"Beschaffungskosten gestiegen" Stadtwerke Lingen erhöhen Preise für Erdgas

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Wer mit Erdgas heizt und kocht , muss sich in Lingen und  Lohne auf höhere Preise einstellen. Foto: Patrick Pleul/dpaWer mit Erdgas heizt und kocht , muss sich in Lingen und Lohne auf höhere Preise einstellen. Foto: Patrick Pleul/dpa

Lingen. Die Stadtwerke Lingen erhöhen zum 1. Dezember 2018 die Preise für Erdgas. Kunden müssen dann im Durchschnitt rund zehn Euro pro Monat mehr bezahlen. Zum 1. Januar 2019 werden vermutlich auch die Strompreise angehoben. Um wie viel ist noch offen.

Die Stadtwerke-Geschäftsführer Ulrich Boss und Hans-Martin Gall begründen die anstehende Erhöhung um 0,49 Cent netto pro Kilowattstunde (kWh) mit gestiegenen Beschaffungskosten. Für den Durchschnittsverbraucher mit 20.000 kWh pro Jahr bedeutet dies einen Anstieg von brutto - sprich einschließlich Steuern und Abgaben - 4,56 Cent/kWh auf 5,14 Cent/kWh. Das sind rund 13 Prozent mehr als bisher. Unter dem Strich muss laut Bosse ein durchschnittlicher Haushalt mit einer Mehrbelastung von rund 100 Euro im Jahr kalkulieren, Bewohner von Einfamilienhäusern müssen sich auf rund 115 Euro Mehrkosten im Jahr einstellen.

Einkauf an der Gasbörse in Berlin

Laut Gall haben die Kunden der Stadtwerke Lingen als Grundversorger in Lingen und Lohne seit 2011 von den tendenziell sinkenden Börsenpreisen für Erdgas profitiert. Die Lingener beschaffen sich das Gas, das sie an ihre 14.000 Kunden verkaufen, an der Gasbörse in Berlin. Seit dem Frühsommer gehen die Preise an den Börsen analog zu anderen Energieträgern jedoch stetig nach oben. Nach Galls Worten haben die Stadtwerke durch den strukturierten Einkauf ihres voraussichtlichen Bedarfs einmal im Monat bis jetzt von günstigen Einkaufspreisen Anfang des Jahres zehren können. Nun ist Boss zufolge allerdings der Zeitpunkt gekommen, an dem die gestiegenen Einkaufspreise nicht mehr abgefedert werden können.

80 Grundversorger in Niedersachsen

Mit der Notwendigkeit, die Preise zu erhöhen, sehen sich die Stadtwerke Lingen nicht allein auf weiter Flur. Auch andere Energieversorger haben bereits an der Preisschraube gedreht oder dieses angekündigt. Nach eigenen Angaben liegen die Grundversorgungspreise der Stadtwerke Lingen in einem landesweiten Vergleich im unteren Drittel. In Niedersachsen teilen sich rund 80 Gas- und Stromlieferanten den Markt.

"Marktfähige Preise"

Die Preise der Grundversorgung sind generell die höchsten im Portfolio eines jeden Anbieters. Einsparpotenzial bieten auch von den Stadtwerken Lingen angebotenen Sondertarife, die in der Regel feste Preise für ein Jahr garantieren. Da die Vertragslaufzeit im Gegensatz zur kurzfristig kündbaren Grundversorgung festgelegt ist, kann dies im Falle steigender Preise ein Geschäft für den Kunden sein. Bei fallenden Preise kann es auch teurer werden. Ziel der Stadtwerke Lingen ist es Galls Worten zufolge, auch bei der Grundversorgung marktfähige Preise anzubieten.

138 weitere Anbieter im Versorgungsgebiet

Parallel zu den Stadtwerken Lingen sind im Versorgungsgebiet aktuell 138 weitere Energieversorger tätig. Die Fremdanbieter halten laut Boss einen Marktanteil von etwa 20 Prozent. Vor zehn Jahren waren es noch 9,66 Prozent.

Strompreis noch offen

Den Stadtwerken zufolge müssen sich die Kunden zum 1. Januar kommenden Jahres auch beim Strom auf höhere Preise einstellen. Wie hoch die Erhöhung ausfalle, sei noch nicht klar, da die Höhe von drei der insgesamt sieben fälligen Umlagen noch nicht feststehe.



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