Mentalist Thorsten Havener im Interview Ein magischer Moment veränderte sein Leben bis heute

Thorsten Havener ist Experte für Körpersprache, Mentalist und Buchautor. Mit seinem Programm "Feuerprobe" möchte er am 16. November in Lingen verzaubern. Foto: Sammy HartThorsten Havener ist Experte für Körpersprache, Mentalist und Buchautor. Mit seinem Programm "Feuerprobe" möchte er am 16. November in Lingen verzaubern. Foto: Sammy Hart

Lingen. Die Körpersprache verrät viel über einen Menschen. Das weiß auch Thorsten Havener, Experte für Körpersprache, Mentalist und Buchautor. Mit seinem Programm „Feuerproben“ kommt er am 16. November in das Lingener Theater an der Wilhelmshöhe. Unsere Redaktion hat sich schon vorab im Interview ein wenig verzaubern lassen.

Sie bekommen einen leeren Zauberkasten, um ihn einem jungen Nachwuchszauberer zu schenken. Womit würden Sie diesen Kasten füllen?

Das kann ich Ihnen ganz genau sagen: Den würde ich füllen mit einem Kunststück, das mein Bruder mir gezeigt hat. Da war ich sieben Jahre alt. Der Trick besteht darin, dass man eine kleine Messingröhre hat. Die bekommt der Zuschauer zum Untersuchen und er stellt sie dann vor sich auf den Tisch. Danach hat mein Bruder – damals waren es noch Fünf-Mark-Stücke-Geldstücke genommen, sie gestapelt und hat eine andere Messingröhre darüber gestülpt. Dann hat er einmal mit dem Finger geschnippt, die Röhre hochgehoben und sie war leer. Dann sagte er: ‚Heb doch mal deine hoch.‘ Und darunter war dann der Münzstapel. Das hat mich derart weggehauen, dass ich das heute, viele Jahre später, noch ganz genau weiß – als wäre es gestern gewesen.


Also haben Sie klassisch als kleiner Junge angefangen oder lag es etwa generell in der Familie?

Die Geschichte ist hinreichend bekannt und eher tragisch. Kurz darauf ist mein Bruder gestorben. Ich habe das Geheimnis dann gelüftet – allerdings erst, nachdem mein Bruder dann gestorben war. Heute weiß ich also genau, wie das geht, weil ich mir damals seinen Zauberkoffer – das war so ein alter Lederkoffer – aus seinem Zimmer genommen habe. Den konnte ich aber ganz lange gar nicht aufmachen und habe ihn erstmal wochenlang stehen lassen. Irgendwann habe ich ihn dann aber doch geöffnet. In dem Moment, in dem ich diesen Koffer geöffnet habe, hat sich etwas in meinem Leben grundlegend verändert. Da war klar: Von diesen Dingen, die in dem Koffer drin waren, von diesen Requisiten – da ging eine Strahlkraft aus, eine Anziehungskraft, wie ich das bisher nicht mehr oft erlebt habe. Und das hält auch bis heute an.


Es war ein magischer Moment?

Ja, der hat mein Leben maßgeblich beeinflusst – bis heute, also 40 Jahre später.


Wie kam es dann zur Kunst des Gedankenlesens oder vielmehr dem Deuten der Körpersprache?

Ich habe relativ schnell meinen ersten Auftritt gemacht – mit 13. Da habe ich noch ganz klassisch zum Beispiel eben jenes Münzkunststück gezeigt, habe Ringe verkettet und wieder voneinander gelöst oder ein Tuch verschwinden lassen. Ich habe aber auch da schon mal einen Ball im Publikum verstecken lassen und herausgefunden, wo er versteckt war. Das heißt: Das Thema Wahrnehmung hat auch da schon eine große Rolle gespielt. Nach diesem Auftritt habe ich ein paar Sachen für mich gemerkt. Das Erste: Ich stehe gerne vor Leuten. Ich mag es unheimlich gerne, auf einer Bühne zu stehen und Menschen zu unterhalten, sie zu verblüffen. Das Zweite: Dieses Thema, anderen eine Illusion zu zeigen, fand ich toll. Denn eine Illusion ist ja hauptsächlich eine Kopfsache. Ich bringe andere dazu, anders über das zu denken, was sie sehen. Das ist ein total spannendes Thema. Es hat mich direkt gereizt. Ich habe also angefangen mich intensiv einzuarbeiten – nicht nur in die Tricks selbst, sondern auch in das, was eine gelungene Vorführung ausmacht. Recht schnell habe ich für mich entdeckt, dass Beobachtung und Wahrnehmung eine wichtige Rolle spielen, sowohl meine eigene als auch die meiner Gäste. Ich hab mich in das Thema Körpersprache, in die Suggestion eingearbeitet und natürlich auch in die Gedächtniskunst. Aus den Themen habe ich dann diese Kunstrichtung gebaut, die ich jetzt auch in Lingen zeigen werde. Das nenne ich dann psychologische Unterhaltung.


Liegen Sie denn wirklich immer richtig oder gab es schon Menschen, die Sie nicht durchschauen konnten?

Ich kann mich noch sehr gut erinnern: Ich hatte einen Auftritt in der Sendung Riverboat. Da waren als Gäste einmal der Boxer Henry Maske und Nazan Eckes eingeladen. Ich konnte die beiden einfach nicht durchschauen. Henry Maske hat seinem Namen alle Ehre gemacht (lacht). Er war als Boxer scheinbar derart gut trainiert, ein Pokerface a zu mache, da hatte ich keine Chance. Und Nazan Eckes sah an dem Abend einfach so toll aus, dass mich das total abgelenkt hat.


Wie wollen Sie am 16. November das Lingener Publikum verzaubern?

Na, indem ich ihm das zeige, was ich am besten kann. Indem ich die Menschen inspiriere…


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