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30.09.2018, 17:30 Uhr KOMMENTAR

Zum Schiedsamt in Lingen: Dauerstreit macht unzufrieden

Kommentar von Thomas Pertz

Streit zu schlichten, bevor es zu einem Gerichtsprozess kommt, ist die Aufgabe des Schiedsmanns oder der Schiedsfrau. Foto: ColourboxStreit zu schlichten, bevor es zu einem Gerichtsprozess kommt, ist die Aufgabe des Schiedsmanns oder der Schiedsfrau. Foto: Colourbox

Lingen. Egoismus und Ehrenamt haben nur den Anfangsbuchstaben gemeinsam.

Am kurzen Redebeitrag von Schiedsmann Rainer Bartsch zu seiner Verabschiedung im Rathaus ist dies erneut deutlich geworden. Von einer Zunahme der Ich-Bezogenheit sprach der Rentner nämlich. Und von zuletzt zwölf streitenden Parteien, von denen nur eine zu einem Gespräch bereit war.

Zur Entlastung der Gerichte bleibt der Einigungsversuch gleichwohl wichtig und ist ja auch gesetzlich vorgeschrieben. Gut ist es deshalb, dass es Bürger im Ehrenamt gibt, die nichts unversucht lassen, um eine vorgerichtliche Einigung zu erzielen. Rainer Bartsch hat dies über viele Jahre hinweg mit großem Engagement getan, Martina Fockenbrock folgt ihm nun nach.

Dass die Mitglieder des Stadtrates mit ihrer Ernennung gleichzeitig die neue Lingener „Ehrenamtskarte“ auf den Weg brachten, war Zufall, passte aber in diesem Zusammenhang prima. Auch wenn ehrenamtliches Engagement sicher nicht immer ein Vergnügen ist, ist persönliche Zufriedenheit damit eher verbunden als beim Dauerstreit mit dem Nachbarn.


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