Auszeichnung Marienschule in Lingen engagiert sich für Zivilcourage

Von Lida Mehri

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„Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“: Diese Bezeichnung führt nun die Marienschule in Lingen. Foto: Lida Mehri„Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“: Diese Bezeichnung führt nun die Marienschule in Lingen. Foto: Lida Mehri

lime Lingen. Für Zivilcourage und mehr Mut, gegen Rassismus und Diskriminierung – diesem Auftrag verpflichtet sich nun die Marienschule aus Lingen offiziell. Nach der Titelverleihung durch die Landeszentrale für politische Bildung als „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ ist sie Teil des bundesweit größten Schulnetzwerks..

„Das ist nicht nur ein Schild, welches wir uns an die Wand bohren“, erklärte Schulleiter Marko Wittstruck den 600 Schülern, die sich im Lingener Emslandstadion versammelt hatten. „Es ist eine Auszeichnung für das, was die Politik-AG gemeinsam mit euch erreicht hat,“ fügte der Schulleiter hinzu.

Neben ihm standen zwei Spieler des SV Meppen, Schulpaten der Marienschule, die das schwarz-weiße Schild mit einer Aufschrift vor sich hielten: „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ stand dort geschrieben. Auch die Politik-AG stand vor der Schülerschaft und hielt ein solches Banner hoch.

Die Auszeichnung als „Schule ohne Rassismus“ wird an Schulen vergeben, die aktiv Zivilcourage innerhalb ihrer Schulgemeinschaft fördern und sich gegen Rassismus einsetzen. Mit dem Titel setzt die Marienschule also ein Zeichen gegen jegliche Form von Diskriminierung – sei es aufgrund der Religion, der sozialen Herkunft, des Geschlechts, der politischen Weltanschauung oder der sexuellen Orientierung. Doch bis zur feierlichen Titelverleihung war insbesondere das Engagement von 13 Schülerinnen und Schülern der Marienschule nötig, die sich bereits seit einem Jahr mit dem Thema politische Partizipation beschäftigt haben.

Umfangreiche Recherche

„Was bedeutet Politik?“, „Wie wollen wir in dieser Gesellschaft zusammenleben?“, „Welche Rolle spielt Teilhabe in einer Demokratie?“ Mit diesen und weiteren Fragen setzte sich die Politik-AG gemeinsam mit den zwei Lehrkräften Enrico Jansen und Andrea Temmen sowie der Referentin Veronica Schniederalbers vom Ludwig-Windthorst-Haus (LWH) auseinander. Die AG entstand aus Schülern, die bereits vorher besonderes Interesse am Politik-Unterricht hatten, erklärte Temmen.

Nach vielen gemeinsamen Nachmittagen und lehrreichen Seminaren entwickelte sich die Idee, dem Schulnetzwerk „Schule ohne Rassismus“ beizutreten. Es wurde recherchiert, Telefonate wurden getätigt, die Mitschüler mit einbezogen. Auch eine Umfrage wurde durchgeführt, um Informationen zu gewinnen. Mithilfe der wissenschaftlichen Begleitung durch die Universität Heidelberg war es der Gruppe möglich, dabei strukturiert vorzugehen. Gefördert und unterstützt wurde das Projekt durch die Bundeszentrale für Politische Bildung und vom Haus am Maiberg in Heppenheim, erzählte Michael Reitemeyer, Direktor des LWH.

Der Titel als „Schule ohne Rassismus“ wird verliehen, wenn mindestens 70 Prozent der Schulgemeinschaft sich mit ihrer Unterschrift freiwillig dazu verpflichtet, aktiv gegen Diskriminierung an ihrer Schule einzutreten, sowie regelmäßig Projekte und Aktionen zum Thema durchzuführen. Damit dies gelang, machte die Politik-AG die Schülerschaft auf das Thema Diskriminierung aufmerksam. Besonders die Sprache, mit der sensibel umgegangen werden müsse, sei dabei im Alltag zentral, erzählte Schülerin Claudia Overhoff. Außerdem meinte sie: „Da wir von ,Schüler zu Schüler‘ gesprochen haben, wurde das Thema besser angenommen.“ Das Projekt entwickelte sich zum Erfolg.

Das Ergebnis sei jedoch viel mehr als nur ein Titel, erklärte Dezernentin Monika Schwegmann als Vertreterin der Stadt Lingen: „Das ist kein Titel für heute, sondern ein permanenter Auftrag, jetzt und in Zukunft Verantwortung zu übernehmen.“ Dem folgend möchte die Politik-AG auch im neuen Schuljahr bestehen bleiben. So erklärt die Zehntklässlerin Charalotte Testorf: „Wir möchten bis zu unserem Schulabschluss, und vielleicht auch danach, das Projekt fortführen. Es wäre, nach so viel Arbeit zu schade,  jetzt einfach aufzuhören.“

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