Direkter Kundenkontakt Putzlappen sind der Verkaufshit auf dem Lingener Pöttemarkt

Meine Nachrichten

Um das Thema Lingen Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Der Lingener Pöttemarkt am Dienstag zog einmal mehr viele Besucher zum Stöbern, Kaufen und Flanieren an. Foto: Jessica LehbrinkDer Lingener Pöttemarkt am Dienstag zog einmal mehr viele Besucher zum Stöbern, Kaufen und Flanieren an. Foto: Jessica Lehbrink 

Lingen. Sei es zum Schnäppchenjagen, für Großeinkäufe oder einfach zum Bummeln: Der Pöttemarkt hat einmal mehr viele Besucher in die Lingener Innenstadt gezogen. Zwei Mal im Jahr lädt er zum Flanieren ein. Der Dauerbrenner, der aus vielen Tüten der Käufer hervorblitzte: Putztücher in allen Farben.

Es ist ein sonniger Herbsttag, der viele Menschen aus Lingen und der Umgebung in die Innenstadt zieht. Taschen, Schmuck, Töpfe und Pfannen, kleine Haushaltshelfer und Dekorationsartikel sind nur einige der Waren, die man an den zahlreichen Verkaufsständen erspäht. Es ist Pöttemarkt in Lingen. Das lassen sich viele nicht zwei Mal sagen. Während der eine gemütlich mit der Familie oder Freunden stöbert, hier und da an einem Stand anhält, wittern andere die lohnenswerten Schnäppchen für einen Großeinkauf. Auffällig: Aus vielen Einkaufstaschen blitzen bunte Farben hervor. Es sind herkömmliche Putztücher – meist im extra großen Vorteilspack –, die sich großer Beliebtheit erfreuen. „Die Besten“, „nur 3 Euro“ und andere verlockende Schildchen lassen viele Besucher anhalten, um den Lappenvorrat aufzustocken. 

Putztücher im Vorteilspack landeten in vielen Taschen der Pöttemarktbesucher in Lingen. Auch Gundula Herfert-Krohn verkaufte die bunten Putzutensilien für die Firma Tinnermann. Foto: Jessica Lehbrink


Uwe Rettschnick ist einer von ihnen. „Wenn die Zeit es zulässt“ ist er stetiger Besucher des Lingener Pöttemarkts. „Für die Putztücher haben wir unseren Stammverkaufsstand“, sagt er. 17 Stück für 2,50 Euro. Da schlägt der Lingener gerne zu. Und auch seine Tochter, mit der unterwegs ist, ergattert immer ein Paar Ohrringe zum günstigen Preis. Eine Sache gefalle ihm jedoch nicht sonderlich gut: „Vor allem an den Klamottenständen sind die Verkäufer sehr aufdringlich. Dabei möchte man doch erst einmal schauen. Ansonsten gefällt es uns aber immer gut hier.“

Besonders die lauten Stimmen der Aussteller, vor denen fein geschnittenes Gemüse liegt und die nur „die qualitativsten Haushaltsgeräte“ anbieten ziehen die Besucher an – selbst wenn sie dort nur einmal flott über die Schulter schauen wollen. Auch Trockentücher, die helfen sollen Spiegel- und Glasflächen streifenfrei zu reinigen, gibt es an einigen Ecken. Die Vorführungen der ambitionierten Händler locken immer wieder potenzielle Käufer an. „Hier, schau dir mal an wie Fenster richtig geputzt werden“, sagt ein Mann im Vorübergehen spaßend zu seiner Frau.

Zu warm für Wollsocken

Doch nicht nur bei Putzhelfern und Co. gibt es ein großes Angebot; auch Socken gehören zum Standard-Repertoire des Pöttemarkts – so wie am Stand des Ehepaares Kolkmann. „Für uns ist der Tag allerdings zu schön“, gesteht die Verkäuferin. „Wäre es sieben Grad kälter, hätten die Leute wahrscheinlich auch eher kalte Füße“, meint sie. In ihrer Auslage befinden sich vor allem dicke Wollsocken in vielen Farben und Größen. Eine Dame hält an, um ihrem Mann ein Paar Socken zu kaufen – „am besten mit einer Polsterung“, äußert sie ihren Wunsch. Kolkmann kommt dem gerne nach und wühlt sich durch ihre Ware. Ein Paar in Größe 46 – verkauft. „Das nennt man dann wohl Vorführeffekt“, scherzt die Fußbekleidungsspezialisten. Auch wenn es für kuschelige Socken noch zu warm ist, weiß sie, weshalb der Pöttemarkt noch immer so viele Besucher anzieht: „Hier gibt es den direkten Kundenkontakt. Beratung wird hier eben großgeschrieben, so wie im Fachgeschäft.“


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN