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Vom Lehrer zum Programmierer Thorsten Staggenborg beginnt eine neue Ausbildung bei connectiv in Lingen

Von Burkhard Müller

<em>Hier fühlt er sich wohl und gefordert: </em>Thorsten Staggenborg (rechts) an seinem neuen Ausbildungsplatz bei connectiv in Lingen. Geschäftsführer Hermann Silies freut sich über den neuen Kollegen. Foto: Burkhard MüllerHier fühlt er sich wohl und gefordert: Thorsten Staggenborg (rechts) an seinem neuen Ausbildungsplatz bei connectiv in Lingen. Geschäftsführer Hermann Silies freut sich über den neuen Kollegen. Foto: Burkhard Müller

Lingen. Thorsten Staggenborg ist 24 Jahre jung, ledig und hat bereits ein Bachelor-Studium abgeschlossen: Germanistik und Politik mit einer Lehramtsoption. So weit, so gut, mag man glauben. Stimmt aber nicht. Der junge Mann hat während seines Studiums an der Universität Vechta gemerkt, dass „das nicht mein Traumberuf ist, und ich auch nicht als Pädagoge mein ganzes Leben arbeiten möchte“. Ja, und was dann?

„Schon als Kind habe ich mich gerne mit Computern und deren Systemen beschäftigt, und so lag irgendwann nichts näher, als mich in einem Unternehmen zu bewerben, in dem ich meinen Traumberuf finde.“ Deshalb habe er sich, weil er diesen Wunsch zunächst unterdrückt, aber nie aus dem Blick verloren habe, bei „connectiv! eSolutions“ in Lingen für den Beruf des Programmierers beworben.

Hermann Silies, einer von drei Geschäftsführern, scheint sehr zufrieden mit dem Neuzugang in dem Unternehmen zu sein. Seit 14 Jahren sind neben Silies auch Sven Becker und Thomas Thyen am Markt – alle drei gehörten zu den ersten Wirtschaftsingenieuren, die ihr Studium erfolgreich an der Hochschule in Lingen beendet hatten. Connectiv! eSolutions entwickelt und verknüpft vielseitige, individuelle Lösungen auf der Grundlage von Web-Technologien.

Silies: „Wir haben insgesamt 39 engagierte Mitarbeiter, die unsere rund 600 Kunden in ganz Deutschland betreuen. Thorsten passt in dieses Team ganz prima herein“, freut sich der Geschäftsführer.

Auf die Frage unserer Zeitung, ob nur Zeugnis und Noten eine Rolle bei einer Neueinstellung spielten, schüttelt Silies verneinend den Kopf. „Die Noten müssen stimmen, aber genauso wichtig ist es, dass der neue Kollege sich auch mit den anderen, die hier arbeiten, versteht“, betont der Unternehmer. Zwei Wochen Praktikum hätten das geklärt. „Kein Thema, Thorsten ist willkommen.“

Aber es ist nicht nur die Web-Entwicklung, die den 24-Jährigen aus Werpeloh reizt: „Ich möchte hier nicht nur etwas abarbeiten, sondern ich bin hier, weil ich auch etwas Neues schaffen möchte“, erklärt Staggenborg selbstbewusst. Etwas schaffen heiße, ganz auf die individuellen Wünsche der Kunden, etwa bei dem Design einer Web-Seite, einzugehen, und diese dann mit einer persönlichen Note zu versehen, quasi „eine eigene Handschrift“ zu entwickeln.

Doch bevor es an solche Aufgaben gehe, sei noch viel von Dirk Thyen, dem Leiter der Web-Programmierung, zu lernen, holt Silies den jungen Mann lachend in das erste von insgesamt drei Ausbildungsjahren zurück in die Realität.

Dass die Qualität der Ausbildung und die Erwartungshaltung an den später auszuübenden Beruf stimmen müssen, belegt der Unternehmer an einfachen Zahlen. „Seit der Gründung unseres Unternehmens haben wir insgesamt 21 junge Menschen ausgebildet, wovon heute noch 17 bei uns tätig sind“, umschreibt der Firmengründer das „gute Klima“ in der Firma. „Wenn wir nicht mit guter Laune an die Arbeit gehen, machen wir Fehler. Und Fehler wollen wir keine“, umschreibt der 45-Jährige kurz und bündig seine Philosophie.

Azubi Thorsten Staggenborg wird gerade im Rücken, legt seine Handflächen auf die Oberschenkel und signalisiert damit, wieder zurück an seinen Arbeitsplatz zu wollen – genug erzählt, er wollte ja auch kein Lehrer werden.