Nagetiere sind Wirt Zwölf Menschen erkranken im südlichen Emsland an Hantavirus

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Nagetiere sind der Wirt für den Hantavirus. Foto: dpaNagetiere sind der Wirt für den Hantavirus. Foto: dpa

Lingen. Bereits im Frühjahr informierte der Landkreis Emsland über mögliche Infektionen mit dem Hantavirus. Auch in diesem Herbst wurden erneut Erkrankungen gemeldet. Die Betroffenen infizierten sich ausschließlich im südlichen Emsland, heißt es seitens des Landkreises.

So wurden im Landkreis Emsland 2016 insgesamt zwölf Fälle registriert, in 2017 waren es sieben Fälle und aktuell sind es zwölf Fälle, die bekannt geworden sind.  

Der natürliche Wirt der Hantaviren sind Nagetiere wie Mäuse oder Ratten. Infizierte Nager scheiden die Viren über Speichel, Urin und Kot aus. Befinden sich diese Ausscheidungen in Staub oder Schmutz und werden beispielsweise über das Fegen oder Laubhaken aufgewirbelt, kann der Mensch den Erreger einatmen und sich infizieren. 

Risiko bei Reinigungs- und Gartenarbeiten

Nicht nur bei Reinigungs- und Gartenarbeiten im Herbst besteht ein besonderes Risiko, sich zu infizieren, sondern auch für Menschen, die sich beruflich oder privat viel in Waldgebieten aufhalten. Auch bei Arbeiten mit Feuerholz, wie Aufschichten oder Ausfegen von Holzlagerstätten, sollten besondere Schutzvorkehrungen getroffen werden, weil sich dort Mäuse gerne aufhalten. 

Räume gut durchgelüftet 

Das Risiko einer Infektion mit Hantaviren kann mit einfachen Schutzmaßnahmen gesenkt werden. Vor dem Reinigen von Räumen mit möglichem Nagetierbefall sollten Räume gut durchgelüftet werden. Bei der Arbeit sollten Gummihandschuhe und insbesondere bei Staubentwicklung ein Mundnasenschutz getragen werden. Anschließend sollten die Hände gründlich gereinigt werden.

Kopf-, Bauch- und Rückenschmerzen

Die ersten Gesundheitsbeschwerden zeigen sich in der Regel zwei bis vier Wochen nach der Ansteckung. Häufig verläuft die Infektion beim Menschen symptomlos oder lediglich mit leichten grippeähnlichen Beschwerden und wird selten als solche erkannt. Bei einem Teil der Erkrankten kommt es jedoch zu Fieber sowie Kopf-, Bauch- und Rückenschmerzen. Auch Schwindel, Sehstörungen, Diarrhöen, trockener Reizhusten und Hautausschlag können auftreten. Bei einem schweren Verlauf kann die Erkrankung unter anderem zu Nierenversagen führen. Erkrankte sind nicht ansteckend.

Weitere Schutzmaßnahmen und Informationen gibt es auf www.infektionsschutz.de unter der Rubrik Erregersteckbriefe „Hantaviren“ oder beim Landkreis Emsland (Fachbereich Gesundheit, Tel. 05931/441200, inga.abeln@emsland.de).


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