Ein Bild von Wilfried Roggendorf
30.11.2018, 17:32 Uhr KEINE ENTSCHEIDUNG ZUR NEUROLOGIE

Leidtragender ist der Patient in der Region Weser-Ems

Von Wilfried Roggendorf


Es bleibt weiter abzuwarten, ob das Lingener Bonifatius-Hospital eine neurologische Fachabteilung bekommt oder nicht. Foto: Wilfried RoggendorfEs bleibt weiter abzuwarten, ob das Lingener Bonifatius-Hospital eine neurologische Fachabteilung bekommt oder nicht. Foto: Wilfried Roggendorf

Lingen. Der Bedarf für eine Neuregelung der neurologischen Versorgung in der Region Weser-Ems ist vorhanden, aber entschieden wird nichts. Leidtragende sind die Patienten, meint unser Kommentator.

Welch ein Trauerspiel: Einerseits besteht im Krankenhausplanungsausschuss des Landes Einigkeit über die Notwendigkeit, die neurologische Versorgung in der Region Weser-Ems neu zu strukturieren. Andererseits können sich die Mitglieder – Vertreter der Krankenversicherungen, der Unfallversicherung und der kommunalen Spitzenverbände – nicht auf das Wie einigen.

Dies liegt auch an den unterschiedlichen lokalen und finanziellen Interessen der einzelnen Ausschussmitglieder. Hier möchte jeder seine Pfründe verteidigen, ein möglichst großes Stück vom Kuchen der neu zu schaffenden neurologischen Krankenhausbetten bekommen, aber gleichzeitig so wenig wie möglich dafür bezahlen.

Leidtragender dieses Denkens ist leider wie so oft im Bereich der Gesundheitspolitik nur der, um den es gehen soll: der Patient. Diesen sollten die Verantwortlichen wieder in den Mittelpunkt bei ihren Entscheidungen rücken.

Denn der Krankenhausplanungsausschuss kann auf neue Vorschläge der Landesregierung warten – die neurologisch Erkrankten in der Region können das nicht.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN