Arbeiten laufen Abbau von Großkomponenten im Kernkraftwerk Lingen

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Der Kraftwerksstandort in Lingen. Zurückgebaut wird derzeit das Kernkraftwerk Lingen (im Vordergrund). Dahinter befinden sich die Blöcke des Gaskraftwerkes und hinten rechts im Bild das Kernkraftwerk Emsland. Foto: Richard HeskampDer Kraftwerksstandort in Lingen. Zurückgebaut wird derzeit das Kernkraftwerk Lingen (im Vordergrund). Dahinter befinden sich die Blöcke des Gaskraftwerkes und hinten rechts im Bild das Kernkraftwerk Emsland. Foto: Richard Heskamp

Lingen. Die RWE Nuclear GmbH, in der seit Anfang 2018 die gesamte Kernenergiesparte des RWE Konzerns gebündelt ist, arbeitet seit April am sicheren Abbau von nuklearen Großkomponenten im 1977 stillgelegten Kernkraftwerk an der Schüttorfer Straße in Lingen. Weitere Maßnahmen sind an den Standorten in Biblis und Mülheim-Kärlich geplant.

Dies teilte das Unternehmen in einer Presseerklärung mit.  In einem umfangreichen Vergabeprozess waren den weiteren Angaben zufolge zuvor drei Gewerke ausgeschrieben worden. Die Ausschreibung umfasste insgesamt zehn Dampferzeuger und zwei Dampfumformer sowie Nebengewerke. Sie hat ein Volumen von rund 45 Millionen Euro. 

„Wir nehmen unsere Rückbauverpflichtungen, die im Gesetz zur Neuordnung der Verantwortung in der kerntechnischen Entsorgung geregelt sind, sehr ernst. Deshalb gehen wir die notwendigen Prozessschritte konsequent und zügig an, ohne dabei die Sicherheit zu vernachlässigen“, erläuterte Nikolaus Valerius aus Lingen, Kernenergievorstand bei RWE Power und technischer Geschäftsführer der RWE Nuclear. „Als einen weiteren Abbauschritt schreiben wir für diese Standorte gegenwärtig den Abbau der Reaktordruckbehälter und deren Einbauten aus.“, so Valerius weiter.

Für den Rückbau der Großkomponenten innerhalb der Kernkraftwerkssparte hat RWE Nuclear eine eigene Abteilung gegründet. Sie steuert alle Maßnahmen rund um den Abbau von Großkomponenten an den RWE-Kernkraftstandorten Lingen, Mülheim-Kärlich, Biblis und Gundremmingen aus einer Hand. „Im Vordergrund steht für uns die sichere Abwicklung der Arbeiten – von der nuklearen Sicherheit bis zum Arbeits- und Gesundheitsschutz“, erklärte Dr. Jan Hofmeister, Leiter Abbau Großkomponenten bei RWE Nuclear.

 Im Kernkraftwerk Lingen werden seit April 2018 zwei Dampfumformer durch ein Konsortium der Firmen Uniper Anlagenservice GmbH und GNS (Gesellschaft für Nuklearservice) ausgebaut. Die weitere Zerlegung und Bearbeitung der Komponenten wird in einer externen Bearbeitungseinrichtung in Schweden erfolgen.

Die für den Abbau der Großkomponenten notwendigen Genehmigungen und Zustimmungen der zu beteiligenden Behörden wurden eingeholt bzw. beantragt. Wie bei kerntechnischen Anlagen üblich, werden die Tätigkeiten durch die jeweiligen Aufsichtsbehörden der Länder eng begleitet.

Die Abbautätigkeiten erfolgen innerhalb der Gebäude und werden von außen nicht sichtbar sein. Die RWE sicherte der Mitteilung zufolge zu, die verschiedenen Interessengruppen regelmäßig auch über den Fortschritt der einzelnen Abbauschritte zu informieren.


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