Karte zeigt Unfallschwerpunkte an Unfallatlas: Das sind die gefährlichsten Straßen in Lingen

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Zu insgesamt 19 Unfällen mit Personenschäden ist es 2017 in Lingen an der Lindenstraße gekommen. Sechs davon im Bereich des dortigen Kreisverkehres. Oftmals wurden Radfahrer dabei verletzt. Foto: Julia MauschZu insgesamt 19 Unfällen mit Personenschäden ist es 2017 in Lingen an der Lindenstraße gekommen. Sechs davon im Bereich des dortigen Kreisverkehres. Oftmals wurden Radfahrer dabei verletzt. Foto: Julia Mausch

Lingen. Wo passieren in Lingen die meisten Unfälle mit Personenschaden? Wo gab es Unfälle mit Getöteten? Waren Autos, Motorräder, Fußgänger oder Radfahrer am Unfall beteiligt? Antworten gibt der Unfallatlas 2017.

Erstmals werden in einer Karte Personenschäden bei Unfällen sichtbar gemacht. Im interaktiven Unfallatlas der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder sollen Verkehrsteilnehmer ablesen können, wo sie auf ihrem Weg zur Arbeit besonders gefährdet sind und wo vor allem Motorräder oder Fahrräder beteiligt waren. Die Daten dafür basieren auf Meldungen der Polizeidienststellen.

19 Unfälle an der Lindenstraße

Auch für Lingen liegen diese Daten für das Jahr 2017 vor. Auf welchen Straßen in der Emsstadt gab es laut Karte die meisten Verletzten? Offensichtlich auf den meist befahrenen Strecken. Besonders oft mussten die Retter zur Lindenstraße ausrücken. Auf der viel befahrenen Straße an der Emslandarena haben sich im vergangenen Jahr insgesamt 19 Verkehrsunfälle mit Personenschäden ereignet. 18 mit Auto-Beteiligung, sechs mit Rad-Beteiligung, einer mit Kraftrad- und einer mit Fußgänger-Beteiligung. Darunter auch ein Unfall mit Beteiligung der Kategorie "Sonstigem". Bedeutet: An dem Unfall war ein Verkehrsmittel wie beispielsweise ein Lastwagen oder ein Bus beteiligt.

Besonders oft mussten die Retter zur Lindenstraße ausrücken. Auf der viel befahrenen Straße an der Emslandarena haben sich im vergangenen Jahr insgesamt 19 Verkehrsunfälle ereignet. Screenshot: Landesamt für Statistik Niedersachsen/NOZ


Allein im Kreisverkehr an der Kurt Schumacher Brücke ereigneten sich von den 19 Unfällen insgesamt sechs Unfälle. Zwei Mal kam es dabei zu einem Zusammenstoß zwischen einem Auto- und einem Radfahrer – ein Mal mit einem Fußgänger. Insgesamt waren an den Unfällen zwei Radfahrer, ein Fußgänger und sechs Autofahrer beteiligt. 

Kreuzungsbereiche für Radfahrer gefährlich

Es ist der Kreisverkehr mit den meisten Unfällen, bei denen Menschen verletzt wurden, im Jahr 2017 in Lingen. Einst galt noch der Kreisverkehr an der Waldstraße bei den Stadtwerken als Unfallschwerpunkt, doch im dortigen Bereich wurde laut Statistischem Bundesamt im Jahr 2017 lediglich ein Unfall mit Personenschaden verzeichnet. Offensichtlich wird im Unfallatlas auch, gerade in Kreuzungsbereichen kommt es immer wieder zu Unfällen mit Personenschaden. Unter den Verletzen sind oftmals Radfahrer. Beispiel Meppener Straße/Ecke In den Sandbergen: Dort ist es laut Statistischem Bundesamt 2017 zu drei Unfällen mit Radfahrern und Personenschaden gekommen. Zwei Unfälle mit Leichtverletzten, einer mit Schwerverletzten. (Weiterlesen: Unfall mit Kind auf Meppener Straße in Lingen)

Auch tödliche Unfälle registriert

Ein Radfahrer und ein Autofahrer waren darin verwickelt. Häufig gekracht hat es im vergangenen Jahr auch an der Georgstraße. Insgesamt sieben Unfälle wurden dort registriert. Fünf Autofahrer und drei Radfahrer waren beteiligt. 

In der Datenbank tauchen ebenso tödliche Unfälle wie der in Lingen-Darme im Juli 2017 auf. Ein 18-jähriger Mann war mit seinem Auto auf der B213 unterwegs, als er mit seinem Audi A3 in den Gegenverkehr geriet und dort mit einem Lastwagen zusammenstieß. Im Bonifatius-Hospital erlag er später seinen schweren Verletzungen. (Weiterlesen: 18-Jähriger nach Verkehrsunfall in Lingen verstorben)

In der Datenbank tauchen ebenso tödliche Unfälle wie der in Lingen-Darme im Juli 2017 auf. Screenshot: Landesamt für Statistik Niedersachsen/NOZ

Die Karte lässt Rückschlüsse zu, wo das Risiko am größten ist, in einen Unfall verwickelt zu werden. Beim Blick auf das gesamte Stadtgebiet errechnet die Karte zudem die gefährlichsten Strecken. Die Lindenstraße gehört zu den Straßen mit den meisten Unfällen – und wird deshalb im Unfallatlas ebenso wie die Georgstraße oder die Frerener Straße gelb dargestellt. Eine Agenda an der Seite erklärt, die verschiedenen Farben signalisieren die Unfallhäufigkeit mit Personenschaden. Gelb steht für vier bis sechs Unfälle. 

Auffahrt zur B70 gefährlich

Lila (höchstens 1 Unfall) ist die Kategorie mit der niedrigsten Wahrscheinlichkeit, rot (11 bis 16 Unfälle), die mit der höchsten. Dass gerade der Bereich der Frerener Straße/Auffahrt B70 gelb gekennzeichnet ist, nicht verwunderlich. In der Vergangenheit kam es da immer wieder zu Unfällen, in die auch Radfahrer verwickelt waren. Wie im Mai 2018, als ein Radfahrer von einem Lastwagen überrollt und schwer verletzt wurde. (Weiterlesen: Schwerer Unfall in Lingen: Mann von Lastwagen überrollt)


"Der Unfallatlas allein schützt natürlich nicht automatisch davor, selbst Beteiligter eines Unfalles zu werden"Dennis Dickebohm, Sprecher der Polizei Emsland/Grafschaft Bentheim


Der Unfallatlas beruht auf den Meldungen der Polizeidienststellen, zu denen oft Geodaten vorliegen. Aber kann die digitale Karte tatsächlich hilfreich sein, um sich vor Unfällen zu schützen? "Der Unfallatlas allein schützt natürlich nicht automatisch davor, selbst Beteiligter eines Unfalles zu werden", sagt Dennis Dickebohm, Sprecher der Polizei Emsland/Grafschaft Bentheim. Er betont, dass es dennoch wichtig sei, Transparenz zu schaffen und sich vor allem Inhaltlich mit den einzelnen Unfällen auseinanderzusetzen. "Die simple Tatsache, dass es an bestimmten Stellen zu Unfällen gekommen ist, sagt noch nichts über die jeweilige Ursache aus. Die individuelle Einzelfallüberprüfung erfolgt losgelöst von der im Atlas dargelegten Statistik."

Hier geht es zum Atlas


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