Fast drei Stunden nonstop Niedeckens BAP feiern mit 1500 Fans in der Emslandarena Lingen

Von Johannes Franke

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Große Spielfreude von Anfang an mit Wolfgang NIedecken (rechts) und BAP-Musikern in der Emslandarena. Foto: Johannes FrankeGroße Spielfreude von Anfang an mit Wolfgang NIedecken (rechts) und BAP-Musikern in der Emslandarena. Foto: Johannes Franke

Lingen. Mit vielen Hits im Gepäck haben Niedeckens BAP fast drei Stunden die Bühne der Emslandarena gerockt. Rund 1500 Fans feierten die Kölsch-Rocker – Live & Deutlich am Sonntagabend begeistert mit.

„Es war ein Fest“, bedankte sich der 67-jährige Frontmann mehrmals bei den Fans, die trotz des kölschen Dialekts erstaunlich textsicher waren und bei vielen Liedern lauthals mitsangen. 

Südstaaten-Flair

Mit dem Lied „Drei Wünsche frei“ beginnt Niedeckens BAP die musikalische Zeitreise durch das umfangreiche Repertoire nach gut 40 Jahren Bandgeschichte. Stücke aus dem neuen Solo-Album „Das Familienalbum – Reinrassije Strooßekööter“, das er 2017 in New Orleans mit amerikanischen Musikern aufgenommen hat, gehören natürlich dazu. Das Bühnenbild visualisiert mit Plastikpalmen, einer ausladenden roten Treppe, Flügeltüren im Stil der Südstaaten-Villa dieses Thema. Impressionen aus New Orleans, Kölner Szenen von einst und heute  sowie Fotos aus dem alten „Rama-Karton“ aus der Familienchronik untermalen die Reminiszenz an diese Städte und Niedeckens Herkunft und seine warmherzige Liebe zu den Figuren seiner Heimatstadt, zum Lebensgefühl zwischen Chlodwigplatz und Rheinufer. 


Wolfgang Niedecken und BAP begeisterten in der Emslandarena mit ihrem dreistündigen Live & Deutlich Auftritt. Foto: Johannes Franke


Mehr Bläser im Einsatz

Die Produktion habe dazu geführt, mit mehr Musikern als sonst auf der Bühne zu stehen. „Ein lebhaftes Programm mit einem zusätzlichen Bläsersatz“, hatte Niedecken bereits im Interview angekündigt. Die drei tollen Bläser von der „Sing my Song Band“ frischen die Songs noch einmal auf, vermischen die Palette mit neuen Farben, sodass Stücke gespielt werden können, „die wir ewig nicht gespielt haben“, sagt Niedecken. Immer wieder kommen die Bläser zum Einsatz, etwa bei Liedern wie „Waschsalon“ oder beim eindrücklichen Trompetensolo von „Diss Naach ess alles drin.“ 

Textsichere Fans

Doch zur Freude der schon etwas in die Jahre gekommenen BAPs (Papas) und Mamms sind auch viele ältere Hits im Programm. Bei Liedern wie „Kristallnacht“, „Do kanns zaubere“ , „Arsch huu, Zäng ussenander“ oder „Nemm mich met“, brandet schon bei den ersten Klängen Beifall auf. Niedecken ist trotz der hier ansässigen plattdeutschen Sprache erstaunt über die kölsche Textsicherheit: „Nicht zu fassen, ihr könnt ja alles mitsingen“, freut er sich. 

Freute sich über textsichere Fans: Wolfgang Niedecken bei seinem Konzert mit BAP in der Lingener Emslandarena. Foto: Johannes Franke


Kombi aus alten und neuen Stücken

Es ist schon eine attraktive Kombination aus älteren und jüngeren Songs mit viel Spielfreude und musikalischen Überraschungen wie Rock, Boogie-Woogie, Reggae, Jazz und Weltmusik bis hin zum neuen „Familienalbum“. Viele sind gekommen aus Nostalgie und Melancholie und begleiten Niedecken und BAP in verschiedensten Formationen schon seit den 1970er Jahren. Auch an diesem Abend erleben sie einen energiegeladenen Frontmann mit BAP, die fast drei Stunden non Stopp spielen. Mit Zugaben geizen die Kölner nicht und bei Klassikern wie „App und zo“ oder „Verdamp lang her“ reißt es auch die letzten Besucher von den Sitzen. „Mach et joot“ und ja, es war ein Fest! 


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