Neue Nutzung nach Leerstand Unterkunft für Flüchtlinge in Lingen wird zum Studentenwohnheim

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In diese leerstehende Flüchtlingsunterkunft an der Lingener Wilhelm-Berning-Straße sollen demnächst Studierende einziehen. Betrieben wird das neue Wohnheim vom Studentenwerk Osnabrück. Foto: Wilfried RoggendorfIn diese leerstehende Flüchtlingsunterkunft an der Lingener Wilhelm-Berning-Straße sollen demnächst Studierende einziehen. Betrieben wird das neue Wohnheim vom Studentenwerk Osnabrück. Foto: Wilfried Roggendorf

Lingen. Die Flüchtlingsunterkunft an der Wilhelm-Berning-Straße in Lingen steht leer. Jetzt hat die Stadt eine Vereinbarung mit dem Studentenwerk Osnabrück getroffen. Dieses wird dort bezahlbaren Wohnraum für sechs Studierende schaffen.

Das neben dem Sitz der Polizeiinspektion Emsland/Grafschaft Bentheim liegende Wohnheim war 2015 von der Stadt Lingen errichtet worden. Zwölf Flüchtlinge konnten dort untergebracht werden. Insgesamt hatte die Stadt 2015 elf solcher modularen Wohnheime mit Platz für 388 Menschen über eine Dauer von fünf Jahren geleast. Während anfangs von einer 100-prozentigen Auslastung ausgegangen wurde, werden nun nicht mehr alle Plätze benötigt. Deshalb sucht die Verwaltung nach Möglichkeiten einer sinnvollen Nachnutzung. Für zwei der Wohnheime steht diese bereits fest: Am Langschmidtsweg in Reuschberge werden bis Ende des Jahres 15 Mitarbeiter der Stadtentwässerung und des Fachbereichs Tiefbau ihre neuen Arbeitsplätze bekommen. Das Wohnheim in der Brookstraße im Gauerbach wird demnächst vom Christophorus-Werk genutzt. Dieses wird dort Internatsschüler unterbringen.

Altmeppen: Sinnvolle Nachnutzung

"In einer Leerstehenden Unterkunft für Flüchtlinge bezahlbaren Wohnheim für Studierende zu schaffen, ist eine sinnvolle Nachnutzung", erklärte jetzt auf Nachfrage unserer Redaktion Lingens Erster Stadtrat Stefan Altmeppen zu den Plänen für das Gebäude an der Wilhelm-Berning-Straße. Das Studentenwerk Osnabrück zahle für das knapp 160 Quadratmeter große Wohnheim eine monatliche Miete von vier Euro je Quadratmeter an die Stadt. "Die Warmmiete für die Studierenden soll sich am Bafög-Satz für Wohnraum von rund 265 Euro orientieren", sagte Altmeppen. Darin seien die vom Studentenwerk gestellte Ausstattung mit Küche, Waschmaschine und Trockner, Möbel für die Gemeinschaftsräume und  WLAN sowie die Kosten für Gas, Wasser und Strom enthalten. "Das Studentenwerk sorgt außerdem für die Pflege der Außenanlagen und erledigt alle Hausmeisterarbeiten sowie Schönheitsreparaturen", ergänzte der Erste Stadtrat.

Kobilke: Studentenwerk erzielt keinen Gewinn

Der Geschäftsführer des Studentenwerks Osnabrück, Stefan Kobilke, erklärte, dass mit den genannten Leistungen eine Warmmiete zum Bafög-Satz "nicht ganz zu schaffen" sei. Er gehe von einer Warmmiete zwischen 280 und 285 Euro aus. "Dabei ist für uns kein Gewinn drin", betonte Kobilke. Diesen dürfe das Studentenwerk als gemeinnützige Anstalt des öffentlichen Rechts auch nicht erzielen. Da das Studentenwerk Generalmieter sei, bestehe für die Stadt Lingen zudem kein Ausfallrisiko.  

Vereinbarung für mindestens zehn Jahre

Die Stadt habe sich an das Studentenwerk gewandt, da dieses bei der Vermietung und Bewirtschaftung von studentischem Wohnraum über das entsprechende Know-how verfüge, erklärte Altmeppen: "Das Studentenwerk kann auf seine Strukturen zurückgreifen und hat damit weniger Aufwand." Die Verwaltungskosten seien nicht günstiger, wenn die Stadt das Wohnheim selber betreiben würde. Die Zusammenarbeit sei für mindestens zehn Jahre einschließlich Verlängerungsmöglichkeit vereinbart worden. Zwar laufe der Leasingvertrag für das modulare Wohnheim in zwei Jahren aus. "Aber danach können wir das Gebäude übernehmen", sagte der Erste Stadtrat.

Weitere Zusammenarbeit nicht ausgeschlossen

Die Umwandlung einer Flüchtlingsunterkunft in studentischen Wohnraum ist für die Stadt Lingen eine Premiere. "Ich möchte weitere solcher Umwandlungen nicht ausschließen", äußerte sich Altmeppen auf Nachfrage. Studentenwerks-Geschäftsführer Kobilke erklärte, er könne sich vom Prinzip her vorstellen, weitere Objekte zu übernehmen.

  


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