Mit den Daten wird das Geld verdient Google ein Thema bei "Innovationsoffensive 2018" in Lingen

In der abschließenden Podiumsdiskussion, moderiert von Michael Woltering, Mitglied der BVMW-Bundesgeschäftsleitung (von links) vertieften Verena Menz von der Bundesumweltstiftung Osnabrück, Alwin Otten, Unternehmer aus Meppen, Marylin Repp, BVMW-Projektleiterin und Professor Volker Lüdemann die Themen und boten den mittelständischen Unternehmern ihre Unterstützung an. Foto: Heinz KrüsselIn der abschließenden Podiumsdiskussion, moderiert von Michael Woltering, Mitglied der BVMW-Bundesgeschäftsleitung (von links) vertieften Verena Menz von der Bundesumweltstiftung Osnabrück, Alwin Otten, Unternehmer aus Meppen, Marylin Repp, BVMW-Projektleiterin und Professor Volker Lüdemann die Themen und boten den mittelständischen Unternehmern ihre Unterstützung an. Foto: Heinz Krüssel

Lingen. Das Thema Digitalisierung war ein Schwerpunktthema der „Innovationsoffensive 2018 für Mittelstand und Gründer“ des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft (BVMW) im IT-Zentrum in Lingen.

Beeindruckt waren die Zuhörer vom Vortrag „Warum lieben Google, Apple und Co. plötzlich Autos?“ von Prof. Volker Lüdemann. Der Hochschullehrer ist wissenschaftlicher Leiter des Niedersächsischen Datenschutzzentrums (NDZ) an der Hochschule Osnabrück. Sein Spezialgebiet sind rechtliche und ethische Fragen der Digitalisierung. Im Vordergrund stehen Themen wie das autonome Fahren, Connected Car, Smart Home und eHealth.

Ein Schwerpunkt im Vortrag war die Entwicklung des autonomen Fahrens. Dabei verlasse der Mensch den Fahrersitz und werde zum reinen Fahrgast. Lüdemann machte deutlich, dass für Google, Apple und Co. ausschließlich das autonome Auto von Interesse sei. Dabei gehe es um eine wahre Datenflut, die es zu vermarkten gelte.

„Klar ist: Das Geld wird künftig nicht mehr mit dem Auto, sondern mit den Daten verdient“, lautete eine These von Lüdemann. Für viele Menschen sei das autonome Fahren noch eine futuristisch anmutende Entwicklung. Dabei sei die Entwicklung schon viel weiter, als man allgemein denke. Das gelte für Pkw ebenso wie für Lkw und Busse. In der Schweiz würden inzwischen vollkommen autonom fahrende Linienbusse eingesetzt. Google habe in den USA ein Modell in der Erprobung. Das gelte ebenso für Tesla. Selbst bei Apple werde intensiv am selbstfahrenden Auto gearbeitet.

In Deutschland können auf einem Teilabschnitt der Autobahn 9 selbstfahrende Autos erprobt werden. Der Referent ging davon aus, dass in Deutschland in drei bis vier Jahren entsprechende Autos angeboten werden.

Ethische Fragen

„Das autonome Fahren ist weniger ein technisches, als vielmehr ein rechtliches und ein gesellschaftliches Problem“, erklärte der Wissenschaftler. In der Diskussion gehe es auch um ethische Fragen. Welche Prioritäten werden gesetzt, wen das Auto beim drohenden Unfall schützen soll: Den Fahrer, den Gegner, ein Kind, eine andere Person oder ein Tier? Die Technik ermögliche eine Entscheidung im Bruchteil von Sekunden.

Ein großes Fragezeichen steht den Ausführungen von Lüdemann zufolge hinter der Datensicherheit. Außerdem werde oft die Frage gestellt: „Wollen wir das überhaupt?“ Eigentlich mache das Autofahren Spaß. Beim autonomen Fahren entfalle der Spaß weitestgehend, weil die Technik alle Entscheidungen übernehme.

In Grußworten gingen Landrat Reinhard Winter und Lingens Oberbürgermeister Dieter Krone auf die aktuelle Situation insbesondere unter dem Aspekt „Technische Entwicklung“ ein. Landrat Winter betonte, dass die Voraussetzung für unternehmerische Aktivitäten und die digitale Transformation der kreisweite Breitbandausbau sei. Mit Fördermitteln von Bund und Land sowie Mitteln des Landkreises Emsland in Höhe von insgesamt 60 Millionen Euro werde der Breitbandausbau derzeit stark forciert.

Auch für Oberbürgermeister Dieter Krone hat die digitale Transformation einen sehr hohen Stellenwert. Krone machte dieses an verschiedenen Beispielen deutlich. In diesem Zusammenhang sei der Campus Lingen als Innovationsmotor zu nennen, beispielsweise der Forschungsschwerpunkt Energie.

Den Vorträgen und Impulsreferaten vorausgegangen waren Workshops zu verschiedenen Themen, zum Beispiel zur Energietechnik und innovativen Unternehmensneugründungen. Nach dem Auftakt des Veranstaltungsformates im vergangenen Jahr in Osnabrück hatte die zweite Runde nun im Emsland stattgefunden.


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