Beratungsangebote im Altkreis Lingen Gewalt in der Familie: Hilfen für Betroffene

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Eine Reihe von Unterstützungs- und  Beratungsangeboten bietet der SKF Lingen in der Burgstraße, Ecke Pferdemarkt, an. Foto: Thomas PertzEine Reihe von Unterstützungs- und Beratungsangeboten bietet der SKF Lingen in der Burgstraße, Ecke Pferdemarkt, an. Foto: Thomas Pertz

Lingen. Hätte so ein Fall wie der des Jugendlichen in Emsbüren vermieden werden können? Diese Frage stellen sich sicher viele Menschen, die darüber aus den unterschiedlichsten Medien erfahren. Eine eindeutige Antwort wird es dazu nicht geben, da zu viele Faktoren mit hineinspielen. Dennoch gibt es in und um Lingen ein gutes Netz an Beratungs- und Unterstützungsangeboten.

Angefangen bei den sogenannten Frühen Hilfen des Sozialdienstes Katholischer Frauen (SKF). Es gibt Situationen, in denen sich besonders junge Eltern unsicher und überfordert fühlen. Dabei geht es um die ganz kleinen Kinder. Der SKF informiert über Angebote vermitteln Entlastungs- und Unterstützungsmöglichkeiten.  Neben Informationen und Beratung steht die praktische Anleitung für einen gesundheits- und entwicklungsfördernden Umgang mit dem Kind im Vordergrund. Dabei hat die Fachkraft die gesamte Familie im Blick und vermittelt bei Bedarf an weitere Beratungsstellen oder Dienste aus dem Netzwerk Frühe Hilfen. „Wichtig ist aber in jedem Fall die Bereitschaft der Familie zur Zusammenarbeit“, betont Marion Risse, Sozialpädagogin beim SKF. 

Familien- und Jugendhilfe

Das gilt auch für die ambulante Familien- und Jugendhilfe. Erziehungsschwierigkeiten, Trennung, Arbeitslosigkeit oder auch Sucht sind nur einige Schwierigkeiten, die in jeder Familie vorkommen können. Sozialpädagoginnen unterstützen Familien in ihrem oftmals anstrengenden Alltag. Durch intensive Betreuung und Begleitung arbeiten sie gemeinsam mit der Familie an Lösungen zum Wohl des Kindes bzw. der Kinder. In enger Zusammenarbeit mit dem Jugendamt wird Hilfe zur Selbsthilfe in vielen verschiedenen Formen angeboten.

Beratung für Kinder und Jugendliche

Ein weiteres Unterstützungsangebot des SKF ist „Kompass“, eine Beratungsstelle für Kinder und Jugendliche, die von häuslicher Gewalt betroffen sind. Dabei geht es in erster Linie um das Miterleben von häuslicher Gewalt zwischen den Eltern, aber auch die Gewalt gegenüber Kindern. Durch die Kompass-Beratung werden die Kinder und Jugendlichen als eigenständige Betroffene von häuslicher Gewalt beraten und unterstützt.

Familien lassen Umfeld gut aussehen

 „Natürlich fungieren wir für die Jugendlichen auch als Anlaufstelle“, betont Marion Risse. Doch aus Erfahrung weiß sie, dass es in der Regel wenig „Selbstmelder“ gibt. „Wenn die Eltern den Kontakt verhindern wollen, ist es schwer für die Betroffenen“, heißt es von weiteren Fachleuten. Außerdem könnten Familien vieles verheimlichen und das häusliche Umfeld gut aussehen lassen, sobald der Besuch einer Behörde ansteht. Ein Kind müsse schon eine große Portion an Mut an den Tag legen, wenn es sich selbst Hilfe suche. Sei es bei einer Einrichtung des SKF oder auch beispielsweise beim Kinderschutzbund oder dem Jugendamt.

Weitere Stellen

Offene Türen finden Betroffene ebenfalls in der Psychologischen Beratungsstelle in der Bernhard Rosemeyer-Straße in Lingen. "Jeder kann sich hier melden, wenn die Erziehung in der Familie nicht funktioniert", sagt Herbert Krone, der als systemischer Familientherapeut in der Einrichtung arbeitet. Das könnten sowohl ganze Familien, wie auch Jugendliche oder Institutionen wie Kindergärten sein. 

Sorgentelefon

Als besonders niedrigschwelliges Angebot nennt Krone das kostenlose Sorgentelefon "Aktion Hilfe für Kinder", an das sich Heranwachsende jederzeit unter 0800/3649120 wenden können


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