Damit es Mensch und Tier gut geht Geistliche segnen Tiere im Tierheim Lingen

Familie Roling aus Nordhorn hat Rex vor einigen Jahren aus dem Lingener Tierheim adoptiert und schaut gern nochmal vorbei. Foto: Christiane AdamFamilie Roling aus Nordhorn hat Rex vor einigen Jahren aus dem Lingener Tierheim adoptiert und schaut gern nochmal vorbei. Foto: Christiane Adam
Christiane Adam

Lingen. Anlässlich des Welttierschutztages hat der katholische Gefängnispastor Frank Kribber mit seinem evangelischen Amtskollegen Thomas Gotthilf auf der Wiese des Lingener Tierheims einen ökumenischen Gottesdienst mit und für Tiere gefeiert. Anschließend segneten die beiden Geistlichen die Tierheim-Bewohner, auf dass sie bald Schutz und Geborgenheit in einer neuen Familie erlangen mögen.

Bereits zum zweiten Mal bei dieser Zeremonie zugegen war Familie Roling mit ihrem Hund Rex. Die Nordhorner haben Rex seinerzeit aus dem Lingener Tierheim adoptiert und verfolgen gern weiterhin mit, was sich hier vor Ort so tut, wie sie sagen.

Stephan Konjer sagt „Justus gehört zu mir“ und lässt seinen Riesenschnauzer von Pastor Thomas Gotthilf segnen. Foto: Christiane Adam

Mit seinem Riesenschnauzer Justus war Stephan Konjer gekommen. „Ich finde es wichtig, dass die Kirche zur Kenntnis nimmt, dass Tiere dazugehören. Ich wünsche mir, dass Tiere beispielsweise auch im Krankheitsfall weiter bei ihren Menschen bleiben dürfen. Deshalb ist das heute für mich auch ein Zeichen: Justus gehört zu mir“, bekräftigt der ehrenamtliche Helfer beim Tierschutzverein Lingen.

Im Sinne von Franz von Assisi

„Gott wünscht, dass wir den Tieren beistehen, wenn sie der Hilfe bedürfen. Jedes Wesen in Bedrängnis hat gleiches Recht auf Schutz“, zitierte Gotthilf zu Beginn des Gottesdienstes Franz von Assisi, den Schutzpatron der Tiere. „Ich freue mich, dass Sie heute hierhergekommen sind“, begrüßte der evangelische Priester die Tierfreunde, von denen einige auch ihre Hunde dabei hatten. Waren Letztere zu Beginn der Feier teilweise noch nervös, wurden sie im Laufe der Zeremonie zusehends ruhiger, was sicherlich auch an der gleichmäßigen Art, in der Pastor Kribber seine Predigt hielt, lag.

Pastor Frank Kribber segnet die Hunde, die im Tierheim auf ein neues Zuhause warten. Foto: Christiane Adam


„Wir möchten heute nicht nur für unsere Haustiere um Gottes Segen bitten, sondern auch für die Tiere im Tierheim, die auf ein neues Zuhause warten und die es noch nicht so gut haben wie beispielsweise dieser Dackel hier aus Moldawien, der einen langen Weg hinter sich hat und nun in Lingen ein neues Zuhause gefunden hat“, womit Kribber auf einen tierischen Teilnehmer des Gottesdienstes wies.

Ben hilft beim "runterkommen"

„Wir tragen Verantwortung dafür, sorgsam mit Tieren umzugehen“, dabei bezog sich Kribber auch auf Nutztiere. „Der Erste, der mich abends bei meinen Eltern begrüßt, ist unser Labrador Ben. Er schafft es jedesmal, dass ich nach einem anstrengenden Tag im Gefängnis runterkomme“, ließ der katholische Gefängnisseelsorger einen Einblick in seinen eigenen Alltag mit Hund zu. „Als ich erzählt habe, dass ich einen Tiergottesdienst abhalte, hat mir jemand gesagt, das sei doch bescheuert, die Tiere merkten es ja eh nicht. Aber wenn wir genau auf unsere Tiere achten, merken wir sehr wohl, wie viel diese wahrnehmen. Deshalb bitten wir Gott um seinen Segen, damit es Mensch und Tier gut gehen möge“, schloss er seine Ansprache.

Im Anschluss daran ließ Stephan Mathias, erster Vorsitzender des Tierschutzvereins, einen Fressnapf herumgehen, um die Kollekte einzusammeln. Informationsstände wie die des Lingener Tierbestattungsunternehmens Argos oder des Imkervereins Wietmarschen-Lohne rundeten das kleine Fest auf dem Gelände des Tierschutzvereins ab.


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