EWE Netz zieht erste Bilanz 123 Kommunen sind am Netz beteiligt

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Alle blau hinterlegten Kommunen sind aktuell an der EWE Netz beteiligt, alle grau schraffierten hätten die Möglichkeit gehabt. Mit der Resonanz sind EWE-Chef Stefan Dohler (von links), die KNN-Geschäftsführer Petra Lausch und Markus Honnigfort sowie Torsten Maus, Vorsitzender der Geschäftsführung der EWE Netz GmbH, zufrieden. Foto: EWEAlle blau hinterlegten Kommunen sind aktuell an der EWE Netz beteiligt, alle grau schraffierten hätten die Möglichkeit gehabt. Mit der Resonanz sind EWE-Chef Stefan Dohler (von links), die KNN-Geschäftsführer Petra Lausch und Markus Honnigfort sowie Torsten Maus, Vorsitzender der Geschäftsführung der EWE Netz GmbH, zufrieden. Foto: EWE

Oldenburg. Kommunen als Teil des Netzbetreibers? Die EWE Netz, ein Tochterunternehmen der EWE AG, hatte 2013 Kommunen erstmal die Möglichkeit gegeben, sich zu beteiligen. Heute liegen 4,1 Prozent des Unternehmens in kommunaler Hand. Auch Gemeinden im nördlichen und mittleren Emsland sind dabei.

Gemeinden im nördlichen und mittleren Emsland reden mit, wenn es im Gebiet des Netzbetreibers EWE Netz unter anderem um den Anschluss der Verbrauchsstellen an das Strom- und Gasnetz, die Instandhaltung der Netze und die Netzstabilität geht. Denn sie haben sich fast alle entschieden, das Angebot der EWE zu nutzen und sich am regionalen Netzbetreiber - dem 207.000 Kilometer Strom-, Erdgas- und Telekommunikationsnetze gehören - zu beteiligen.

Natürlich hätten es mehr sein können als die letztlich insgesamt 123 Kommunen im Raum Weser-Ems-Elbe, die nun nach der dritten Beteiligungsrunde einen Anteil an der EWE Netz halten. Immerhin umfasst das Gebiet des Oldenburger Netzbetreibers insgesamt 268, die sich hätten beteiligen können. Mit der Resonanz nach fünf Jahren ist jedoch sowohl Torsten Maus, Vorsitzender der Geschäftsführung der EWE Netz GmbH, als auch EWE-Chef Stefan Dohler zufrieden. "Für uns war das Angebot an die Kommunen kein Weg, um Geld einzusammeln, sondern um als Netzbetreiber einen engeren Austausch zu bekommen", sagt Dohler. In früheren Jahren habe man zu viel Abstand zu den Kommunen gehabt, gab Maus selbstkritisch zu. Man wolle Partner sein und die Energiewende vor Ort gemeinsam vorantreiben.

Informationen aus erster Hand größte Motivation

Dieser Austausch und die Informationen aus erster Hand seien auch für die Kommunen vor allem der Grund, sich zu beteiligen, sagt Petra Lausch, Bürgermeisterin der Gemeinde Edewecht und Geschäftsführerin der Kommunalen Netzbeteiligung Nordwest (KNN), in der die Anteile der Kommunen gebündelt sind. Das ist für sie und auch Markus Honnigfort, ebenfalls Geschäftsführer der KNN und Bürgermeister der Stadt Haren, ein Grund, warum sich mit 64 die meisten für eine Mindestbeteiligung von 10.000 Euro entschieden haben.

Das gilt auch für die "Neuen", die in diesem Jahr hinzugekommen sind: Von den 41 haben 30 diesen Schritt gewählt, der den Informationsfluss bereits sichert. Zum Vergleich: Nur insgesamt zehn Kommunen haben die Höchstbeteiligung gewählt. Welche Stadt und Gemeinde sich in welcher Höhe beteiligen kann, richtet sich nach der Zahl ihrer Einwohner, der Fläche und der Anzahl der mit EWE bestehenden Netzbetriebsverhältnisse.

Die garantierte Rendite, die die Investition bringt, sei "erfreulich und gut für den Haushalt, aber die Informationen sind die höchste Motivation", ist sich Lausch sicher. 2016 hatte die EWE Netz knapp zwei Millionen ausgeschüttet. Dass sich einige Kommunen nicht beteiligen, hat für Lausch unterschiedliche Gründe: "Einige sind in der Haushaltssicherung und dürfen nicht. Andere haben zu viele eigene Investitionen geplant oder einfach kein Interesse."

Keine weiteren Anteilseigner gesucht

Damit bleibt es vorerst bei einem Anteil von 4,1 Prozent und einem Kapital in Höhe von 77,5 Millionen Euro, die die Kommunen an der EWE Netz halten. "Rechnerisch ist jeder Einwohner somit mit 57 Euro beteiligt", rechnet Maus vor. Eine neue Beteiligungsrunde wird es vorerst nicht geben. 2028, wenn auch die garantierte Rendite für die Kommunen ausläuft, sieht man weiter. Über die KNN werden aktuell rund 67 Prozent der Einwohner und 65 Prozent der Fläche der mit dem Netzbeteiligungsmodell adressierten Kommunen erreicht.

Insgesamt 25,1 Prozent des Tochterunternehmens hätte EWE aus der Hand gegeben - wenn alle Kommunen sich für die Höchstbeteiligung entschieden hätten. Für die Differenz ist EWE-Chef Stefan Dohler jedoch nicht auf der Suche nach alternativen Anteilseignern. 


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