Bemerkenswerte musikalische Reife Solisten überzeugen mit Orchester bei Emsbürener Musiktagen

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Mit leichter Hand und flotter Zunge. Lisanne Traub schmeichelt gemeinsam mit dem Orchester der Musikschule unter Martin Nieswandt mit Variationen in B-Dur von Conradin Kreutzer bei der Abschlussveranstaltung der 43. Emsbürener Musiktage. Foto: Peter LöningMit leichter Hand und flotter Zunge. Lisanne Traub schmeichelt gemeinsam mit dem Orchester der Musikschule unter Martin Nieswandt mit Variationen in B-Dur von Conradin Kreutzer bei der Abschlussveranstaltung der 43. Emsbürener Musiktage. Foto: Peter Löning

Emsbüren. Festlich und erquicklich gelang es den Musikern zur Abschlussveranstaltung der 43. Emsbürener Musiktage den Zuhörern ein genussreiches Matinee-Konzert zu bereiten.

Am Ende der alljährlich stattfindenden Meisterkurse in Emsbüren prämieren die Dozenten Teilnehmer, die sich besonders hervorgetan haben. Teil dieser Auszeichnung ist die Einladung, im Folgejahr ein Konzert gemeinsam mit dem Sinfonieorchester der Musikschule zu spielen. Den jungen Preisträgern ist dies eine seltene Chance, für das Orchester ist es stets große eine Ehre, hier zusammenzukommen. Die beiden Solisten in diesem Konzert bewiesen dabei eine bemerkenswerte musikalische Reife und ein großes Gespür für die Vorzüge ihres Instruments. 

Reizvolles unbekanntes Werk

Zunächst stellte sich die Fagottistin Lisanne Traub aus Hannover mit überaus charmanten, wie auch hochvirtuosen Variationen („Fantasie“) in B-Dur, für Fagott und Orchester, KWV 4202 vor. In 1817 uraufgeführt ist dieses ein so reizvolles, wie wohl auch unbekanntes Werk, das der Solistin Gelegenheit bot, auf das Angenehmste leichtfingrig und tänzerisch dem Fagott enorme Klangschönheit zu entlocken. In deutlich anderer Sprache und mit großem Eindruck schob sie Edward Elgars „Romanze“ op.62 nach. Dieses bemerkenswert kurze Opus aus dem Jahr 1910 zeigte sich farbenreich und seelenrührend und mit Lisanne Traub am Solistenpult einfach wunderschön.

Melodie geht unter die Haut

Der erst 2001 geborene Berliner Klarinettist Lewin Kneisel wählte zu dieser Gelegenheit mit Wolfgang Amadeus Mozarts berühmten Klarinettenkonzert (KV 622) von 1791 ein durchaus bekannteres Werk. Der zweite Satz, das Adagio, gehört dabei wohl mit zu den allerschönsten Stücken der Musikgeschichte. Lewin Kneisel ließ bereits die ersten Klänge dieser betörend schönen Melodie tief unter die Haut gehen. Er fesselte die Hörer an die Töne seiner Klarinette bis in die leisesten Pianissimi. Eine Wohltat, zu erleben, wie er auch in den Ecksätzen sympathisch gemeinsam mit dem Orchester zu musizieren verstand.

Es gab „Bravo!“-Rufe für sein Spiel. Lewin Kneisel und das Orchester der Musikschule unter der Leitung von Martin Nieswandt begeisterte mit Mozarts Klarinettenkonzert bei der Abschlussveranstaltung der Emsbürener Musiktage. Foto: Peter Löning



Als großartigen und würdigen Rahmen für die Auftritte der Solisten gab das Orchester der Musikschule den Kopfsatz sowie das Finale aus Ludwig van Beethovens dritter Sinfonie in Es-Dur, op. 55, der „Eroica“. Verteilt auf Anfang und Ende des morgendlichen Konzerts brachten diese Sätze lustvoll sinfonisches Musikerleben in sattem Orchesterklang nach Emsbüren. Unter der leidenschaftlichen Leitung ihres Dirigenten Martin Nieswandt gaben die Musiker (Lehrer, Schüler und Freunde der Musikschule) alles, diese nicht geringe Aufgabe bravourös zu meistern. Natürlich hatte das Orchester mit dem „Scherzo“ aus der gleichen Sinfonie noch eine Zugabe dabei.

Ein schönes Konzert war dies am Ende und ein gelungener Abschluss der 43. Emsbürener Musiktage. Vielen Dank dafür.


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