Lingen: Ein Leben für die Mandoline Gerhard Nimmerfall seit 70 Jahren im Bund Deutscher Zupfmusiker

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Ausgezeichnet für ein Leben mit Mandolinenklang. Gerhard Nimmerfall, Gründer und Leiter des Lingener Mandolinenorchesters,  ist  seit 70 Jahren Mitglied im Bund Deutscher Zupfmusiker. Foto: Peter LöningAusgezeichnet für ein Leben mit Mandolinenklang. Gerhard Nimmerfall, Gründer und Leiter des Lingener Mandolinenorchesters, ist seit 70 Jahren Mitglied im Bund Deutscher Zupfmusiker. Foto: Peter Löning

Lingen. Sein Leben gilt der Musik und dafür wurde jetzt mit einer Urkunde bedacht. Gerhard Nimmerfall, Gründer und musikalischer Leiter des Lingener Mandolinenorchesters, erhielt vom Bund Deutscher Zupfmusiker (BDZ) einen „Ehrenbrief“ für seine 70-jährige Mitgliedschaft.

Wahrlich ist dies nicht die einzige Ehrung für sein beachtliches Lebenswerk, gab es doch 2012 bereits den Verdienstorden des Landes Niedersachsen (am Bande) als Auszeichnung „für sein langjähriges Engagement für die Pflege der Zupfmusik und der Ausbildung des Nachwuchses an diesen Instrumenten“.


70 Jahre Mitgliedschaft - ein Ehrenbrief vom Bund Deutscher Zupfmusiker für Gerhard Nimmerfall, hier zusammen mit Uwe Mansel (1. Kassierer des LMO), und Giselsa Niemann (1. Vorsitzende). Foto: Lingener Mandolinen-Orchester


1935 in Hohenlimburg geboren, fand Gerhard Nimmerfall bereits als Neunjähriger zur Mandoline und sehr bald auch zum dortigen Mandolinenorchester, in dem auch Vater und Brüder mitspielten. Mit zarten 13 Jahren trat er hier also dem BDZ  (Der BDZ ist eine Vereinigung von Orchestern, Ensembles und Einzelpersonen aus dem Bereich der Zupfmusik (also: Mandoline, Gitarre usw.) bei. Daneben musizierte die Familie rege als „Mandolinenquartett Nimmerfall“ mit Konzerten und Auftritten zu verschiedensten Anlässen. An der Hohenlimburger Volkshochschule unterrichtete der Musiker ab 1953 als Mandolinenlehrer und wurde zudem stellvertretender Dirigent.

Beruflich nach Lingen verschlagen – der gelernte Industriekaufmann fand hier eine Anstellung bei der Ölraffinerie – lag es sehr nahe, rasch auch hier ein Mandolinenorchester aufzubauen. Und dazu brauchte er gerade mal ein Jahr.

„Nachdem ich eine kleine Stammbesetzung zusammen gebracht hatte, konnte ich mich an die Zeitung wenden, um für eine Gründung zu werben.“ So gab es im September 1961 eine gut dokumentierte Gründungsversammlung. In der Folge konnte der junge Verein einen ordentlichen Zulauf verzeichnen, denn „es gab ja sonst nichts“.


Das Protokoll der Gründungsveranstaltung des LMO von 1961


 Zunächst waren dies ältere Spieler bereits mit Erfahrung, aber bald kamen etliche Schüler hinzu. „Wir wussten gar nicht, wo wir die alle unterbringen sollten“. So wurden von Beginn an die Nachwuchsmusiker auch im Verein unterrichtet. Zahlreiche junge Mandolinisten lernten bei ihm.

In den 1970er Jahren bestand neben dem eigentlichen Orchester noch ein eigenes Schülerorchester. Inzwischen waren neben Gitarren und Mandolineninstrumenten auch Kontrabass und Akkordeon fester Bestandteil des Orchesters, Schlagzeug war ebenfalls dabei. „Wir haben uns damals einen Kontrabass gekauft“. Ein passender Spieler war da schnell gefunden, der sich an der Musikschule das nötige Handwerkszeug verschaffte. Auftritte gab und gibt nicht nur in Lingen und Umgebung. Gern erinnern sich die Spieler an ein Konzert in Den Haag zusammen mit einem Partnerorchester.

In dieser Zeit war Nimmerfall auch als Tanzmusiker gut gebucht unterwegs. Stets aber war das Lingener Mandolinenorchester  Herzensangelegenheit, und das bis heute unvermindert.


Gerhard Nimmerfall erhält das 2012 Verdienstkreuz am Bande. Hier mit Ehefrau Hannelore und Oberbürgermeister Dieter Krone. Foto: Mandolinenorchester


Keine Frage, bis heute steht Gerhard Nimmerfall unbeirrt am Dirigentenpult und an ein Aufhören ist nicht zu denken. Auch seine Familie ist natürlich mit im Orchester engagiert. So war seine kürzlich verstorbene Frau Hannelore stets dabei, einige seiner vier Kinder und inzwischen auch Enkel.

"Fußabdrücke" hinterlassen

Ein Orchester steht und fällt mit dem, der vorne steht. Und die Mitglieder sind froh und stolz auf ihren Dirigenten, dem sie höchste Anerkennung zollen. Immerhin haben Nimmerfall und sein Orchester so einige Fußabdrücke in der Lingener Musiklandschaft hinterlassen.

An etliche Konzerte, häufig in Zusammenarbeit mit weiteren Chören oder auch Solisten lässt sich da mit Freuden zurückdenken. Inzwischen sei es allerdings schwer geworden, Nachwuchs zu finden und auch mit den Konzerten wende man sich eher den kleineren Örtlichkeiten zu. Altenheime, Bürgerzentren, im letzten Jahr die Kreuzkirche und jetzt das „Haus der Vereine“. Hier ist für das Orchester auch seit einiger Zeit Probendomizil. Proben finden hier regelmäßig Dienstagabends statt.


Das Ensemble des Lingener Mandolinenorchesters. Foto: LMO


Am kommenden Dienstag, 11. Dezember, gibt es um 19.30 Uhr ein Benefizkonzert des Mandolinenorchesters zugunsten des „Alten Backhauses“ im Haus der Vereine im Lingener Stadtteil Reuschberge. Der Eintritt ist frei, um Spenden wird  gebeten. Auf dem Programm stehen natürlich die schönsten Werke für Mandolinenorchester, aber auch weihnachtliche Klänge.

Informationen zum Lingener Mandolinenorchester gibt es unter www.lingener-mandolinen.de


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