen Bereich. „Ich denke, dieses Projekt ist auch gut gegen Vereinsamung“, merkt sie an. „Man muss sich allerdings zunächst eingestehen, dass man einsam ist“, räumt Pinkhaus ein. Dann allerdings seien die Nutznießer begeistert. 

Nutznießer dieses Projektes sind aber nicht nur diejenigen, die sich beim FZL melden, sondern auch die Freiwilligen. „Wir legen viel Wert darauf, dass unsere Freiwilligen etwas von ihrem Einsatz haben“, unterstreicht Tine Schubert vom FZL. Neben der Genugtuung, etwas Gutes und Sinnvolles getan zu haben, biete der Einsatz als mobiler Begleiter eben auch die konkrete Belohnung einer freien Eintrittskarte, so Schmeinck. Heinrich Herbrüggen ist einer der rund 30 mobilen Begleiter. Stellvertretend für sie war er mit ins Rathaus gekommen, um über seine Erfahrungen zu berichten. Herbrüggen verfügt sogar über ein Auto, in dem er Rollstuhlfahrer mitnehmen kann. „Darauf müssen wir natürlich auch achten: Welche Einschränkungen die abzuholende Person hat. Das wird im Vorfeld geklärt, so dass der passende Partner gefunden werden kann“, erklärt Pinkhaus.

Mit dem FZL funktioniert's!

Ein Dank geht in der Runde auch an das Kulturamt. „Mit der Organisation klappt es jedes mal sehr gut. Anhand eines Buttons wird der mobile Begleiter erkannt. Und das Kulturamt reserviert uns immer sehr gute Plätze!“, ist aus Richtung FZL zu hören.

„Mir war klar, dass so ein Konzept sehr umfangreich durchzuführen sein würde. Daher habe ich mich mit der Frage an das FZL gewandt, ob es von dort aus über Ehrenamtliche organisiert werden könnte. Ich wusste: Mit dem FZL würde es funktionieren!“, schildert Rudolf Kruse den Werdegang des Projektes.

Hilfe und Unterhaltung gleichermaßen

Annette Wintermann, ebenfalls Ratsfrau, ist selber an der Durchführung des Seniorenkinos beteiligt. „Hier sehen wir ganz oft die mobilen Begleiter. Häufig kommen sie gleich mit einem ganzen Schwung von Leuten aus einem Seniorenheim. Die Begleiter helfen aus den Jacken, führen die Leute zu ihren Plätzen usw. Und sie unterhalten sich immer sehr angeregt. Das finde ich schön!“


Mobile Begleitung Lingen

Das Angebot „mobile Begleitung Lingen“ umfasst die kulturellen Einrichtungen auf Lingener Stadtgebiet: Theater an der WilhelmshöheEmslandmuseumKulturforum St. MichaelCentralkinoSeniorenkino von „GELingen“KunsthalleTheaterpädagogisches ZentrumCine-World. Auf Anfrage können auch Begleiter für andere Veranstaltungen gefunden werden, etwa für Spiele der HSG Nordhorn-Lingen u.ä. Der Teilnehmer zahlt seine Eintrittskarte selber, weitere Kosten entstehen ihm nicht. Über das FZL wird eine den Mitarbeitern persönlich bekannte Begleitperson, die im Vorfeld sogar ein erweitertes Führungszeugnis vorlegen musste, vermittelt. Diese Person kümmert sich um den Transport zum Veranstaltungsort und erhält dafür kostenlosen Eintritt. Die Kontaktaufnahme erfolgt unter 0591 9124640 bzw. <a href="mailto:info@freiwilligen-zentrum-lingen.de">Sende eine E-Mail</a> 

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