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09.11.2018, 13:37 Uhr ZUR WILHELMSHÖHE IN LINGEN

Kommentar: Ein Stück Stadtgeschichte

Kommentar von Thomas Pertz

Die Wilhelmshöhe in Lingen in einer Abbildung aus lange vergangenen Zeiten. Foto: Stadtarchiv LingenDie Wilhelmshöhe in Lingen in einer Abbildung aus lange vergangenen Zeiten. Foto: Stadtarchiv Lingen

Lingen. Was für ein Geschenk. Eine stattliche Summe stellt Eva Essmann dem Verein „Wilhelmshöhe Lingen“ für das altehrwürdige Gebäude im Herzen der Stadt zur Verfügung - eine beispiellose Geste, mit der die Witwe des Ende 2017 verstorbenen Unternehmers Heinrich Essmann der Geschichte der Wilhelmshöhe ein neues, eigenes Kapitel hinzufügt.

Das 1845 errichtete Haus verkörpert ein Stück Stadtgeschichte. Die Wilhelmshöhe ist identitätsstiftend für die Lingener Bürger, indem sie nicht nur den Rahmen für gesellige Stunden von Bürgerschützen, Kivelingen und Tanzpaaren bei Abschlussbällen schafft. Im Zusammenspiel mit dem nahen Theater ist sie auch ein kulturelles Zentrum. Außerdem war sie häufiger ein Versammlungsort für das politische Ringen um die besten Argumente in der Stadt. 

In den letzten Jahren allerdings hat die Wilhelmshöhe nicht mehr so sehr im Fokus der öffentlichen Wahrnehmung gestanden. Ohne den rührigen Trägerverein stünde es noch schlechter um das Gebäude. Wenn das Team rund um den Vorsitzenden Thomas Diepenbrock nicht gewesen wäre, hätten längst die Abrissbagger unwiederbringlich den Ort zerstört, der in besondere Weise die verschiedenen Strömungen in der Lingener Bürgerschaft zu bündeln weiß. 

Immer wieder hat der Verein nach Pächterwechseln dafür gesorgt, dass das Licht dort nicht ausgeht. Nun sind es sogar Scheinwerfer, die die Wilhelmshöhe wieder in den Mittelpunkt rücken. Eva Essmanns Geschenk ist auch eine Verpflichtung an die Stadt, mit ihren Schätzen sorgsam umzugehen.


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