„Eine Krankheit – 1000 Gesichter“ Fotoausstellung in Lingen: Krebs ist kein Makel

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Noch bis zum 26. Oktober im Lookentor Lingen sind diese Fotos von krebskranken Menschen zu sehen. Foto: Christiane AdamNoch bis zum 26. Oktober im Lookentor Lingen sind diese Fotos von krebskranken Menschen zu sehen. Foto: Christiane Adam 

Lingen. Der Ladies‘ Circle Lingen-Meppen hat die Fotoausstellung „Eine Krankheit – 1000 Gesichter“ in das Einkaufszentrum Lookentor Lingen geholt. Am Freitagabend haben die Frauen der Organisation, die sich bundesweit für soziale Projekte engagiert, die Ausstellung eröffnet.

Im Café Wintering in der Mitte des Einkaufszentrums erläuterte Präsidentin Tina Viermann, vor welchem Hintergrund die Fotos von krebskranken Menschen entstanden sind und was die Initiative „Flugkraft“ aus Rhauderfehn mit ihnen erreichen möchte.

"Angst und Schrecken" 

Die Diagnose Krebs bedeutet wohl für die meisten Menschen Schrecken und Angst, häufig gefolgt von quälenden medizinischen Maßnahmen. Was oft noch dazukommt: Wer an Krebs erkrankt, findet sich plötzlich sehr einsam wieder. Freunde und Bekannte meiden krebskranke Menschen, wissen nicht, wie sie mit der Erkrankung des anderen umgehen sollen. „Hier setzt Flugkraft an. Die Fotos der Fotografin Marina Proksch-Park zeigen Menschen, die an Krebs erkrankt sind und sie sollen zeigen, dass Krebs kein Makel ist“, erklärte Viermann den Gästen.

"Gänsehaut und Tränen"

Die Hilfe, die Flugkraft aus dem ostfriesischen Rhauderfehn den Betroffenen angedeihen lässt, sei vor allem eine emotionale. „Sie beginnt mit einem Telefonat, das die Fotografin mit der Familie führt und mündet in einen Nachmittag, an dem die Bilder gemacht werden“, führte Viermann aus. „Beispielsweise habe ich heute noch ein Telefongespräch mit einer Familie geführt, die den Wunsch geäußert hat, noch ein letztes Mal gemeinsam in den Urlaub zu fahren. Das sind dann Gespräche, die Gänsehaut und Tränen verursachen“, bestätigte Claudia Kuhlmann aus Rhauderfehn. Die Initiative Flugkraft bemüht sich auch um solche konkreten Hilfestellungen, für die finanzielle Mittel erforderlich sind. Deshalb sei man auf Spenden angewiesen. Das Geld werde auch für sogenannte Kraftpakete verwandt, die individuelle Gaben für die erkrankte Person, aber auch für Kinder oder Geschwister enthielten.




"Respekt und Anerkennung"

Zur Eröffnung war auch Monika Schwegmann gekommen. Die Leiterin des Fachbereichs Kultur bei der Stadt Lingen meinte: „Liebe Ladies, Sie leisten Großartiges. Dafür zolle ich Ihnen Respekt und Anerkennung!“ Dank gebühre auch dem Lookentor Einkaufszentrum, das nicht nur die Fläche für die Fotoausstellung zur Verfügung gestellt hatte, sondern auch eine Spende von 500 Euro für Flugkraft-Projekte gegeben habe. Spenden in Form eines Loskaufes konnten auch die Besucher am Eröffnungsabend geben. Neben einem Emslandring von der Goldschmiede Thünemann, Gutscheinen für das Bekleidungsgeschäft Max3, Frühstücksgutscheinen vom Restaurant Ems-Island und einem Präsentkorb der Firma Willenbrock gab es einen Segelkunstflug vom Segelsportverein Lingen – „der Angstgutschein für viele“, wie Tina Viermann augenzwinkernd meinte – zu gewinnen. 

200 Fotoshootings

Die Fotos, für die sich insbesondere viele der fotografierten Frauen wieder einmal schön gemacht hatten, sind noch bis zum 26. Oktober zu den Öffnungszeiten des Lookentors zu betrachten. Rund 200 solcher Fotoshootings habe die Fotografin aus Rhauderfehn, die persönlich nicht anwesend sein konnte, im Laufe der letzten fünf Jahre bereits gemacht. Die Fotos sollen Selbstbewusstsein schenken und dabei helfen, mit der Diagnose Krebs offener umzugehen.

Weitere Infos

Weitere Infos über die Initiative Flugkraft finden sich unter www.flugkraft.de. Kontakt zum Ladies‘ Circle, dem sich Frauen im Alter von 18 bis 45 Jahren anschließen können, bekommt man via E-Mail unter nsp@ladiescircle.de .


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