Dating-Plattform ausgenutzt Lingener betrügt Frau um 10.500 Euro - Landgericht erhöht Strafe

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Die Haftzeit für einen Angeklagten aus Lingen, der eine Frau dreist betrog, erhöhte der Richter am Landgericht Osnabrück noch um sechs weitere Monate. Foto: Michael GründelDie Haftzeit für einen Angeklagten aus Lingen, der eine Frau dreist betrog, erhöhte der Richter am Landgericht Osnabrück noch um sechs weitere Monate. Foto: Michael Gründel

Osnabrück. Die Leichtgläubigkeit seiner Internetbekanntschaft hat ein 41-Jähriger aus Lingen ausgenutzt und die Frau um 10.500 Euro erleichtert. Das Landgericht hat den bereits mehrfach einschlägig Vorbestraften zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von zwei Jahren verurteilt, die nicht zur Bewährung ausgesetzt wurde.

Als der jetzt 41-Jährige vor zwei Jahren eine Internetplattform aufsuchte, auf der Männer und Frauen miteinander Bekanntschaft machen können, hatte er anderes als dieses im Sinn gehabt. Seit mehr als zehn Jahren finanzierte er sein Leben mit Betrügereien und er war sich sicher gewesen, dass das auch über diese Dating-App möglich werden würde. Es dauerte nicht lange und er kam in Kontakt mit einer Frau aus Emsbüren.

"Ärger" mit Gericht und Rockern

Nach kurzer Zeit kam es zu den ersten Verabredungen. Die Frau fasste Vertrauen zu ihm, was er jedoch für seine Zwecke ausnutzte. Mehrfach bat er sie um Geld, mal, weil er angeblich Probleme mit dem Gericht bekommen habe, danach, weil er Ärger mit einer Rockerbande hätte, die ihn erpresste. Als die gutgläubige Frau ihm das Geld gab, stellte er ihr eine Quittung aus und wiegte sie in dem Glauben, ihr das Geld bald zurückzuerstatten. Dazu kam es jedoch nicht.

Viele Vorstrafen und nächstes Verfahren kommt

Der Angeklagte ist mehrfach vorbestraft. Betrügereien, Unterschlagung, Urkundenfälschung, Diebstahl stehen auf seinem Registerauszug. Er hat mehrere Gefängnisaufenthalte hinter sich, hat häufig sogar Reststrafen, die zur Bewährung ausgesetzt worden waren, noch absitzen müssen, weil er erneut Straftaten verübte. Die jetzt abgeurteilten Taten beging er ebenfalls, als er wegen anderer Verurteilungen unter Bewährung stand. Wie der Vorsitzende der Berufungskammer erklärte, wird aktuell in Lingen vor dem Amtsgericht eine Anklage gegen ihn vorbereitet.

Landgericht erhöht Haftzeit

„Es war eine Sauerei erster Garnitur, die Frau mit dieser dreisten Methode um einen fünfstelligen Betrag zu erleichtern. Das geht darüber hinaus, was wir sonst hier an Betrügereien zu verhandeln haben“, stellte der Richter klar. Er sah es als angemessen an, das in der Erstinstanz ausgeworfene Urteil von 18 Monaten Haft um sechs Monate zu erhöhen. Das wurde möglich, weil die Staatsanwaltschaft gegen das Urteil des Amtsrichters Berufung eingelegt hatte. Zusätzlich muss der Angeklagte, wie es in der Juristensprache heißt, den „Wert des Erlangten“ erstatten, was die komplette Erstattung des Betrages meint, den er von der Frau erschwindelte.


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