Wettbewerb im Theater Poetry-Slam in Lingen: William Laing heißt der neue Landesmeister

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Der neue Landesmeister von Niedersachsen und Bremen William Laing aus Lüneburg. Foto: Elisabeth TonderaDer neue Landesmeister von Niedersachsen und Bremen William Laing aus Lüneburg. Foto: Elisabeth Tondera

Lingen. Poetry-Slam ist der neue Publikumsmagnet. Beim Finale der Landesmeisterschaft der Bundesländer Niedersachsen und Bremen im Lingener Theater blieb kein Platz frei. William Laing heißt der neue Landesmeister.

Überwiegend junge Menschen hatten mit wachsender Spannung den Dichterwettstreit der neun Finalisten verfolgt die sich in drei Vorrunden am Vortag im Alten Schlachthof und im Professorenhaus gegen ihre Konkurrenten durchgesetzt hatten. Insgesamt 27 Poetry-Slammer waren in Lingen angetreten. Für die neun Besten wurde die große Bühne bereitet. Der zweite Bürgermeister der Stadt Lingen, Stefan Heskamp, begrüßte die Gäste und freute sich, dass diese Meisterschaft zum ersten Mal in Lingen ausgetragen wurde. 

„Heute Abend geht es hier wirklich um die Wurst“, verkündete der hauptverantwortliche Organisator der Landesmeisterschaft, Jens Kotalla, der wortreich und peppig durch den Abend führte. Er erklärte die grundsätzlichen Regeln des Poetry-Slam: Es müssen eigene Texte der Vortragenden sein, die Slammer dürfen eine bestimmte Vortragsdauer nicht überschreiten (in Lingen waren es 6 Minuten und 15 Sekunden), es gibt weder Kostüme noch Requisiten. „Der Slammer hat nur sich, den Text und das Mikro“, so Kotalla, der mit dem Publikum immer wieder den richtigen Applaus übte und die Stimmung anfachte.

Jedes Wort muss sitzen

Nach jedem Vortrag bewerteten elf willkürlich ermittelte Juroren mittels Punktetafeln von 1,0 bis 10,0 die Darbietungen. Jedes Wort muss sitzen. Denn innerhalb der wenigen Minuten, die den Poeten für den Vortrag zur Verfügung stehen, müssen sie die Jury überzeugen, die direkt danach entscheidet. Insgesamt war die Qualität so hoch, dass sich die Bewertungen durchweg zwischen 7 und 10 bewegten.


Die Zweitplatzierte: Theresa Sperling. Foto: Elisabeth Tondera


Den Abend eröffnete – außerhalb der Konkurrenz – der zu Beginn noch amtierende dreimalige Landesmeister Niedersachsen/Bremen Florian Wintels mit dem Text „Was kostet Geld?“ Danach wuchs mit jedem weiteren Slammer die Spannung: Wer würde am Ende die Trophäe, die kleine Theo-Lingen-Skulptur, erhalten?


Die Finalisten der Poetry-Slam Landesmeisterschaft in Lingen. Foto: Elisabeth Tondera


Rund zwei Stunden rangen die neun Poeten um die Gunst des Publikums, bevor nach der Pause die drei Besten noch einmal antraten. Wortgewandt und geistreich erzählten die Slammer von Dingen, die sie selbst und die Welt angehen. Viel Witz war dabei, auch viel Ernst. Tobi Kunze setzte sich mit dem Preis auseinander, den die Natur und Menschen in Entwicklungsländern für unsere Konsumwünsche zahlen, Regina Rode sprach von ihrer Depression, poetisch ging Tanja Schwarz mit dem Thema Alzheimer um. Wortspielerisch kommentierte Rita Apel „Das Rauschen im Blätterwald“, über sprachliche Missverständnisse ließ sich Lippi Punktstrumpf aus, und Annika Blanke setzte sich mit viel Humor und auf Platt für Völkerverständigung ein.


Der dritte Platz ging an Sebastian Hahn. Foto: Elisabeh Tondera


Sebastian Hahn, der sich humorvoll über das Norddeutschland im Allgemeinen und die norddeutsche Kommunikation im Speziellen ausließ, schaffte es in die Endrunde, ebenso wie Theresa Sperling mit ihrem bewegenden, tiefgründigen Text über ein Flüchtlingsmädchen und William Laing, der mit viel Wortwitz über den Schlaf sinnierte und in der zweiten Runde mit dem Liebestext „Herzklopfen“ die Herzen der Jury und die Trophäe eroberte. Laing ist damit der neue Landesmeister von Niedersachsen und Bremen.


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