Erster Anbieter im Emsland Escape-Room eröffnet in Lingen: Wer löst das Rätsel um die Kivelinge?

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In Osnabrück hat 2017 ein Escape-Room eröffnet, in Lingen im Januar 2019. Foto: Michael GründelIn Osnabrück hat 2017 ein Escape-Room eröffnet, in Lingen im Januar 2019. Foto: Michael Gründel

Lingen. An der Lookenstraße in Lingen wird im kommenden Jahr ein Escape-Room eröffnet. Der erste im Emsland. Besucher müssen in drei verschiedenen Räumen Rätsel lösen, um nach draußen zu gelangen – und diese haben allesamt einen Bezug zum Emsland.

Als Björn Schöne und Inna Meisner 2013 Urlaub in Stockholm machten, besuchten sie zum ersten Mal in ihrem Leben einen Escape-Room. Eingeschlossen in einem kleinen Raum, mussten sie diesen innerhalb von 60 Minuten mit Hilfe der darin versteckten Hinweise und Gegenstände wieder verlassen – so lautete das Ziel des Spiels. Die Osnabrücker waren begeistert. Zurück in der Heimat wollten sie diese Art des Spiels auch in der Hasestadt anbieten, zögerten jedoch. "Damals gab es Escape-Rooms nur in Metropolen", sagt Schöne. (Weiterlesen: Osnabrücks erster Escape Room ist geöffnet – wir haben ihn getestet)

Rätsel mit regionalem Bezug

Vier Jahre dauert es, bis sich das Duo doch wagte, das Spielkonzept in Osnabrück an den Markt zu bringen. Im September 2017 eröffneten sie unter dem Namen Room Fox zwei Spielräume. Kunden können in ihrer Aussage nach in einem realistischen Umfeld Rätsel lösen. Nicht irgendwelche, sondern mit regionalen Bezug. In Osnabrück werden die Themen Varus-Schlacht sowie das Automobil- und Karosseriebauunternehmen Karmann aufgegriffen. Nun planen sie weitere Escape-Rooms – und die sollen in Lingen entstehen. 


Inna Meisner und Björn Schöne eröffnen im Januar 2019 in Lingen den ersten Escape-Room. Foto: Julia Mausch


Im Januar 2019 ist es soweit: Oberhalb des Textilhandels­unternehmen H&M an der Lookenstraße 12 werden derzeit drei Rätselräume gebaut. Auch sie sollen einen regionalen Bezug haben, sagt Schöne. So wird sich der erste Raum mit der Geschichte der Lingener Kivelinge und der Suche nach einem Schatz befassen. Zeitgleich zur Eröffnung des ersten Escape-Rooms wird ein Forschungsschiff entstehen, in Anlehnung an die Papenburger Meyer Werft. Das dritte Abenteuer, das auch noch im Laufe des kommenden Jahres realisiert werden soll, beschäftigt sich mit der Schnapsbrennerei in Haselünne, ebenfalls ein Thema, das im Emsland Relevanz hat. (Weiterlesen: Selbsterfahrung: Zwei Tage Schützenfest in Landegge) Schöne geht davon aus, dass sich die Rätsel alle drei Jahre verändern. Dann werden auch andere geschichtliche Ereignisse aus dem Emsland eine Rolle spielen. 


An der Lookenstraße in Lingen wird im kommenden Jahr ein Escape-Room eröffnet. Der erste im Emsland. Symbolfoto: dpa


Rund 30 Quadratmeter wird jeder Raum, der separat gebucht wird, groß sein. Klingt zunächst nicht viel. Doch in jeder Ecke, an jeder Wand befindet sich ein Rätsel. "In den Räumen ist mehr zu entdecken, als auf 30 Quadratmeter vermutet", sagt Meisner. So wird beispielsweise das Forschungsschiff mithilfe eines weiteren Bodens einen Keller, also eine Art Kielraum, bekommen. Zudem wird in den Escape-Rooms mit Sound- und Lichteffekten gearbeitet. Allgemein spielt in Escape-Rooms Technik eine entscheidende Rolle, wenn beispielsweise Türen sich öffnen, sobald der richtige Knopf gefunden wurde.

Die Türen werden nicht verschlossen

Anders als bei anderen Anbietern werden die Ausgangstüren nicht verschlossen. Teilnehmer können jederzeit den Raum verlassen, das Spiel abbrechen. "Wir haben die Erfahrung gemacht, dass es manchen Angst macht, wenn sie in einem Raum eingeschlossen werden", sagt Meisner. Identisch ist, dass die Besuchergruppen per Videokamera bei dem rund 60-minütigen Spiel überwacht werden. "Damit sehen wir, ob die Teilnehmer bei einer Aufgabe nicht weiterkommen, notfalls einen Schubser in die richtige Richtung brauchen", sagt Schöne. Das übernehmen die Mitarbeiter der Gründer. 15 Mitarbeiter sind aktuell in Osnabrück beschäftigt, zehn weitere folgen mit der Eröffnung des Standorts in Lingen. 

60 Minuten haben die Besucher Zeit, die Rätsel zu lösen. Foto: Karsten Grosser


"Es gibt eine Eins-zu-Eins-Betreuung", sagt Schöne. Jede Gruppe bekommt einen Spielleiter an die Hand. Gespielt werden können die Rätsel als Duo, oder als Gruppe bis zu sieben Personen. In Osnabrück haben Schöne und Meisner die Erfahrung gemacht, dass Escape-Rooms gerade bei Menschen zwischen 25 und 40 Jahren beliebt ist.  Schöne: "Wir hatten aber schon einen Kunden, der seinen 70. Geburtstag bei uns gefeiert hat." Jugendliche hätten sie seltener als Kunden, vermutlich wegen des Eintrittspreises. Ein Zweierteam bezahlt 80 Euro für eine Stunde, pro Person also 40 Euro. Je größer die Gruppe ist, desto günstiger wird es. Sieben Personen bezahlen zusammen 140 Euro (20 Euro pro Person). Eine Altersbeschränkung gibt es bei Room Fox nicht. "Auch sechsjährige Kinder können mit ihren Eltern rätseln, ab elf Jahren dann auch alleine, wir haben ja kein Gruselkabinett", sagt Meisner.


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