Frage im Umweltausschuss Lingener Kernkraftwerk als Industriedenkmal nutzen?

Meine Nachrichten

Um das Thema Lingen Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Das Kernkraftwerk Lingen, das Bild zeigt es Ende der 1960er-Jahre, befindet sich im Rückbau. Sollte seine Reaktorkuppel oder die des Kernkraftwerkes Emsland als Industriedenkmal erhalten bleiben? Foto: Stadtarchiv LingenDas Kernkraftwerk Lingen, das Bild zeigt es Ende der 1960er-Jahre, befindet sich im Rückbau. Sollte seine Reaktorkuppel oder die des Kernkraftwerkes Emsland als Industriedenkmal erhalten bleiben? Foto: Stadtarchiv Lingen

Lingen. Könnte eine der Reaktorkuppeln der beiden Lingener Kernkraftwerke nach dem Rückbau als Industriedenkmal stehen bleiben? Diese Frage stellte Ratsherr Marc Riße (Bürgernahe) in der jüngsten Sitzung des Umweltausschusses der Stadt Lingen.

Als das Kernkraftwerk Lingen (KWL) am 1. Oktober 1968 seinen Betrieb aufnahm, war es eines der ersten kommerziell genutzten Atomkraftwerke in Deutschland. Am 5. Januar 1977 wurde es nach einem Schaden im Dampfumformersystem stillgelegt. Nach Jahren des sicheren Einschlusses befindet es sich derzeit im Rückbau. Dieser soll 2025 endgültig abgeschlossen sein. Die Laufzeit des noch im Betrieb befindlichen Kernkraftwerkes Emsland (KKE) endet am 31. Dezember 2022. Damit wird es gemeinsam mit den Reaktoren Neckarwestheim 2 und Isar 2 das am längsten Strom produzierende Kernkraftwerk in Deutschland sein.

Geschichte der Kernenergie beginnt und endet in Lingen

Die Geschichte kommerzieller Nutzung der Kernenergie in Deutschland hat in Lingen begonnen und wird hier enden", sagte Marc Riße. Da wäre es schade, kein Andenken an die Kernkraft zu haben. Wolfgang Kahlert, Leiter des KKE, erklärte, dass die Gebäude der Kraftwerke nicht zwingend abgerissen werden müssten. Wenn diese nach dem Rückbau nicht mehr den Bestimmungen des Atomgesetzes unterliegen würden, sei auch eine andere Nutzung denkbar.


"Ob das Kernkraftwerk Emsland, nachdem es im Jahr 2022 vom Netz gegangen ist, als Industriedenkmal erhalten werden kann, muss von den jeweiligen Genehmigungsbehörden geprüft werden. Aus Sicht der Stadt Lingen steht dies momentan aber nicht zur Entscheidung an", teilte die Verwaltung auf Nachfrage unserer Redaktion schriftlich mit. Auch RWE beschäftigt sich mit dem derzeit Thema nicht:  „Diese Gedanken gab es bei uns bisher nicht und wir gehen davon aus, dass wir diese Flächen zu einem späteren Zeitpunkt anderweitig nutzen werden“, sagte Wolfgang Kahlert, Leiter des KKE, auf Nachfrage unserer Redaktion.






Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN