Vorübergehende Anpassung an Markt Kurzarbeit in Lingener Dralon-Werk wegen US-Sanktionen

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Mehr als die Hälfte der rund 200 Beschäftigten des Lingener Dralon-Werks befinden sich in Kurzarbeit. Foto: Richard HeskampMehr als die Hälfte der rund 200 Beschäftigten des Lingener Dralon-Werks befinden sich in Kurzarbeit. Foto: Richard Heskamp

Lingen. Mehr als die Hälfte der rund 200 Beschäftigten des Lingener Dralon-Werkes befinden sich seit 6. November in Kurzarbeit. Als Hauptgrund nennt Geschäftsführer Dieter Heinkes die US-Sanktionen gegen die Türkei und den Iran.

"Der Iran und die Türkei sind für Dralon ein wichtiger Markt", erklärte Heinkes auf Nachfrage unserer Redaktion. Aus dem Werk Dormagen würde Dralon dorthin Fasern zur Teppichherstellung und aus dem Werk Lingen Fasern zur Textilproduktion dorthin liefern. "Durch die Sanktionen von Herrn Trump sind in diesen Ländern nun die Devisen knapp", sagte Heinkes. Dies führe dazu, dass die dortigen Geschäftspartner von Dralon derzeit Lieferungen nicht bezahlen könnten.

Heinkes: Keine langfristigen Folgen

Hinzu kommen laut Heinkes die aktuell sehr hohen Rohstoffpreise für die Faserproduktion. "Wir können aber nicht teuer auf Halde produzieren", begründete Heinkes, warum in Lingen seit Dienstag die Produktion ruht. Von langfristigen Folgen für Dralon geht Heinkes jedoch nicht aus. "Alle geplanten Investitionen und Projekte laufen weiter", versicherte der Dralon-Geschäftsführer unserer Redaktion.

Bis Ende November

Bis Ende November soll die Kurzarbeit noch andauern. "Ein Teil der Produktionsmitarbeiter ist bis dahin mit Reinigungsarbeiten beschäftigt", erklärte Heinkes. Auch die Werksfeuerwehr sei einsatzfähig. Das Mittel der Kurzarbeit einzusetzen, sei dem Unternehmen nicht leicht gefallen. Heinkes bezeichnete die Kurzarbeitsphase als vorübergehende Zeit der Anpassung an den Markt. "Danach werden wir wieder vernünftig produzieren", erklärte er.


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