Projektteam arbeitet seit zwei Jahren Rückbau des Kernkraftwerkes Emsland bis Ende 2037 geplant

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2022 wird das Kernkraftwerk Emsland vom Netz genommen. Danach beginnt der Rückbau der Anlage. Foto: Carsten van Bevern2022 wird das Kernkraftwerk Emsland vom Netz genommen. Danach beginnt der Rückbau der Anlage. Foto: Carsten van Bevern

Lingen. Am 31. Dezember 2022 wird das Kernkraftwerk Emsland (KKE) in Lingen endgültig vom Netz gehen. Über den Stand der Planungen zum folgenden Rückbau hat Kraftwerksleiter Wolfgang Kahlert jetzt den Umweltausschuss der Stadt informiert.

Bis Ende 2037 soll das KKE laut Kahlert zurückgebaut und aus den Bestimmungen des Atomgesetzes herausgefallen sein. Doch bis dahin liegt noch viel Arbeit vor dem Betreiber RWE. "Ein sicherer Rückbau geht nur mit einem guten Konzept", erklärte Kahlert. An dessen Entwicklung arbeite ein Projektteam bereits seit zwei Jahren. "Wir wollen den Rückbauprozess nach industriellen Produktionsstandards gestalten", sagte der Kraftwerksleiter. Direkt 2023 solle der Rückbau beginnen. Die Brennstofffreiheit des Reaktors sei für 2027 geplant, die Wasserfreiheit für 2029.

Zusätzliche Puffer- und Lagerkapazitäten notwendig

Ein Problem sprach Kahlert offen an: Die Inbetriebnahme des Schachtes Konrad, der als Endlager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle vorgesehen ist, verzögert sich bis 2027. "Damit steht er als vorgesehenes Entsorgungsziel für die radioaktiven Abfälle aus dem Rückbau des KKE entgegen bisheriger Planungen nicht zeitgerecht zur Verfügung", sagte Kahlert. Dies mache beim KKE zusätzliche Puffer- und Lagerkapazitäten für die Abfalllogistik erforderlich.

Keine Sozialpläne notwendig

Auf Nachfrage von CDU-Ratsherr Werner Hartke erklärte Kahlert, dass nach 2022 weniger Personal für den Rückbau als heute für den Betrieb benötigt würde. "Aber es gibt dann eine Reihe neuer Aufgaben, welche die Kollegen, wenn sie denn wollen, übernehmen können." Auch die Altersstruktur der Belegschaft komme RWE entgegen. Viele Beschäftigte könnten in Rente gehen. "Es ist klar erkennbar, dass wir keine Sozialpläne machen müssen", versicherte der Kraftwerksleiter.

Rückbau des alten Kernkraftwerks Lingen

Zum Stand des Rückbaus des alten Kernkraftwerks Lingen (KWL) erklärte Kahlert, dass sich dieses nach der Außerbetriebnahme 1977 von 1988 bis 2013 im sicheren Einschluss befunden habe. Zwischen 1993 und 1996 sei das Maschinenhaus abgebaut worden. Seit 2016 laufe nun der Abbau der Restanlage. Im April 2018 sei mit dem Ausbau der Dampfumformer begonnen worden. Die Zerlegung und weitere Bearbeitung dieser Großkomponenten werde in einer externen Bearbeitungseinrichtung in Schweden erfolgen. Das Ende des Abbaus und die Entlassung aus dem Atomgesetz sei für Ende 2037 geplant.


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