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07.12.2018, 17:00 Uhr KOMMENTAR ZUM BRAND IN DER BRENNELEMENTEFABRIK

Es bleibt ein ungutes Gefühl - nicht nur in Lingen

Von Sven Lampe


Bei ANF in Lingen werden Brennelemente für diverse Kernkraftwerke im In- und Ausland produziert. Foto: Sven LampeBei ANF in Lingen werden Brennelemente für diverse Kernkraftwerke im In- und Ausland produziert. Foto: Sven Lampe

Lingen. Auch wenn das Feuer in der Brennelementefabrik ANF nichts mit der eigentlichen Produktion von Brennelementen zu tun hat, bleibt ein ungutes Gefühl. Nun gilt es einmal mehr, sich darüber Gedanken zu machen,wir riskant der Umgang mit Kernenergie ist.

So wie es aussieht, haben wir alle Glück gehabt. Das Feuer in einem Labor der Brennelementefabrik ANF in Lingen konnte schnell gelöscht werden und nach aktuellem Stand hat es keine Belastung von Menschen und Umwelt durch Radioaktivität oder andere gefährliche Stoffe gegeben.

Meldepflichtige Ereignisse

Auch wenn das Feuer nichts mit der eigentlichen Produktion von Brennelementen zu tun hat, bleibt ein ungutes Gefühl. Unabhängig von dem Brand hat es in jüngster Zeit zwei meldepflichtige Ereignisse bei ANF gegeben — wenn auch solche ohne oder mit nur geringem Gefahrenpotenzial. Seit 2014 stehen nun insgesamt acht Störfälle auf dem ANF-Konto.

Wasser auf die Mühlen der Gegner

Der jüngste Vorfall dürfte somit Wasser auf die Mühlen der Kernkraftgegner sein, die seit Langem die Stilllegung des Kernkraftwerkes Emsland und der Brennelementefabrik sowie ein Exportverbot für deren Produkte fordern. Die Diskussion darüber, ob die umstrittene Fabrik trotz ihrer unbefristeten Betriebsgenehmigung stillgelegt werden kann, wird durch den Brand sicher neue Nahrung bekommen. 

Ist der Umgang beherrschbar?

Mit jedem Vorfall in einer kerntechnischen Anlage dürfte bei immer mehr Menschen die Frage aufkommen, ob der Umgang mit Kernenergie wirklich beherrschbar ist. Und ob Gefahrenpotenzial richtig eingeschätzt wird. Durch das Feuer bei ANF und den Moorbrand in Meppen zeigt sich, dass die Auflösung des emsländischen ABC-Zuges in Bawinkel nach rund einem Jahr noch immer nicht kompensiert worden ist.  Die Menschen in der Region wollen im Falle eines Falles schnell wissen, ob im wahrsten Sinne des Wortes Gefahr in der Luft liegt. Messungen durch Feuerwehren aus der Grafschaft und dem Landkreis Osnabrück sind nur die zweitbeste Lösung. 

Alle Aspekte betrachten

Nun gilt es einmal mehr, sich genau darüber Gedanken zu machen. Wirtschaftliche, gesellschaftliche und sicherheitstechnische Aspekte müssen wohl gegeneinander abgewogen werden. Wenn es sein muss, mit allen Konsequenzen.


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