Gericht glaubt mutmaßlichen Opfer nicht Mann in Lingen vom Vorwurf der Vergewaltigung freigesprochen

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Mit einem Freispruch auf Kosten der Staatskasse endete das Strafverfahren gegen einen 46-jährigen Mann, der wegen Vergewaltigung in Tateinheit mit vorsätzlicher Körperverletzung vor dem Schöffengericht des Amtsgerichts Lingen angeklagt war. Foto: GlasfortMit einem Freispruch auf Kosten der Staatskasse endete das Strafverfahren gegen einen 46-jährigen Mann, der wegen Vergewaltigung in Tateinheit mit vorsätzlicher Körperverletzung vor dem Schöffengericht des Amtsgerichts Lingen angeklagt war. Foto: Glasfort

Lingen Mit einem Freispruch auf Kosten der Staatskasse endete das Strafverfahren gegen einen 46-jährigen Mann, der wegen Vergewaltigung in Tateinheit mit vorsätzlicher Körperverletzung vor dem Schöffengericht des Amtsgerichts Lingen angeklagt war.

Das 43-jährige mutmaßliche Opfer hatte Anfang Juli 2018 bei der Polizei Strafanzeige gegen ihren strafrechtlich unbescholtenen Ex-Freund erstattet. Der schwerwiegende Vorwurf: Vergewaltigung. Das Gesetz sieht dafür mindestens eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren vor.

Vorwurf: Zum Geschlechtsverkehr gezwungen

Die Frau hatte im Verlauf der polizeilichen Vernehmung angegeben, dass der 46-Jährige etwa zwei Wochen zuvor in ihrer Wohnung in Lingen den Geschlechtsverkehr mit ihr gegen ihren Willen erzwungen habe. In diesem Zuge hatte das mutmaßliche Opfer ebenfalls angegeben, dass ihr Ex-Partner ihr während der Vergewaltigung dermaßen heftig in die Brüste gekniffen habe, dass lang anhaltend blaue Flecken entstanden seien.

Teils eklatante Widersprüche

Im Strafverfahren vor dem Schöffengericht, zu dem sie ihre jugendliche Tochter mitgebracht hatte, verstrickte sich die 43-Jährige in ihrer wenig detaillierten Aussage in teils eklatante Widersprüche und gab zudem an, sich an wesentliche Geschehnisse des angeklagten Tathergangs nicht mehr erinnern zu können. In anderen Zusammenhängen hatte sich die 43-Jährige im Vorfeld bereits zweimal in stationäre psychiatrische Behandlung begeben.

„Ich habe ihr nie wehgetan“

„Ich habe nie etwas gegen ihren Willen getan, ich habe ihr nie weh getan. Ich weiß nicht, was sie geritten hat“, beteuerte der Angeklagte dem Gericht seine Unschuld und legte unter anderem einen Whatsapp-Chat-Verlauf zwischen ihm und seiner Ex-Freundin vor, in dem bis zu dem Tag der Anzeigenerstattung keinerlei Auffälligkeiten oder Unstimmigkeiten zu erkennen waren.

Gericht glaubt an eine Lüge

„Wir schenken den Angaben der Zeugin keinen Glauben. Wir sind der Überzeugung, dass sie gelogen hat“, verzichtete der Vorsitzende Richter in Übereinstimmung mit der Staatsanwaltschaft auf die Anhörung weiterer geladener Zeugen. Es habe den dringenden Anschein, dass die Aussage der 43-Jährigen nicht wahrheitsbasiert, sondern ergebnisorientiert gewesen sei, um ihren Ex-Freund möglichst schnell loszuwerden. Der Verteidiger unterstrich: „Ich werde mit meinem Mandanten beraten müssen, ob die Falschaussage noch strafrechtliche Konsequenzen für die Zeugin haben wird. Mit einem solch schwerwiegenden Tatvorwurf spaßt man nicht, damit kann man Existenzen zerstören.“


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