Breites Spektrum von Theaterspiel Regieprojekte der Lingener Theaterpädagogen

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Wo bleibt mein Geschenk? - Szene aus Phaidras Liebe (Sarah Kane) im Rahmen der „Regieprojekte 2018“ im Lingener Burgtheater. Foto: Peter LöningWo bleibt mein Geschenk? - Szene aus Phaidras Liebe (Sarah Kane) im Rahmen der „Regieprojekte 2018“ im Lingener Burgtheater. Foto: Peter Löning

Lingen. In einem langen Theaterabend haben Lingener Studenten der Theaterpädagogik eigene Regiearbeiten der Öffentlichkeit vorgestellt. Im ausverkauften kleinen Burgtheater konnten die interessierten Zuschauer in einer Folge von insgesamt 17 Beiträgen ein sehr eindrucksvoll gefächertes Spektrum von Theaterspiel erleben.

„Offengestanden – Geschlossen gelogen“ ist der wortspielende Titel, der das Publikum sich auf Überraschungen einstellen lässt. Ein Teil der Ausbildung im Studium der Theaterpädagogik ist das Theaterspielen und auch das Regieführen. Die Studenten des fünften Semesters haben zu diesem Zweck jeweils kurze Szenen aus recht unterschiedlichen Vorlagen auf die Bühne gebracht. Recht unterschiedlich zeigten sich dabei auch die Herangehensweise und das jeweilige Resultat.  

Keine Langeweile

Vielleicht nicht immer in jedem Aspekt ausgereift, entstanden allerdings bemerkenswert fantasievolle und experimentierfreudige Szenen, die mitunter sehr bewegen konnten, teilweise staunen ließen. Sie konnten aber auch verwirren und Rätsel aufgeben. Eines aber war allen 17 Szenen gemeinsam. Langweilig waren sie nicht.

Die Aufgabe für die Studenten lag darin, ein Thema zu wählen, zu recherchieren und zu bearbeiten, es einzustudieren und hier vorzuführen. Im Nachklang steht eine kritische Betrachtung aus, der dann eine Bewertung folgt.

Szenen bekannter Autoren

Es wurden Szenen aus recht unterschiedlichen Werken gewählt. Angeführt von Friedrich Dürrenmatts „Besuch der alten Dame“ und Erich Maria Remarques „Im Westen nichts Neues“ über Namen wie Dario Fo und Arthur Schnitzler bis hin zu Sven Nordqvist mit „Pettersson und Findus“. Viel Zwischenmenschliches wurde dargestellt. Es ging um Sex, um Ehrlichkeit, es ging um Gefühle, um Rollenverständnisse und – hier wurde im Programmheft regelmäßig warnend hingewiesen – um Gewalt in verschiedenster Form. 

Eine letzte Zigarette für den Feind, der nicht sterben will- Im Westen nichts Neues (Erich Maria Remarque) im Rahmen der „Regieprojekte 2018“ im Lingener Burgtheater. Foto: Peter Löning


Gab es hier bedeutungsschwangeres Schweigen oder abstraktes Gestikulieren, so wurde anderenorts der Peiniger von einst sehr drastisch mit Klebeband am Stuhl gefesselt und mit dem Brecheisen bedroht. Es gab Tanz und klassische Musik. Drei Präsidentinnen beschmieren sich in Kisten liegend mit Erde. Und Hippolytos stopft sich grenzwertig mit Süßkram und Chips voll, Phaidras Geburtstagsgeschenk erwartend. Beinahe heimelig wirkt es da, wenn Kater Findus den schlecht gelaunten, griesgrämigen alten Pettersson zu überreden versucht, mit ihm angeln zu gehen… Die Kamera über dem Bett montiert und das Livebild dahinter auf eine Leinwand projiziert, wirkte es sehr eindrücklich, wenn das im Bett liegende Ehepaar seine Beziehung aufarbeitete. 

Insgesamt gab es hier einen recht abwechslungsreichen und auch bereichernden Einblick in die Arbeit der Studenten und einen interessanten langen Theaterabend.


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