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Debatte über Form und Standort Kritik: Neue Mensa ist eine „Bretterbude“

Verworfen wurde die erste Planung der Mensa, die Stadtbaurat Georg Lisiecki im Januar vorstellte. Foto: Burkhard MüllerVerworfen wurde die erste Planung der Mensa, die Stadtbaurat Georg Lisiecki im Januar vorstellte. Foto: Burkhard Müller

Lingen. Auch wenn es nur eine Mitteilung seitens der Verwaltung an die Mitglieder des Planungs- und Bauausschusses (PBA) war, so schlugen doch die Wellen bei dieser ersten Sitzung im neuen Jahr hoch. Die Rede ist von der neu zu bauenden „Lunchbox“ (Mensa) auf dem Campus der Hochschule an der Kaiserstraße inLingen.

Von „Bretterbude“ über „Brotkiste“ bis hin zu „Holzkasten“ reichten die Bezeichnungen der PBA-Mitglieder für die neue Mensa. Aber es war nicht nur das äußere Erscheinungsbild dieses rund 1,8 Millionen Euro teuren „Essenstempels“, der Kritik hervorrief. Auch der geplante Standort der Mensa rief keinen Beifall hervor.

Bevor die Ausschussmitglieder ihrem Unmut freien Lauf lassen konnten, hatte Lingens Stadtbaurat Georg Lisiecki erläutert, warum der einst geplante Standort für die neue Mensa innerhalb der Halle IV nicht mehr favorisiert werde.

Eine im Auftrag des Studentenwerkes durchgeführte Machbarkeitsstudie habe ergeben, dass die angestrebten Baukosten in Höhe von1,8 Millionen Euro (Anteil von Stadt und Kreis jeweils 900000 Euro) durch den erheblichen Umbauaufwand nicht eingehalten werden könnten. Darüber hinaus bestünden Probleme für die Be- und Entlüftung sowie gewichtige funktionale Probleme durch die Kreuzung von Fluchtwegen.

Diese finanziellen und funktionalen Schwierigkeiten hätten zu der Überlegung geführt, die Mensa in Anlehnung an einen früheren Vorschlag auf der nordöstlichen Campusfläche an der Kaiserstraße als einen modernen Neubau zu realisieren. Dadurch könnten unter anderem auch die Baukosten eingehalten werden.

Den Aufschlag in Sachen „Unmut“ gegenüber diesem Bauvorhaben hatte FDP-Ratsherr Jens Beeck: „Das ist ja eine tolle Idee. Wir haben mit Millionen von Euro die Außenfassaden des ehemaligen Eisenbahnausbesserungswerkes saniert und dann will man vor diese Hochschule eine solche Holzbaracke bauen? Das kann nur wenig durchdacht sein.“

„Völlig unpassend“

Stattdessen machte der Freidemokrat den Vorschlag, die Mensa im Westen des Campusgeländes (in unmittelbarer Nähe zum geplanten Technikgebäude) zu bauen.

„Dieser Holzkasten oder auch Brotdose ist an dieser Stelle völlig unpassend“, schlug SPD-Chef Hajo Wiedorn in die gleiche Kerbe wie sein Vorredner. Man habe sehr viel Geld in diese denkmalgeschützten Gebäude gesteckt. Deswegen solle man überlegen, ob die Mensa nicht besser an anderer Stelle gebaut werden sollte.

„Ich finde nicht, dass die Sicht auf die Hallen I und II gestört ist. Deswegen sollte man den Gedanken nicht sofort verwerfen“, verteidigte der CDU-Fraktionsvorsitzende Uwe Hilling als Einziger die vorgestellte Planung. Zudem würde durch die Mensa an der Kaiserstraße und der Hochschule eine Platzsituation geschaffen, die es vorher nicht gegeben habe.

„Das Ganze macht einen unausgegorenen Eindruck“, meinte Robert Koop (Die Bürgernahen). „Das ganze Ding sieht aus wie Hulle und beeinträchtigt mit seiner Fassade die umstehenden Gebäude“, so Koop.

In die Runde fragte der Ratsherr, ob man nicht auf der anderen Straßenseite gegenüber –dort, wo einst die Kneipe „Lütje Lage“ gestanden habe – die Mensa bauen könne.

An der geplanten Stelle sei die Mensa deplatziert, betonte CDU-Ratsherr Dr. Karl-Heinz Vehring. Mal abgesehen von möglichen Problemen wegen des geplanten Flachdaches des Holzhauses (Schneelasten), werde die jetzt breite Allee der Kaiserstraße durch ein solches Bauvorhaben schon wieder eingeschränkt. Stattdessen sollte man sich überlegen, die Mensa in unmittelbarer Nähe zu dem neu geplanten Studentenwohnheim beim Wasserturm zu bauen.

Für diese Idee konnten sich auch die beiden beratenden Ausschussmitglieder Klaus Haberland und Uli Schuhmacher erwärmen.

Als PBA-Vorsitzender erklärte Reinhold Diekamp, (CDU), dass die Verwaltung diese Anregungen aus dem Ausschuss an das planende Studentenwerk Osnabrück weitergeben solle, damit diese diese berücksichtigt würden.


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