Emsbürener Musiktage Armida-Quartett sorgt für unvergessliches Konzert-Erlebnis

Von Peter Löning

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Vollendet veredeltes Konzerterlebnis mit dem Armida Quartett bei den Emsbürener Musiktagen. Foto: Peter LöningVollendet veredeltes Konzerterlebnis mit dem Armida Quartett bei den Emsbürener Musiktagen. Foto: Peter Löning

Emsbüren. Für einen Glanzpunkt und ein unvergessliches Konzerterlebnis während der Emsbürener Musiktage hat das Armida-Quartett in der Liudger-Realschule gesorgt.

Es gibt Konzerte, über die zu berichten sich eigentlich verböte, weil jedes Wort, welches solche zu beschreiben versucht, am Ende nur ein kläglicher Versuch sein kann und eher die mit großer Kunst erzeugte Stimmung zunichte macht. Schwierig ist es, auch nur ansatzweise das Gehörte zu beschreiben und wiederzugeben. Angebracht scheint es eher, sich in stiller und demütiger Dankbarkeit zu verneigen vor den großartigen Künstlern und ihrer dargebotenen Musik. 

Großartige Momente

Das „Gastkonzert“ ist in der Reihe der Konzerte im Rahmen der Emsbürener Musiktage von je her ein besonderes Bonbon, ein Glanzpunkt bei dem man musikalisch großartige Momente, ja manches Mal angenehme Überraschungen erleben darf. In diesem Jahr haben uns die Organisatoren dabei über Gebühr beschenkt, indem sie das preisgekrönte und längst sehr gefeierte Armida-Streichquartett eingeladen haben.

Cellist Peter-Philip Staemmler in guter Erinnerung

Peter-Philip Staemmler, Cellist des Quartetts, ist hier noch sehr gut in Erinnerung, trat er doch erst kürzlich in anderer Besetzung – es war das Mariani-Klavierquartett – überaus erfolgreich mit einem Konzert in der Lingener Kunsthalle auf. Im Armida-Quartett erscheint dieser gute Eindruck noch einmal gesteigert.

Perfekte Interpretation

Zusammen mit Martin Funda (1. Violine), Johanna Staemmler (2.Violine) und Teresa Schwamm (Viola) formt sich ein Klangkörper, dessen Homogenität und Klarheit, dessen Wachheit und Virtuosität, ebenso eine fantastische akzentuiert dynamische Klanggestaltung einfach fabelhaft auffallen. Noch jugendliche Frische gepaart mit außerordentlicher musikalischer Reife und hochprofessioneller Perfektion erhöhen die Musik ins beinahe Magische. Jeder Ton an diesem Abend scheint sorgsam ausgewogen und mit Bedacht aufs Instrument gelegt. In feinster Abstimmung spielen die Musiker nicht nur miteinander, auf das Feinste agiert auch ein jeder im Quartett für sich, völlig uneitel die perfekte Interpretation anstrebend. Nur so kann es zu dem grandios verschmelzenden Klangerlebnis kommen, das fragilste Momente in zartesten Pianissimi so beglückend lebendig erleben lassen.

Großmeisterliches Programm

Es ist reine Wohltat, dem Kunst entstehen im Konzert beiwohnen zu dürfen, die Interaktion im Ensemble zu verfolgen. Großmeisterlich ist zudem ihr Programm. Ludwig van Beethovens 4. Streichquartett op. 18 von 1799 macht hier den Anfang und tritt ohne große Einleitung direkt und ungeheuerlich direkt ins groß dimensionierte Geschehen ein. Dissonant, laut und mit deftig groben Strichen zeichnet Sergej Prokofjews 1944 entstandenes Streichquartett Nr. 2 F-Dur op. 92 über karbadinische Themen eine dramatisch andere Klangwelt.  

Schubert als Höhepunkt

Franz Schuberts Quartett Nr. 15 G-Dur aus 1826, als Zeugnis dessen ewiger Auseinandersetzung mit dem Werk Beethovens gilt gemeinhin als eines der außergewöhnlichsten Vertreter seiner Gattung. Hier war es der unbeschreibliche Höhepunkt eines unvergleichlichen, unvergesslichen Konzertabends. Großartig!

Tiefen Dank dafür an das Armida Quartett und an die Emsbürener Musiktage.



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