Ehrenamt hinter Gittern JVA Lingen sucht Freiwillige für den Knast

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Sie wollen Ehrenamtliche für die Gefangenbetreuung in der JVA gewinnen (von links): Sozialpädagogin Suse Rosch, der evangelische Gefängnisseelsorger Thomas Gotthilf, Vollzugsabteilungsleiter Christoph Goldschmidt und der katholische Gefängnisseelsorger Frank Kribber. Foto: Wilfried RoggendorfSie wollen Ehrenamtliche für die Gefangenbetreuung in der JVA gewinnen (von links): Sozialpädagogin Suse Rosch, der evangelische Gefängnisseelsorger Thomas Gotthilf, Vollzugsabteilungsleiter Christoph Goldschmidt und der katholische Gefängnisseelsorger Frank Kribber. Foto: Wilfried Roggendorf

Lingen. "Freiwillig in den Knast?" Mit diesem provokanten Motto wirbt die Justizvollzugsanstalt (JVA) Lingen um Ehrenamtliche, die sich in der Gefangenenbetreuung engagieren wollen. Hierzu findet am Samstag, 20. Oktober, eine Informationsveranstaltung in der Abteilung Damaschke statt.

Gesucht werden Ehrenamtliche für die JVA Lingen in der Kaiserstraße und deren Abteilungen in Damaschke und Groß Hesepe sowie die Untersuchungshaftabteilung und den offenen Vollzug in der Osnabrücker Schinkelstraße. "Es geht um ehrenamtliche Mitarbeit in vielfältigster Form", erklärt der katholische Gefängnisseelsorger Frank Kribber. Dieses könne in der kirchlichen Arbeit, in Gesprächs- und Freizeitgruppen gezeigt werden. Suse Rosch, Sozialpädagogin in der JVA Damaschke, ergänzt: "Es gibt auch Ehrenamtliche, die Nachhilfe geben, Spielenachmittage für ältere Gefangene organisieren oder sie zu Kulturveranstaltungen begleiten."

Interesse an der Arbeit mit Menschen

Diese Art der ehrenamtlichen Tätigkeit sei etwas "spezieller" als beispielsweise das Engagement in einem Sportverein, meint Kribber. "Aber spezielle Fähigkeiten braucht dafür niemand. Wichtig ist das Interesse, mit Menschen zu arbeiten und durch die Begegnung mit jemanden von draußen ein Stück Normalität in den Knastalltag zu bringen", betont der katholische Gefängnisseelsorger. Dessen evangelischer Amtsbruder Thomas Gotthilf weist darauf hin, dass Interessierte auch eigene Ideen für die Betreuung von Gefangenen einbringen könnten.

Unterschiedlicher Zeitaufwand

"So vielfältig wie die Möglichkeiten sind, ist auch der Zeitaufwand", erklärt Kribber. Es gebe Ehrenamtliche, die sich wöchentlich engagierten, und andere, die nur einmal monatlich dabei wären. "Wichtig sind Transparenz und Zuverlässigkeit. Denn durch ihren Einsatz vermitteln die Ehrenamtlichen auch den Gefangenen ein Stück Zuverlässigkeit", sagt Kribber.

Berührungsängste abbauen

Christoph Goldschmidt, Vollzugsabteilungsleiter in der JVA Damaschke, weiß, dass es Berührungsängste gegenüber den Gefangenen gibt. Die Informationsveranstaltung diene auch dazu, diese abzubauen. "Dazu wird es neben einer Führung über das Gelände der JVA, einer Einführung in die internen Abläufe und Sicherheitsbelange auch Gespräche mit bereits ehrenamtlich in der JVA Tätigen geben", kündigt Gotthilf Inhalte der Veranstaltung an. "Für die Teilnahme an der Veranstaltung ist keine Anmeldung erforderlich", betont Goldschmidt. Zwei sicherheitsrelevante Aspekte müssten Interessierte aber beachten: "Personalausweis mitbringen und das Handy zuhause oder im Auto lassen." Goldschmidt weist darauf hin, dass die Ehrenamtlichen während ihrer Tätigkeit über das Land Niedersachsen Versicherungsschutz genießen. 

Die Informationsveranstaltung findet am Samstag, 20. Oktober, von 14 bis circa 16.30 in der JVA Lingen, Abteilung Damaschke, Grenzweg 39, 49811 Lingen, statt.


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