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09.10.2018, 17:47 Uhr SELBST RETTUNGSKRAFT WERDEN

Am Einsatzort besser helfen als Gaffen

Von Wilfried Roggendorf


Bei diesem Großbrand eines Pferdehofes Ende Juli 2018 in Wettrup versperrten die Fahrzeuge von Gaffern die Zufahrtswege für den dringend benötigten Nachschub von Löschwasser. Foto: Hermann BojerBei diesem Großbrand eines Pferdehofes Ende Juli 2018 in Wettrup versperrten die Fahrzeuge von Gaffern die Zufahrtswege für den dringend benötigten Nachschub von Löschwasser. Foto: Hermann Bojer

Lingen. Statt zu gaffen, sollten diejenigen, die unbedingt wissen wollen, wie es an Brandherden und Unfallstellen wirklich aussieht, sich lieber selbst bei Feuerwehr oder Rettungsdiensten ehrenamtlich engagieren, meint unser Kommentator.

Der Mensch ist von Natur aus neugierig – und dies ist grundsätzlich auch gut so. Doch dann, wenn die Neugier sich paart mit Rücksichtslosigkeit und mangelndem Respekt, wird sie gefährlich.

Genau dies ist bei Gaffern der Fall. Wer Einsatzkräfte von Feuerwehren, Rettungsdiensten und Polizei zur Befriedigung seiner niederen Instinkte bei ihrer Arbeit behindert, gefährdet oftmals Leib und Leben, Hab und Gut seiner Mitmenschen. Ein solches Verhalten darf nicht toleriert werden und gehört bestraft.

Und auch, wer glaubt, die Menschheit exklusiv vom Einsatzort per sozialen Netzwerken mit aktuellen Infos beglücken zu müssen – oft, ohne beispielsweise die Persönlichkeitsrechte von Opfern zu beachten –, liegt daneben. Dafür gibt es Medien, die nach journalistischen Grundsätzen und unter Beachtung des Pressekodex berichten und Hintergrundinfos liefern.

Wer unbedingt wissen möchte, wie es an einem Brandherd oder einer Unfallstelle aussieht, hat dazu eine bessere Möglichkeit, als zu gaffen: freiwilliges Mitglied der Feuerwehr oder des Rettungsdienstes werden und selbst helfen.


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