Themenwoche im Radio Lingener Arbeitskreis plant Aktionen gegen Gewalt an Frauen

An der Wand des SKM-Gebäudes an der Lindenstraße in Lingen wird für ein Nein zu häuslicher Gewalt geworben. Foto: Sven LampeAn der Wand des SKM-Gebäudes an der Lindenstraße in Lingen wird für ein Nein zu häuslicher Gewalt geworben. Foto: Sven Lampe

Lingen. Die Zahlen sind alarmierend. Laut "Terre des Femmes" ist jede vierte Frau in Deutschland ist Opfer von körperlicher oder sexueller Gewalt. Daher startet der "Arbeitskreis häusliche Gewalt" in Lingen auch in diesem Jahr wieder eine Aktionswoche zu diesem Thema.

"Der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen, der seit 1999 immer am 25. November begangen wird, ist für uns Anlass, das Thema immer rund um dieses Datum in den Fokus zu rücken", erklärt Angelika Roloefs, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Lingen in einem Pressegespräch. Sie gehört zum Arbeitskreis ebenso wie Marions Risse und Monika Olthaus-Göbel vom Sozialdienst Katholischer Frauen (SKF), Hiltrud Frese von der Polizei sowie vom Sozialdienst Katholischer Männer (SKM) Michael Lammel und Nils Freckmann (Täter-Opfer-Ausgleich) und Melanie Hermes und Nick Löffel (Täterberatung Häusliche Gewalt).


Auch beim SKF in Lingen weist ein Plakat auf die Aktion gegen häusliche Gewalt hin. Foto: Sven Lampe


Neue E-Mail-Adresse

Die Aktionen haben in diesem Jahr bereits am Montag, 19. November, begonnen. An diesem Tag wurde an den  Gebäuden des SKM und des SKF jeweils ein sechs mal fünf Meter großes Plakat angebracht. Es zeigt eine Frau, deren Ausdruck von Traurigkeit und Resignation geprägt ist. Der Satz "Nein zu häuslicher Gewalt " drückt damit gleichzeitig das Ziel des Arbeitskreises aus. Parallel zu den Plakaten wird am selben Tag auf der LED- Werbewand vor der Emslandarena ebenfalls dieses Motiv zu sehen sein. "Hier sind wird von der Emslandarena und von Fotogen sehr gut unterstützt worden", betonte Monika Olthaus-Göbel, die sich besonders darüber freute, dass  dort bis Ende des Jahres  das Anliegen des Arbeitskreises unterstützt wird. Auf den Plakaten wird auch gleichzeitig eine neue E-Mail-Adresse, die für den gesamten Arbeitskreis gilt, gezeigt. Unter info@arbeitskreiskreis-häusliche-gewalt.de sind alle Mitglieder des Arbeiskreises zu erreichen. "Hier gibt es keine automatische Antwort. Jeder, der sich an uns wendet, erhält auch eine persönliche Nachricht", betont Michael Lammel. Dieses Angebot solle keine Online-Beratung sein, aber jeder aus dem Team weiß, wer für welches Anliegen der beste Ansprechpartner ist und kann so schon mal  im ersten Schritt weiterhelfen.  "Außerdem ist die Hemmschwelle, eine Mail zu verfassen  vielleicht nicht  so groß wie ein Telefonat oder der persönliche Kontakt", ergänzt Lammel.


Zum Arbeitskreis Häusliche Gewalt gehören (von links) Marion Risse, Monika Olthaus-Göbel (beide SKF), Michael Lammel (SKM), Hiltrud Frese (Polizei) und Angelika Roloefs (Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Lingen). Foto: Caroline Theiling


Fahne wird Freitag gehisst                   

Da der Gedenktag in diesem Jahr auf einen Sonntag fällt, werde die Fahne mit dem Bekenntnis "Nein zu Gewalt an Frauen"  bereits am Freitag, 23. November, um 9 Uhr vor dem Rathaus gehisst. In diesem Jahr lautet das Schwerpunktthema „Mädchenkampagne“.  Das Gleichstellungsbüro und der Arbeitskreis Häusliche Gewalt bitten alle Unterstützer der Aktion, sich auf dem Rathausvorplatz an den Fahnenmasten zu versammeln.  

Wochenserie im Hörfunk

Anschließend wird der Arbeitskreis bei der Ems-Vechte-Welle im Mittagstalk zu Gast sein. Ab dem folgenden Montag werden sich dann bei dem Radiosender  in einer Wochenserie die einzelnen Institutionen des Arbeitskreises vorstellen.

Film im Centralkino

Im Centralkino wird am Mittwoch, 28. November, um 20 Uhr, der Film "Unter aller Augen" gezeigt. Darin geht es um die  Lebenswelt von Frauen, die  Gewalt ausgesetzt waren und die sich frei gekämpft haben.  Sie haben Initiative ergriffen, sich trotz großer Gefahr zur Wehr gesetzt. Aber es geht auch um die Strukturen, die dahinter stecken.

Informationen für angehende Erzieherinnen

Die Fachschule Franziskus ist am letzten Freitag im November Ziel des Arbeitskreises. Hier möchte das Team in Kleingruppen die angehenden Erzieherinnen  über ihre Einrichtungen informieren  und senibilisieren für das Thema Häusliche Gewalt.






     


Internationaler Gedenktag

Dieser Gedenktag geht zurück auf die Ermordung der drei Schwestern Mirabal, die am 25. November 1960 in der Dominikanischen Republik vom militärischen Geheimdienst nach monatelanger Folter getötet wurden. Sie waren im Untergrund tätig und hatten sich an Aktivitäten gegen den tyrannischen Diktator Trujillo beteiligt.

Der Mut der Mirabal-Schwestern bei ihrem Kampf gegen den Tyrannen gilt inzwischen als Symbol für Frauen weltweit, die nötige Kraft für das Eintreten gegen jegliches Unrecht zu entwickeln.

1981 wird der 25. November ein internationaler Gedenktag: Auf einem Treffen lateinamerikanischer und karibischer Feministinnen in Bogotá in Kolumbien würdigten die Teilnehmerinnen diese Frauen und riefen das Todesdatum der drei Frauen zum Gedenktag für die Opfer von Gewalt an Frauen und Mädchen aus. Seit 1999 ist der 25. November auch von den Vereinten Nationen als offizieller internationaler Gedenktag anerkannt.

Terre des Femmes sieht sich als Teil dieser Bewegung. Daher wurde für Deutschland eine Fahnenaktion entwickelt. Diese wurde 2001 erstmals bundesweit von zahlreichen Frauenbeauftragten und vielen anderen Verbänden aufgegriffen und mitgetragen.

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