Ab 1. Januar 2019 Neue Gesellschaft übernimmt Zwischenlager am Kernkraftwerk Emsland

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Das Zwischenlager am Kernkraftwerk Emsland wird ab dem 1. Januar 2019 nicht mehr von RWE, sondern von der bundeseigenen Gesellschaft für Zwischenlagerung betrieben. Foto: RWEDas Zwischenlager am Kernkraftwerk Emsland wird ab dem 1. Januar 2019 nicht mehr von RWE, sondern von der bundeseigenen Gesellschaft für Zwischenlagerung betrieben. Foto: RWE

Lingen. Die bundeseigene Gesellschaft für Zwischenlagerung übernimmt ab dem 1. Januar 2019 das derzeit noch in Verantwortung des Kraftwerksbetreibers RWE stehende Zwischenlager am Kernkraftwerk Emsland (KKE). Darüber haben Vertreter der BGZ und des KKE jetzt den Lingener Umweltausschuss informiert.

Burghard Rosen, Leiter Presse und Standortkommunikation der BGZ, erklärte, die Übernahme erfolge aufgrund des Gesetzes zur Neuordnung der Verantwortung in der kerntechnischen Entsorgung. Danach lägen Zwischen- und Endlagerung künftig in der Hand des Staates. Die Betreiber der Kernkraftwerke blieben zuständig für Stilllegung, Rückbau und fachgerechte Verpackung der radioaktiven Abfälle. Die Finanzierung der BGZ erfolge durch Zahlungen der Energieversorger in einen Fonds. Laut Wolfgang Kahlert, Leiter des KKE, habe RWE alleine für dieses Kraftwerk 1,6 Milliarden Euro dort eingezahlt.

Personal wird an BGZ übertragen

"In dem 125 Castoren fassenden Zwischenlager Lingen sind aktuell 47 dieser Behälter eingelagert", erklärte Rosen. Bis zur endgültigen Entnahme der letzten Brennelemente aus dem KKE nach der Stilllegung rechnete er mit etwa 85 Castoren. Ziel sei es, das Zwischenlager in Lingen nach dem Rückbau des KKE autark zu betreiben. Bei der Übernahme des Zwischenlagers sei Kontinuität gewährleistet. "Das qualifizierte Personal wird im Rahmen des Betriebsübergangs an die BGZ übertragen", sagte Rosen. KKE-Leiter Kahlert erklärte, dass die Stellen ausgeschrieben und die des Führungspersonals bereits besetzt seien. Zudem sei das Zwischenlager auf dem Stand von Wissenschaft und Technik. "Da gibt es keine offenen Punkte", sagte Kahlert.

Verlängerung der Betriebsgenehmigung beantragen

Rosen versicherte, dass in Lingen definitiv nur radioaktiver Abfall aus dem KKE zwischengelagert werde. Dieser solle so lange vor Ort bleiben, bis ein zentrales nationales Endlager in Betrieb gehe. Dies solle um das Jahr 2050 der Fall sein. Die Betriebsgenehmigung des 2002 erstmals genutzten Zwischenlagers in Lingen gelte jedoch nur bis 2042. "Die Dauer der Aufbewahrung für Transport- und Lagerbehälter ist auf 40 Jahre begrenzt. In diesem Zeitraum kann eine Räumung nicht gewährleistet werden", gab Rosen zu. Daher werde die BGZ wohl Mitte der 2030er-Jahre einen Antrag auf Verlängerung der Betriebsgenehmigung stellen, über den dann der Deutsche Bundestag entscheiden müsse.

Dialogabend für Bürger am 14. November

Rosen versprach, die BGZ werde aktiv und transparent kommunizieren und informieren. So finde am Mittwoch, 14. November, um 19 Uhr in der Halle IV, Kaiserstraße 10a in Lingen, ein Dialogabend für Bürger statt. Dort wolle die BGZ umfassend über den Betreiberwechsel des Zwischenlagers informieren. Fachleute der BGZ würden zur Verfügung stehen, um über die sichere Zwischenlagerung hachradioaktiver Abfälle zu diskutieren.


 


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