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11.12.2018, 18:07 Uhr SCHEIBCHENWEISE KOMMUNIKATION

Vertrauen in Brennelementefabrik in Lingen bröckelt

Ein Kommentar von Sven Lampe


Nach dem Brand im Brennelementewerk in Lingen kommen immer mehr unangenehme Details ans Tageslicht. Foto: NordwestmediaNach dem Brand im Brennelementewerk in Lingen kommen immer mehr unangenehme Details ans Tageslicht. Foto: Nordwestmedia

Lingen. Nach dem Brand in der Brennelementefabrik in Lingen kommen scheibchenweise immer neue Details ans Licht. Das Vertrauen in ANF bröckelt.

Hieß es unmittelbar nach dem Brand seitens der Werksleitung , der Brand sei im nicht-nuklearen Bereich ausgebrochen, ruderte ANF einen Tag später zurück und sprach von einem teil-nuklearen Bereich. Im niedersächsischen Umweltausschuss stellte sich nun heraus, dass es sich nicht nur um einen Kleinbrand von wenigen Quadratzentimetern gehandelt hatte, sondern wohl um eine Explosion von Wasserstoff, der unbemerkt in einem Gerät entstanden war, in dem mit Uran gearbeitet wird. Die Krisenkommunikation bei ANF entwickelt sich immer mehr zu einem Lehrstück, wie man es nicht machen sollte. Die öffentliche Selbstdarstellung ist schlicht ein Desaster.

Das Unternehmen verspielt Vertrauen 

Mit der Art und Weise, wie ANF mit dem Unglück in Richtung Öffentlichkeit umgeht, trägt das eh umstrittene Unternehmen kräftig dazu bei, das Vertrauen in das Werk selbst und in die Kernkraft als Energiequelle weiter zu zerstören. Die Bevölkerung hat ein Recht darauf, korrekt und zeitnah über mögliche Gefahren informiert zu werden. Schließlich ist hier nicht von einer Pommesbude die Rede, in der Öl in einer Fritteuse gebrannt hat, sondern von einer kerntechnischen Anlage. Bleibt zu hoffen, dass es keine weiteren unangenehmen Überraschungen gibt.


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