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Niedersachsen bekommen Zuschlag "Super-Kalb" in Lingen für 100.000 Euro versteigert

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Auf einem "roten Teppich" aus eingefärbten Sägespänen, die im Licht pink erscheinen, wurde das Kalb "SHA Guave" bei der Auktion den Bietern präsentiert. Foto: Nina KleemannAuf einem "roten Teppich" aus eingefärbten Sägespänen, die im Licht pink erscheinen, wurde das Kalb "SHA Guave" bei der Auktion den Bietern präsentiert. Foto: Nina Kleemann

Lingen. Eine tierische Schönheit ist am Mittwoch in den Emslandhallen in Lingen zu sehen gewesen. Bei der Auktion von der Zuchtorganisation Masterrind wurde ein "Super-Kalb" versteigert. Für 100.000 Euro wurde "SHA Guave" versteigert.

Für gewöhnlich kosten Kälber rund 500 Euro. Doch laut der Genossenschaft Masterrind ist das drei Monate alte Holsteinrind "SHA Guave" mehr als das. Sie ist die "höchste getestete Benz-Tochter der Welt". Bedeutet: Das Kalb ist nicht irgendein Rindvieh, sondern eine Tochter des Bullen „Benz“, der hohe Zuchtwerte aufweist. Der Relativ-Zuchtwert-Gesamt aus Deutschland (gRZG) und der amerikanische Zuchtwert (GTPI) sind entscheidend, um als Züchter einen möglichst hohen Preis erzielen zu können.

Erbanlagen versprechen hohe Milchleistung

Der amerikanische Zuchtwert des schwarzbunten Holsteinrind "SHA Guave" beträgt 2.876, der Relativ-Zuchtwert-Gesamt 171. Das heißt, dass die Erbanlagen des Tieres aus Grolitzsch (Sachsen) eine hohe Milchleistung und lange Lebensdauer des Tieres versprechen. Außerdem sagen diese Werte etwas über die Fruchtbarkeit, den Körperbau und die Gesundheitsmerkmale der Kuh aus, sagt Kirsten Otto von der Zuchtorganisation. "Das Kalb ist das höchste Tier auf GTPI-Basis, das jemals in Europa bei einer Auktion angeboten wurde."



"Dieses hellgezeichnete, typvolle Kuhkalb führt die Weltelite der genomischen Szene an", heißt es weiter. Ein Tier, mit "diesen exorbitanten amerikanischen und deutschen Zuchtwerten" sei erstmalig auf einer Auktion verkauft worden. (Weiterlesen: In Lingen kommt das "Super-Kalb" unter den Hammer)

120.000 Euro in Verden

Insgesamt 100.000 Euro war das drei Züchtern aus Niedersachsen wert, als das Kalb auf einer Art Laufsteg, ausgelegt mit roten Holzspänen, präsentiert wurde. Sie bekamen den Zuschlag. Was ist das für ein Gefühl für den Züchter? "Im ersten Augenblick Freude", sagte der Mann der Genossenschaft Masterrind. Eine gewisse Erwartung habe er gehabt, diese sei aber bei weitem übertroffen worden. "Dass das Tier ein sehr gutes Tier ist, das war uns schon klar, aber dass sie 100.000 Euro einbringt, das wussten wir vorher nicht."

Es ist das zweite Mal, dass Masterrind ein Kalb im sechsstelligen Bereich versteigert hat. Zwar ist es nicht ungewöhnlich, dass bei einer Tierauktion auch mal höhere Summen bezahlt werden. Fünfstellige Beträge sind für Kühe mit ausgewiesen guten Zuchtwerten auf entsprechenden Auktionen nicht die Ausnahme.

21.000 Euro für Embryonen

Doch sechsstellige Beträge sind selten. Zuletzt wurde im Frühjahr 2018 in Verden ein Tier für einen so hohen Betrag versteigert. Das Kalb "WEH Perfection", das dem Kalb aus Lingen sehr ähnlich sieht, war einem Niederländer so viel wert wie ein Luxus-Sportwagen: 120.000 Euro.

"Dieses hellgezeichnete, typvolle Kuhkalb führt die Weltelite der genomischen Szene an", heißt es. Foto: Masterrind


Obwohl „Perfection“ damals von der eigenen Geschlechtsreife noch Monate entfernt war, wurde die Nachkommenschaft des Kalbs bereits vorher vertraglich geregelt. Das Volumen der sogenannten Embryonenverträge war damals ebenfalls rekordverdächtig: Es umfasste 55 000 Euro. Andere Züchter hatten bereits Angebote zwischen 500 und 15.000 Euro für einen einzigen Embryo des Tieres abgegeben. Bei Guave, die nun in Lingen versteigert wurde, gibt es ebenfalls diese Verträge. Schon jetzt umfasst dieser 21.000 Euro. Geld von Zuchtverbänden, die Interesse an den Nachkommen des Tieres haben.

Milchleistung unterschiedlich

Interesse, dann ebenfalls ein Tier zu haben, das eine hohe Milchleistung und lange Lebensdauer hat. Bezüglich der Milchleistung bestehen rassespezifische Unterschiede. "Guave" von der Holstein hat mit etwa 7.800 Kilogramm pro Jahr die höchste Milchleistung, Shorthorns beziehungsweise Ayrshire-Rinder und Brown Swiss liegen bei 6.700 und etwa 6.200 Kilogramm, Guernsey und Jersey erzielen 5.500 beziehungsweise 5.000 Kilogramm. Das meiste Geld nehmen laut Otto die Züchter jedoch nicht mit dem Milchverkauf ein, Kalb "Guave" kann als Geldanlage bezeichnet werden. Als Bullenmutter, die ihre Erbanlage und positiven Eigenschaften weitergibt.

Zukünftige Bullenmütter

Zu der Eliteauktion in den Emslandhallen kamen laut Masterrind Bieter aus ganz Europa. Insgesamt standen 42 Tiere auf der Liste. Die aufgetriebenen Kuhkälber, Jungrinder und abgekalbten Rinder erzielten einen Durchschnittspreis von knapp 8.000 Euro. Für 14.000 Euro wurde das Kalb MS Cidre Kacidre an einen Züchter aus den Niederlanden verkauft. Für 10.000 Euro die Kälber Bingo und RS Pace Carmen. "Auch sie gehören der Elite der genomischen Zuchtwelt an", heißt es seitens des Veranstalters.


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