Studioprogramm: Der Barpianist Gelungene Solo-Premiere für David Harrington in Lingen

Von Peter Löning

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„Der Barpianist“ - Gelungene Klavier-Comedy mit David Harrington zum Auftakt des Studioprogramms des TPZ im Lingener Professorenhaus. Foto: Peter Löning„Der Barpianist“ - Gelungene Klavier-Comedy mit David Harrington zum Auftakt des Studioprogramms des TPZ im Lingener Professorenhaus. Foto: Peter Löning

Lingen. In seiner ersten Klavier-Comedy-Solo-Show „Der Barpianist“ führt David Harrington seinem Publikum im Lingener Professorenhaus überaus eindrucksvoll den steinigen Weg vor Augen, der sich dem jungen Künstler nach absolviertem Studium bietet.

Reich und berühmt werden als natürliche Folge des absolvierten Musikstudiums, das geht wohl nicht unbedingt auf dem ganz direkten Weg. Wenn nämlich die Hoffnung zerplatzt, dass ein interessierter Agent sich meldet und statt dessen ganz profan Geld verdient werden muss.

Voller Einsatz

Mit vollem Einsatz wirft sich Harrington in seine Rolle des jungen ‚David Harrington‘, der sich sehr bald erst einmal im benachbarten Altenheim findet, wo er die beliebtesten Operettenmelodien zum Besten gibt. Von da führt der direkte Weg in das Weihnachtsgeschäft des nächsten Einkaufszentrums, Hintergrundmusik vor plärrenden Kindern: „Der Onkel macht Lala!“

„Phantom der Oper“  in 100 Sekunden

Harrington lässt bereits hier keinen Zweifel an seinen musikalischen Qualitäten. Sein Klavierspiel verblüfft in seiner großen Virtuosität, seiner Spontanität wie auch seinem Witz; seine mitunter kraftvolle und auch wandlungsfreudige Stimme begeistert zudem. Er gibt dabei alles und lässt den Schweiß gewaltig tropfen, als er mit sprudelnd kochendem Boogie-Bass eine lustvolle Swing-Nummer vollendet veredelt. Er gibt das ganze „Phantom der Oper“ in einer überwältigenden 100-Sekunden-Version. Man hört die Beatles, die Comedian Harmonists, Edward Elgar auch etwas Beethoven.

Viel Bekanntes

Die enge Folge der Musikstücke, welche die Geschichte des Barpianisten nachzeichnet, ist beglückend breit gefächert mit großem Gewicht auf Bekanntem. So erinnert man sich als Hörer, singt beizeiten sogar beherzt mit. Überhaupt hat der Künstler das Publikum sehr bald auf seiner Seite. Es ist zum Brüllen, wenn er „My Fair Lady“ auf sächsisch singt oder die Drittbesetzung im Musical karikiert.

Biografische Anteile?

Harrington ist vom Fach und kennt sich aus in den Eigenarten eitler Tenöre und den Befindlichkeiten osteuropäischer Orchestermusiker, wie auch in den Untiefen des abgründigen Musikgeschäfts. So rätselt man bald über den biografischen Gehalt der Story. Er erzählt überzeugend detailreich und Mitleid erregend beispielsweise von morgendlichen „Korrekturproben“ in Hamburger Musicalhäusern. Hotelbars und Kreuzfahrtschiffe sind Stationen, die den bald nicht mehr ganz so jungen David endlich eine Stelle als Korrepetitor an einer Provinzbühne finden lassen. Die vermeintliche Krone dieser Karriereleiter ist endlich ein Dirigentenposten beim „Phantom der Oper“ in Hamburg. 

Happy End auf dem Hamburger Kiez

Ergreifend und für Gänsehaut sorgend singt David Harrington schließlich von dem,  was wirklich zählt: das „Du“. Er findet die „Klimperkiste“, eine kleine Kneipe im Hamburger Kiez, erobert dort das verstimmte Klavier und heiratet die Wirtin. Happy End und ein schöner Abschluss für einen fantastischen Comedy-Abend. Vielen Dank David Harrington.



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