Umbau beginnt in Kürze Neuer Glanz für die Lingener Wilhelmshöhe

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In dieser Form soll sich die Wilhelmshöhe in Lingen nach Abschluss der in Kürze startenden Bauarbeiten präsentieren. Visualisierung Taao, Entwurf Architekturbüro KriegerIn dieser Form soll sich die Wilhelmshöhe in Lingen nach Abschluss der in Kürze startenden Bauarbeiten präsentieren. Visualisierung Taao, Entwurf Architekturbüro Krieger

Lingen. Die Wilhelmshöhe in Lingen weist in ihrer langen Geschichte viele Kapitel auf. Der Trägerverein "Wilhelmshöhe Lingen" schreibt nun ein neues: Dank der finanziellen Unterstützung von Eva Essmann, Witwe des Lingener Unternehmers Heinrich Essmann, wird die traditionsreiche Gastronomie nächstes Jahr in neuem Glanz erstrahlen.

Bis Pfingsten 2019 soll die Baumaßnahme abgeschlossen sein. Damit das gelingt, haben alle Akteure zugesagt, an einem Strang zu ziehen. Der Saalbetrieb wird trotz der Umbauarbeiten weitergeführt. 

Ein Wunsch von Heinrich Essmann

Eva Essmann erfüllt damit einen Wunsch ihres im November 2017 verstorbenen Mannes. Ihm sei es eine Herzensangelegenheit gewesen, seinem Elternhaus wieder zum Glanz früherer Jahre zu verhelfen, sagte sie. "Er wollte die alte Terrasse, die nach dem letzten Umbau 1998 überbaut worden war und seitdem von vielen Wilhelmshöhe-Gästen vermisst wurde, wiederherstellen. Wichtig war ihm auch, dass das Gebäude Wilhelmshöhe nach außen ein etwas eleganteres Aussehen bekommt", betonte Eva Essmann.

Zum Hintergrund: Heinrich Essmanns Eltern hatten die Gastronomie Wilhelmshöhe seit 1925 rund 45 Jahre lang geführt und sie dann an Heinrichs Bruder Henning übergeben. Insgesamt erstreckte sich die Ära Essmann auf der Wilhelmshöhe über 50 Jahre.


So sieht das Restaurant Wilhelmshöhe gegenwärtig aus. Foto: Bauunternehmen Hofschröer


Keine zehn Jahre ist es her, da stand fast schon der Abrissbagger vor der großen Eingangstreppe. Vergeblich hatte die Stadt Lingen als Besitzer des damals weitgehend leer stehenden Gebäudes nach einem Pächter und neuen Nutzungskonzept für die Wilhelmshöhe gesucht. Ein Hotelneubau mit gleichzeitigem Abriss des Hauses stand zur Diskussion. Verhindert hat dies der 2009 gegründete Trägerverein um seinen Vorsitzenden Thomas Diepenbrock und weiteren Mitstreitern wie Heinrich Gehring und Hendrik Kampmann. Die Stadt schenkte dem Verein das Haus auf der Wilhelmshöhe. Seitdem ist es dessen Ziel, dieses „Stück Kulturgeschichte“, wie es der Vorstand formulierte, weiter mit Leben zu füllen.

Der Trägerverein sei Eva Essmann zu einem großen Dank verpflichtet, freute sich Thomas Diepenbrock über die finanzielle Zuwendung. Schon ab Mitte November beginnt der Um- und Ausbau der Traditionsgastronomie durch das Lingener Bauunternehmen Hofschröer. „Wir als Verein freuen uns sehr über die Initiative von Eva Essmann. Wir selbst könnten eine solche Maßnahme nicht stemmen", sagte Diepenbrock. Der Verein erhoffe sich von der Investition das, was auch Eva Essmann sich wünsche. "Dass die Wilhelmshöhe in neuem Glanz erstrahlt und das bleibt, was sie war und ist: ein Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens in Lingen.“

Gute Entwicklung

Der Zeitpunkt könnte, so der Vorsitzende des Trägervereins, günstiger kaum sein: Mit den Pächtern Steve Bormann und Marcel Hogenkamp habe sich die Wilhelmshöhe zuletzt sehr gut entwickelt. Eine hohe Auslastung der Festsäle und das erfolgreiche Biergarten-Konzept würden den Erfolg belegen.

Allerdings ist die Immobilie baulich in die Jahre gekommen, eine Modernisierung erscheint dringend erforderlich. Gemeinsam mit dem Lingener Architekten Heinz-Jürgen Krieger haben Eva Essmann und der Verein deshalb Pläne entwickelt, nach denen die bestehende Gastronomie ein helleres und freundlicheres Ambiente erhält. Dafür wird die nach dem letzten Umbau von vielen Gästen vermisste Terrasse wieder errichtet. Ebenso wird die Fassade des Gebäudes baulich aufgewertet. 

Dokumentation in Arbeit

Zu ebener Erde, neben der Freitreppe, entsteht eine weitere gastronomische Fläche, die auch den angrenzenden Biergarten auf kurzem Wege mit frischen Speisen versorgen kann. "Ziel der gesamten Maßnahme ist es, zukünftig dem Pächter neben der Eventgastronomie in den Festsälen auch die bauliche Möglichkeit zu geben, eine Tagesgastronomie anzubieten und so den Kulturpark Wilhelmshöhe insgesamt aufzuwerten und stärker zu beleben", erläuterte Diepenbrock. 

Nach Abschluss des Bauvorhabens wird Eva Essmann die Geschichte der Lingener Wilhelmshöhe unter fachkundiger Leitung von Dr. Andreas Eiynck, Leiter des Emslandmuseums in Lingen, in einem Buch herausbringen.


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