Früherer Oberbürgermeister Zum Tod von Bernd Neuhaus: In vielfältiger Weise um Lingen verdient gemacht

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Im Alter von 85 Jahren ist der frühere Lingener Oberbürgermeister Bernhard Neuhaus am 5. November 2018 gestorben. Foto: Ludger JungeblutIm Alter von 85 Jahren ist der frühere Lingener Oberbürgermeister Bernhard Neuhaus am 5. November 2018 gestorben. Foto: Ludger Jungeblut

Lingen. Der frühere Oberbürgermeister Bernhard Neuhaus hat sich in vielfältiger Weise um seine Heimatstadt verdient gemacht. Am 5. November 2018 ist er im Alter von 85 Jahren gestorben.

Als der Lingener am 26. März 1933 im Haus Markt Nr. 24 das Licht der Welt erblickte, hieß es, dass er mit dem Gesicht zum Rathaus geboren worden sei. "Mein Spielplatz war der Marktplatz", erinnerte er sich im Jahr 2013 in einem Gespräch mit der Redaktion. "Ich beobachtete, wenn die Herren des Stadtrates die Treppen zum historischen Rathaus hinaufstiegen, um darin zu tagen. Da dachte ich mir: Zu denen möchtest du auch einmal gehören." 

Der Uhrmacher- und Optikermeister machte seinen Kindheitstraum wahr. Der Katholik übernahm schon 1961 als JU-Kreisvorsitzender und ab 1963 als CDU-Stadtverbandsvorsitzender politische  Verantwortung. Von 1969 bis 2000 gehörte er dem Stadtrat an. In den Jahren 1988 bis 1995 repräsentierte Neuhaus als Oberbürgermeister die Stadt. Dass er gerade in dieser Zeit, die durch die Wiedervereinigung geprägt war, dieses Amt bekleiden konnte, war für Neuhaus, der immer in geschichtlichen Zusammenhängen dachte, ein Glücksfall. Er setzte sich für den Aufbau der Städtepartnerschaften mit Marienberg in Sachsen und mit Bielawa (Polen), dem früheren Langenbielau, ein. Ein Herzensanliegen war ihm zudem die Unterstützung der Ukrainehilfe. Zudem zählte er zu den Gründungsmitgliedern des Fördervereins der Kivelinge und übernahm den zweiten Vorsitz.

Einsatz für die Erinnerungsarbeit und die Versöhnung

 Bernhard Neuhaus war, nicht nur bei der Wahrnehmung seiner politischen Ämter, ein überzeugter und wirkungsvoller Unterstützer des Forums Juden–Christen. Denn er identifizierte sich immer mit der Idee von der Verantwortung der Deutschen für den Holocaust und Hitlers Terror-Herrschaft. Geprägt war er in dieser Haltung vom persönlichen Erleben und nicht minder von seinen rechtschaffenen Eltern. Mit der ihm eigenen Vehemenz setzte er sich Ende der 70-er Jahre und dann besonders Anfang der 80-er Jahre umfassend und an der Seite des Arbeitskreises Judentum-Christentum für die Erinnerungsarbeit und für die Versöhnung mit den Überlebenden ein. 

 Für die von ihm mitgeschaffene Erinnerungskultur stehen der wiederhergerichtete jüdische Friedhof an der Weidestraße und der Gedenkort Jüdische Schule, für dessen Bau und Einrichtung er nicht nur geworben, sondern gekämpft hat – als   Mensch, als Politiker und als langjähriger stellvertretender Vorsitzender des Forums. 

Obwohl ihm seine angeschlagene Gesundheit in den vergangenen Jahren schwer zu schaffen machte, wird  Bernhard Neuhaus den Bürgern als zutiefst lebensbejahender Mensch, der das Herz auf dem rechten Fleck hatte, in Erinnerung bleiben. Der Verstorbene wird am Montag, 12. November, um 14.30 Uhr auf dem Neuen Friedhof in Lingen zu Grabe getragen. 


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