Mit Kettcar durch den Club Indie-Rock-Band aus Hamburg voller Spielfreude in Lingen

Von Matthias Becker

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Kettcar-Sänger Marcus Wiebusch spielte vor rund 600 Gäste im Rahmen eines Club-Konzertes in der Emslandarena in Lingen. Foto: Mathhias BeckerKettcar-Sänger Marcus Wiebusch spielte vor rund 600 Gäste im Rahmen eines Club-Konzertes in der Emslandarena in Lingen. Foto: Mathhias Becker

Lingen. Nach fünf Jahren steht die Band Kettcar wieder auf der Bühne. Nachdem sich die Hamburger Jungs 2013 eine Ruhepause gegönnt haben, präsentierten sie sich am Donnerstagabend in der Emslandarena in Lingen voller Spielfreude. Rund 600 Fans genossen die Fahrt mit Kettcar durch den Club.

Rein optisch stehen fünf Langzeitstudenten vor der großen LED-Leinwand. Die Indie-Band rund um Sänger Marcus Wiebusch legt mit „Trostbrücke Süd“ los. Das Lied aus dem aktuellem Album „Ich vs. Wir“ punktet mit Breitwandinstrumentierung und lässt die Gäste den Refrain „Wenn du das Radio ausmachst, wird die scheiß Musik auch nicht besser“ lautstark mitsingen. Und es folgen weitere 19 Lieder über Sehnsüchte, Schattenseiten und die Stadt Hamburg. 

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Zwischen den Songs weiß auch Bassist Reimer Bustorff zu unterhalten. „Nachdem ich hier um 12 Uhr ein Bier auf dem Marktplatz getrunken habe, habe ich gehört, dass nebenan in den Emslandhallen die Kuh Elsa für 100.000 Euro versteigert wurde – hier scheint echt Geld zu sein“, wundert sich Bustorff und läutet mit „Money left to burn“ die nächste Runde ein.

Liebeslieder machen Gänsehaut

Gleich zwei Balladen folgen mit „48 Stunden“ und „Balu“. Wie Wiebusch erklärt, hat ihn sein Freund und Musiker Thees Uhlmann darauf hingewiesen, dass zwei Liebeslieder im Set, gleich hintereinander gespielt, nicht gehen. Doch der Kettcar-Sänger ist anderer Meinung, denn „die Songs kommen aus dem gleichen Herzen“. So steht er bei „Balu“ mit der Westerngitarre vor einem Sternenhimmel und wird nur von Pianoklängen begleitet – da ist sie wieder, die Gänsehaut.

Üppige Leinwand

„Kommen wir zu etwas völlig anderem, das hält man ja im Kopf nicht aus“, so Wiebusch, der mit „Benzin und Kartoffelchips“ nun wieder zeigt, wie die Band rocken kann. Kleiner Junge, Verlust, Freundschaft und der Blick aufs Meer, die Story des Songs wird im Hintergrund als Musikvideo abgespielt. Das bringt Atmosphäre und Abwechslung, die üppige Leinwand macht sich bezahlt.

Große Begeisterung

Auch der Kurzfilm des Songs „Der Tag wird kommen“ untermalt den Liveauftritt. „Es geht um Fußball, Homophobie und Arschlöcher“, so der Frontmann der Indie-Rock-Band, der die Fans animiert, die Hände in die Luft zu strecken. Das Stück über einen schwulen Profifußballer brilliert mit treibenden Beats und Sprechgesang, die Begeisterung in der Emslandarena ist mehr als groß.

Zugaben

Drei Zugaben, „Ich danke der Academy“, „Kein Außen mehr“ und die Hymne „Landungsbrücken raus“, runden die emotionsgeladenen eineinhalb Stunden ab. „Wir haben auch noch Bock“, erklärt Wiebusch, der noch einmal zurück auf die Bühne kommt. Über das letzte Lied des Abends, „Den Revolver entsichern“, sagt er: „Dieser Song hat für uns die meiste Bedeutung auf unserem aktuellen Album!“ Viel zu schnell ging das Club-Konzert zu Ende, doch eine Botschaft bleibt: „Mach immer, was dein Herz dir sagt!“


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