Sitzung des Lingener Rates Krone: Region kommt für ein Endlager nicht in Frage

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Arbeitsmaschinen im Erkundungsbergwerk Gorleben. Die Endlagersuche für Atommüll soll bis 2031 abgeschlossen sein. Foto: dpaArbeitsmaschinen im Erkundungsbergwerk Gorleben. Die Endlagersuche für Atommüll soll bis 2031 abgeschlossen sein. Foto: dpa

Lingen. Im Zusammenhang mit der Suche nach einem Atommüll-Endlager in Deutschland hat Lingens Oberbürgermeister Dieter Krone in der letzten Sitzung des Rates die Auffassung des Landkreises Emsland bekräftigt und sich gegen eine mögliche Nutzung von Standorten im Landkreis ausgesprochen.

Hintergrund der Erklärung von Krone war die Berichterstattung in unserer Zeitung über die Anti-Atom-Organisation "ausgestrahlt". Diese hat eine Deutschlandkrarte veröffentlicht, in der 129 Orte eingezeichnet sind, die wegen ihrer Bodenbeschaffenheit für ein Atommüll-Endlager in Frage kommen könnten. Das Emsland taucht mit fünf Standorten auf dieser Karte auf, unter anderem auch der Lingener Ortsteil Baccum. Ebenso genannt wird Lohne in der Grafschaft Bentheim.

Unruhe im Ortsteil

Krone sagte, dass das Thema für große Unruhe im Ortsteil gesorgt habe. Es sei eine "sehr alte Untersuchung", so der Oberbürgermeister. Die Studie der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe, auf die sich die Kartierung von Baccum bezieht, stammt aus dem Jahr 1995. Der Oberbürgermeister wies darauf hin, dass es sich dort um ein Trinkwasserschutzgebiet handele. Die Region komme für ein Endlager nicht in Frage. "Da sind wir uns einig", unterstrich der Verwaltungschef. 

Fuest: Ein Warnsignal

Michael Fuest, Fraktionsvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen, verwies auf die laufende Arbeit des Bundesamtes für kerntechnische Entsorgungssicherheit (BFE), das 2014 für die Suche nach einem Endlager eingerichtet worden sei. In diesem Zusammenhang würden auch ältere Unterlagen herangezogen. "Dass wir zu den 129 möglichen Standorten gehören, ist ein Warnsignal", meinte Fuest. Es gelte deshalb, rechtzeitig deutlich zu machen, "dass das hier nicht in Frage kommt". Der Grünen-Politiker verwies als Begründung ebenfalls auf den  Aspekt des Wasserschutzes im Bereich Baccum. "Wir sind kein Topfavorit, müssen aber aufpassen: Wehret den Anfängen", so der Grünen-Politiker. 

Suche bis Ende 2031 abgeschlossen?

Die Endlagersuche soll bis 2031 abgeschlossen sein.  Die BGE, bundeseigene Gesellschaft für die Endlagerung, hat diese Aufgabe übernommen. Zurzeit werden abgebrannte Brennelemente in Castorbehältern zwischengelagert. Auf dem Kraftwerksgelände in Lingen steht seit 2002 ein Zwischenlager mit Stellplätzen für 125 Castorbehälter. 85 werden für die Lingener Anlage benötigt.

In einem Interview mit der Redaktion im Mai hatte der Leiter des Kernkraftwerkes Emsland, Wolfgang Kahlert, darauf verwiesen, dass die Plätze nicht alle benötigt würden. Sie seien zu einem Zeitpunkt konzipiert worden, als noch von einer längeren Laufzeit des Kernkraftwerkes ausgegangen worden sei. Die Laufzeit endet am 31. Dezember 2022. Es bleibe aber dabei, dass ausschließlich Castorbehälter aus dem Lingener Kernkraftwerk dort zwischengelagert würden und keine von anderen Standorten. so Kahlert.  Die Betriebsgenehmigung für das Zwischenlager in Lingen gilt bis 2042. 


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