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28.09.2018, 17:33 Uhr KOMMENTAR

Nachhilfe in Empathie braucht in Lingen niemand

Kommentar von Thomas Pertz

Flüchtlinge auf dem Mittelmeer vor der Küste Libyens. Foto: dpaFlüchtlinge auf dem Mittelmeer vor der Küste Libyens. Foto: dpa

Lingen. Zählen jetzt nur jene zu den guten Menschen, die die Resolution der Grünen im Lingener Stadtrat zur Unterstützung für in Seenot geratene Flüchtlinge aus dem Mittelmeer mitgetragen haben?

Und sind im Umkehrschluss all die anderen anzuprangern, die ablehnten? Das ist Schwarz-Weiß-Denken. Deshalb war auch die polemische Spitze von Marc Riße gegen das Abstimmungsverhalten der „christlich-demokratischen“ CDU überflüssig, zumal seine eigene BN-Fraktionskollegin Sabine Stüting ebenfalls gegen die Resolution gestimmt hatte. 

Dass Menschen auf der Flucht im Mittelmeer ertrinken, ist fürchterlich. Da braucht kein Ratsmitglied in Lingen, egal welcher Partei, Nachhilfe in Empathie, um Abscheu gegenüber den Verursachern und Trauer über die Opfer zu empfinden. Dass es aber unterschiedliche Bewertungen hinsichtlich der Sinnhaftigkeit solcher Resolutionen gibt, ist ebenfalls zu respektieren.

Wer Flüchtlingen konkret zur Seite stehen will, hat dazu auch ohne die „Seebrücke“ viele Möglichkeiten.


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