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28.10.2018, 17:45 Uhr KOMMENTAR

Endlagersuche nicht nach dem St. Floriansprinzip

Kommentar von Thomas Pertz

Auch Standorte im Emsland sind in dieser Karte der Anti-Atomorganisation  "ausgestrahlt" eingezeichnet. Quelle: ausgestrahlt.de/Grafik: NOZ/Heiner WittwerAuch Standorte im Emsland sind in dieser Karte der Anti-Atomorganisation "ausgestrahlt" eingezeichnet. Quelle: ausgestrahlt.de/Grafik: NOZ/Heiner Wittwer

Lingen. Dass Lingens Oberbürgermeister Dieter Krone das Thema Endlagersuche für Atommüll zu Beginn der Sitzung des Stadtrates lediglich unter dem Tagesordnungspunkt „Bericht der Verwaltung“ streifte, verwundert.

Wenn aktuell 129 Standorte wegen ihrer geologischen Struktur als mögliche Endlager in Frage kommen könnten und darunter auch ein Standort in Lingen genannt wird, sollte das Anlass genug für den Rat und den Umweltausschuss als Fachgremium sein, sich dieses Themas einmal im Detail anzunehmen. Und nicht unter „Bericht der Verwaltung“. Besser wäre es, zum Beispiel einen behördlichen Vertreter der bundeseigenen Gesellschaft für die Endlagerung einzuladen, der dann Rede und Antwort stehen könnte. 

Die Region, die Stadt Lingen voran, hat in den vergangenen Jahrzehnten von der Kernenergie unter anderem in Form von sprudelnden Gewerbesteuereinnahmen und anderen Finanzzuweisungen hervorragend gelebt. Auch dies verpflichtet ihre Vertreter in Rat und Verwaltung, über die Folgen der friedlichen Nutzung der Atomkraft und die Form und den Ort der Entsorgung des strahlenden Mülls verantwortungsvoll zu diskutieren.

Und das mit Argumenten, die sich nicht nach dem St. Florians-Prinzip anhören: Endlager Ja, aber gerne woanders. Sonst werden die aktuellen Zwischenlager, eines befindet sich auch auf dem Reaktorgelände in Lingen, de facto zum Endlager.


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