"Pionierprojekt" Spatenstich für 14 rollstuhlgerechte Apartments in Lingen

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Beherzt zugegriffen haben die Offiziellen beim Spatenstích für eine komplett rollstuhlgerechte Wohneinrichtung am Langschmidtsweg in Lingen. Foto: Sven LampeBeherzt zugegriffen haben die Offiziellen beim Spatenstích für eine komplett rollstuhlgerechte Wohneinrichtung am Langschmidtsweg in Lingen. Foto: Sven Lampe

Lingen. Die Aloys-&-Brigitte-Coppenrath-Stiftung baut am Langschmidtsweg in Lingen für rund 2,8 Millionen Euro ein rollstuhlgerechtes Wohnheim.

Am Mittwoch wurde das Projekt mit dem offiziellen Spatenstich ins Licht der Öffentlichkeit gerückt. In unmittelbarere Nachbarschaft zum Alloheim entsteht im kommenden Jahr ein komplett rollstuhlgerechtes Haus mit 14 Apartments und einer Wohngruppe für acht Personen.Finanziert wird die Einrichtung von der Aloys-&-Brigitte-Coppenrath-Stiftung aus Osnabrück. Betreiber wird das Christophorus-Werk Lingen sein.

"Mehr als eine bloße Investition"

Für die Stiftungsvorsitzende Brigitte Coppenrath ist das Haus mehr als eine bloße Investition. " Es wird zur Heimat für Menschen mit und ohne Handicap und setzt damit ein Zeichen für Inklusion, für ein Miteinander in Respekt und Würde", sagte Coppenrath: "Das Konzept dieses Hauses ist hier in Lingen erdacht worden und hat uns in Osnabrück überzeugt.

"Umsetzung des Bundesteilhabegesetzes"

Betreiber der Einrichtung soll das Christophorus-Werk Lingen werden, so dessen Geschäftsführer Georg Kruse. Derzeit liefen entsprechende Gespräche. In dem neuen Haus sollen Wohnplätze mit ambulanter Betreuung entstehen — in erster Linie für Klienten des Christophorus-Werkes, so Kruse. Dem Geschäftsführer zufolge geht es bei dem neuen Projekt weniger um eine Ausweitung der Kapazitäten, sondern vielmehr um eine Steigerung der Qualität und die Umsetzung des Bundesteilhabegesetzes.

"Mein Dank geht an die Stiftung"

Oberbürgermeister Dieter Krone betonte die wichtige Rolle, die Inklusion für die Stadt Lingen spiele. Der Standort der Einrichtung auf dem ehemals städtischen Grundstück eigne sich aufgrund seiner Zentralität und der Nahversorgungsmöglichkeiten. Darüber hinaus sei die Einrichtung an dem Ort das letzte Puzzleteil, das noch aufgefüllt werden könne. "Mein Dank geht an die Stiftung", sagte der OB. Beim offiziellen Spatenstich griffen neben Coppenrath und Krone auch Lingens Wirtschaftsförderer Ludger Tieke, die Ratsmitglieder Uwe Hilling und Martin Koopmann (beide CDU), Stefan Wittler (SPD), Stiftungsvorstand Andreas Pache und Kuratoriumsmitglied Peter Voss beherzt zu.

Baubeginn im Frühjahr

Architekt Paul Roosmann vom Lingener Architektur- und Planungsbüro IPS Projekte sprach von einem "Pionierprojekt". Baubeginn für das laut Roosmann bereits genehmigte Projekt soll im kommenden Frühjahr sein. Der Architekt rechnet mit einer Bauzeit von rund einem Jahr.


Sicher ist sicher: Überwiegend gut behelmt haben offizielle Vertreter der Projektbeteilgten das Grundstück der künftigen Wohneinrichtung in Augenschein genommen. Foto: Sven Lampe


1600 Quadratmeter Nutzfläche

In der Zeit soll auf dem gut 1400 Quadratmeter messenden Grundstück ein zweigeschossiges Gebäude mit knapp 1600 Quadratmetern Wohn- und Nutzfläche entstehen. Im Erd- und im Obergeschoss wird es insgesamt 14 Apartments, einen Gemeinschaftsraum und eine Mitarbeiterwohnung geben. Im Staffelgeschoss entstehen Räume für eine achtköpfige Bewohnergruppe nebst einer Dachterrasse. Das Investitionsvolumen einschließlich Grundstück beziffert Roosmann auf rund 2,8 Millionen Euro.

Die Stiftung

Die Osnabrücker Unternehmerin Brigitte Coppenrath die nach ihr und ihrem verstorbenen Mann benannte Stiftung 2017 gegründet. Mit einem Kapitalstock von zehn Millionen Euro zählt sie eigenen Angaben zufolge zu den größten in der Region. Die insbesondere für ihre Tiefkühltorten bekannte Conditorei Coppenrath & Wiese in Mettingen und Osnabrück gehört nach dem Tod des in Groß Hesepe geborenen Firmengründers Aloys Coppenrath im Jahr 2013 mittlerweile zur Oetker-Gruppe. Die Stiftung hilft Gründern vor allem aus dem Handwerk in der Startphase, co-finanziert in Kooperation mit Universität und Hochschule Osnabrück verheißungsvolle Start-up-Projekte und fördert das therapeutische Reiten. Mit dem Projekt in Lingen will die Stiftung nach eigenen Angaben Teile ihres Stiftungsvermögens sinnvoll anlegen und durch die Bestimmung des Gebäudes ihrer gesellschaftlichen Verpflichtung nachkommen. 




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