"Motor" der Ukrainehilfe Bundesverdienstkreuz für Lingener Hinrikus Ude

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Träger des Bundesverdienstkreuzes ist seit Freitag Hinrikus Ude (links). Die Auszeichnung im Namen des Bundespräsidenten verlieh Oberbürgermeister Dieter Krone. Foto: Thomas PertzTräger des Bundesverdienstkreuzes ist seit Freitag Hinrikus Ude (links). Die Auszeichnung im Namen des Bundespräsidenten verlieh Oberbürgermeister Dieter Krone. Foto: Thomas Pertz

Lingen. Der Name Hinrikus Ude ist untrennbar mit der humanitären Hilfe für die Ukraine verbunden. Dass der Lingener darüber hinaus auch in weiteren Bereichen ein Vorbild für ehrenamtliches Engagement ist, wurde am Freitag bei der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes für ihn deutlich.

Die hohe Auszeichnung im Namen von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier verlieh Oberbürgermeister Dieter Krone im Ratssitzungssaal. Dort hatten sich neben der Familie viele Freunde Udes eingefunden – darunter auch sehr weit gereiste: Aus der Ukraine waren Mykhaylo Kutran, Bürgermeister von Juskowzy, Roman Kaznovetskyi, Bürgermeister von Lanowzy, Tetiana Yatsula, Leiterin des medizinischen Sozialzentrums dort, und Lehrerin Anja Usik beim Festakt dabei. „Ihre Teilnahme zeigt, wie hoch dein Ansehen dort ist und welch großer Respekt dir entgegengebracht wird“, betonte Krone.


Auch die Freunde aus Juskowzy gratulierten Hinrikus Ude. Foto: Thomas Pertz


In seiner Laudatio hatte dieser zunächst an das nunmehr 25-jährige Engagement von Ude im „Freundeskreis der Ukrainefahrer“ erinnert. Der Bramscher ist verantwortlicher Organisator und „Motor“ zahlreicher Hilfsgüterlieferungen in die Ukraine, wie es Krone ausdrückte. Vom Einsatz des Freundeskreises profitiere das Dorf Juskowzy im Landkreis Lanowzy in besonderer Weise.

Beherzte und zupackende Art

Sich für eine Sache stark machen – das reicht Hinrikus Ude allerdings noch nicht, wie die Gäste weiter erfuhren. Krone zeichnete in seiner Laudatio das Bild eines Menschen, dessen beherzte und zupackende Art, verbunden mit viel Fingerspitzengefühl und einem trockenen ostfriesischen Humor, auch noch in anderen Bereichen seine Wirkung entfaltete. Der Oberbürgermeister beschrieb Udes langjährige politische Arbeit in der CDU auf Ortsrats- und Stadtratsebene und im berufsständischen Bereich. Dort hatte sich der gelernte Schornsteinfeger in besonderem Maße in der Innung eingebracht. Vertreter des Landesinnungsverbandes für das Schornsteinfegerhandwerk waren ebenfalls unter den Gästen.

"Viel Herzblut"

„So unterschiedlich diese Wirkungsfelder sind, eines ist ihnen gemein: Du hast Dich immer wieder mit Herzblut und großem persönlichen Einsatz für sie stark gemacht“, betonte Krone. Dieser dankte abschließend Anne Ude, die ihrem Mann stets den Rücken gestärkt habe.

"Ich kann diese Auszeichnung nur stellvertretend in Empfang nehmen", sagte der Geehrte und drückte damit aus, dass er bei allen seinen ehrenamtlichen Tätigkeiten immer auch von anderen tatkräftig unterstützt worden sei. "Diese Auszeichnung widme ich auch meiner Familie", sagte Ude mit einem Seitenblick auf seine Frau und die beiden Töchter Birgit und Sabine mit ihren Partnern. "Mein Problem war, dass ich mich zu oft eingemischt habe und dann in die Verantwortung genommen wurde", schmunzelte der Bramscher. 

Was seine ehrenamtliche Arbeit in der Kommunalpolitik anbelangt, dankte Ude dem Lingener "CDU-Urgestein" Heinz Rolfes. Auf die  Ukrainehilfe bezogen, verwies der Bundesverdienstkreuzträger auf den früheren SPD-Fraktionsvorsitzenden Hajo Wiedorn, ebenfalls Träger dieses Ordens und eine der Stützen der Ukrainehilfe. "Etwa vier Mal um die Erde sind wir beide gefahren, wenn ich alle Fahrten zusammenrechne", sagte Wiedorn in der Runde. Er war es, der Ude für das Bundesverdienstkreuz vorgeschlagen hatte.

"An dieser Hilfe kann man erkennen, wie man Geschichte auch aufarbeiten kann", sagte Ude mit Blick auf die vier Gäste aus der Ukraine. Aus dieser Hilfe sei ein Beitrag zur Völkerverständigung geworden. "Und aus Vorbehalten sind Freundschaften entstanden und gepflegt worden", sagte der 71-Jährige. 



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